Sehenswürdigkeit

Dom zu Salzburg

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Salzburger Dom und Residenzplatz

Salzburger Dom und Residenzplatz

Es war eines der größten Feste in der Stadt Salzburg überhaupt: die Einweihung des Doms am 25. September 1628. Das achttägige Ereignis lockte zahlreiche Honoratioren aus dem In- und Ausland in die festlich geschmückte Stadt und beinhaltete neben der Weihe selbst auch Umzüge, Konzerte, Theater und ein großes Volksfest.

Gefeiert wurde nicht nur der Stolz der Salzburgerinnen und Salzburger auf ihre Kathedrale. Es war auch ein Zeichen der Hoffnung für die Zukunft (die Einweihung fand mitten im Dreißigjährigen Krieg statt) sowie eine Reaktion der katholischen Kirche auf die von Martin Luther eingeleitete Reformation. Nicht zufällig gibt es (neben dem barocken Baustil) eine Reihe von Ähnlichkeiten mit dem Petersdom in Rom, wie z. B. den Innenraum mit seiner hohen Kuppel und dem säulengestützten Tympanon.

Festsaal des Glaubens

Dom zu Salzburg

Dom zu Salzburg

Die mit hellem weißrosa Untersberger Marmor verkleidete Fassade, die im auffälligen Konstast zum restlichen Bau aus dunklen graubraunen Mönchsberggestein steht, ist ohnehin ganz auf katholische Symbolik ausgerichtet. Auch die vier kolossalen Statuen vor den drei großen Rundportalen betonen die Beziehung zu Rom und verweisen auf die langen Wurzeln des christlichen Glaubens. Es handelt sich nämlich um die Gründerväter der römisch-katholischen Kirche Petrus (mit Schlüssel) und Paulus (mit Schwert), flankiert von den Schutzheiligen der Kathedrale: Rupert (mit Salzkufe) und Virgil (mit Dom-Modell). Auf dem Balkon des ersten Stocks stehen die Statuen der vier Evangelisten des Neuen Testaments: Matthäus (mit Mann), Markus (mit Löwe), Lukas (mit Stier) und Johannes (mit Adler). Auf beiden Seiten des geschwungenen Giebels befinden sich Statuen der alttestamentlichen Propheten Moses und Elias und auf dem Giebel thront Jesus Christus als menschlicher Erlöser (salvato mundi). Die drei Bronzetüren im Portikus sind modern und symbolisieren die drei christlichen Tugenden: Glaube, Liebe und Hoffnung.

Sieben Orgeln

Das Hauptschiff des Salzburger Doms

Das Hauptschiff des Salzburger Doms

Der Innenraum mit 900 Sitz- und 10.000 Stehplätzen ist als Festsaal des Glaubens gestaltet: Groß, hell und von fast allen Plätzen aus ein guter Blick auf die „Bühne“: Den Hochaltar mit einem Gemälde, das die Auferstehung Jesu darstellt. Alle (Kunst-)Schätze lernt man am besten bei einer Führung (täglich, außer sonntags, um 14 Uhr) oder mit einem Audioguide kennen. Beachte zumindest den reichen, marmorähnlichen Stuck im rund 100 Meter langen Kirchenschiff (echter Marmor war in den Kriegsjahren wohl zu teuer) und die Fresken im Querschiff, die die Passion Jesu darstellen. Sie wurden, wie auch das Hochaltarbild, um 1630 von Donato Mascagni, einem Servitenmönch aus Florenz, gemalt. Sie sind viel farbenfroher als die gedämpften Barockgemälde im Rest der Kirche.

Die 64 Meter hohe Kuppel mit ihrem schönen Lichtspiel wurde mit Hilfe von Fotografien rekonstruiert, nachdem das Original bei einem Luftangriff im Oktober 1944 eingestürzt war. Die weltweit einmalige Orgellandschaft (die damals glücklicherweise nicht beschädigt wurde) umfasst sieben Orgeln, von denen einige noch von Wolfgang Amadé Mozart bespielt wurden. Sie alle sind bei den „Musik zu Mittag“ Konzerten (täglich außer sonntags um 12 Uhr) zu hören.

Das Taufbecken ist eines der ältesten Artefakte im Salzburger Dom

Taufbecken aus eine Vorgängerkirche des Salzburger Doms

Die Geschichte des Doms mit seinen beiden 79 Meter hohen Barocktürmen geht auf das Jahr 774 zurück, als an gleicher Stelle eine erste Basilika errichtet wurde. Mehrere Brände und Kirchenneubauten später wurde der heutige Dom, ein Entwurf des italienischen Baumeisters Santino Solari, unter Fürstbischof Paris Graf von Lodron vollendet. Von den Vorgängerkirchen ist nur noch das bronzene Taufbecken auf Löwenfiguren aus dem Jahr 1321 erhalten, in dem unter anderem Nannerl (1. August 1751) und Wolfgang Amadé Mozart (28. Januar 1756) getauft wurden.

Rupertikirtag

Lebendige Tradition, hier beim Erntedankfest vor dem Salzburger Dom

Lebendige Tradition, hier beim Erntedankfest vor dem Salzburger Dom

Der Dom spielt nach wie vor eine zentrale Rolle in Salzburg. Seit 1920 wird jeden Sommer zur Eröffnung der Salzburger Festspiele Hugo von Hofmannsthals Stück „Jedermann“ über das Leben und Sterben des „reichen Mannes“ auf und vor den Stufen der Kirche aufgeführt. Eine passendere Bühne, um die Zuschauer an ihre eigene Sterblichkeit zu erinnern, kann man sich kaum vorstellen. Seit über vierzig Jahren wird das Domweihfest auch in den Tagen um den 24. September, dem Namenstag des Schutzpatrons Rupert, wieder gefeiert. Bei diesem Rupertikirtag,, einem echten Volksfest, verwandeln sich die Plätze rund um den Dom in eine Bühne für Vorführungen von altem Handwerk und Brauchtum, Volksmusik, leckere Jausen und historische Attraktionen wie die Geisterbahn oder das Kettenkarussell.

Der Salzburger Dom ist montags bis samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt (außerhalb der Gottesdienste) beträgt 5 € (Wartungsgebühr). Für Führungen (täglich um 14 Uhr) oder die „Musik zu Mittag“ Konzerte (30 Minuten, außer sonntags) zahlen Sie 9 € (inklusive Eintritt). Mehr Informationen: salzburger-dom.at

Lese hier mehr über Salzburg als „Rom des Nordens“ und die Fürstbischöfe, die die Architektur der Stadt geprägt haben.

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