Sehenswürdigkeit

Tierwelt Herberstein

Text: Emely Nobis

Tierwelt Herberstein - Eingang

Tierwelt Herberstein – Eingangsbereich © Tierwelt Herberstein

Der Storch besucht die Tierwelt Herberstein in der Oststeiermark regelmäßig. Die Zweifingerfaultiere Speedy und Gonzalez zum Beispiel – seit 2016 ein Paar – haben 2023 ihr sechstes Kind bekommen. Zuvor erblickten in der Tierwelt unter anderem Palmenflughunde, Kugelgürteltiere, Vielfraß Babys, die Löwen-Drillinge Spartacus, Maximus und Tiberius, weiße Barockesel, Polarwölfe, Kängurus, Präriehunde und Schwarzschwan Küken das Licht der Welt. All diese Nachkommen beweisen den Erfolg der Zuchtprogramme, an denen der Zoo teilnimmt, einschließlich des Austauschs von Tieren, um Inzucht zu vermeiden.

Faultier-Baby

Faultier-Nachwuchs © Mag. Martha Moritz

Durch Geburten sowie Austauschprogramme mit anderen Zoos sind mittlerweile neunzig Arten (rund 700 Tiere) in dem oststeirischen Familienausflugsziel, das jährlich rund 230.000 Besucher anzieht, zu Hause. Das 23 Hektar große Gelände (mit 6 Kilometern Wanderwegen) folgt dem Geo-Zoo-Prinzip, das heißt, der Park ist in die Kontinente Afrika, Amerika, Eurasien und Australien unterteilt. Jeder Kontinent beherbergt die auf ihm heimischen Tiere. So reist man an einem Tag um die Welt.

Dann eben Damhirsche

Tierwelt Herberstein - Varii-Haus (unten) und Restaurant (oben)

Tierwelt Herberstein: Vari-Haus (unten) und Restaurant (oben) © Tierwelt Herberstein

Die Ursprünge des Tierparks Herberstein gehen auf die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Damals erkannte Johann Maximilian I., Reichsgraf von Herberstein, dass die steilen Hänge rund um sein Schloss Herberstein für die Landwirtschaft nicht geeignet waren. Er ließ daher Damhirsche aus Italien herbringen und legte damit den Grundstein für den heutigen Tierpark. 1888 wurde der Park um ein angrenzendes Waldstück erweitert; nach und nach wurde der Tierbestand um einheimische Wildarten ergänzt. Erst in den späten 1960er Jahren wurde der private Park für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Um die Attraktivität für die Besucher zu erhöhen, wurde der Tierbestand mit „Exoten“ erweitert.

Andere Exoten: Leoparden und Pumas

Leoparden und Puma © Harry Schiffer (links) / Mag. Martha Moritz (rechts)

Das Gartenschloss Herberstein, das sich noch heute auf dem Gelände des Tierparks befindet, ist seit 22 Generationen im Besitz der gleichnamigen Familie. Sie bietet Führungen durch das Schloss und den angrenzenden Rosengarten an. Ein neues Gebäude, das futuristische Gironcoli-Museum, beherbergt außerdem eine Ausstellung der größten Skulpturensammlung des 2010 verstorbenen österreichischen Bildhauers und Künstlers Bruno Gironcoli.

Schloss Herberstein

Schloss Herberstein © FREN Media, Frits Roest

Der Betrieb der Tierwelt Herberstein wurde 2006 an das Land Steiermark übertragen und liegt seit 2022 in der alleinigen Verantwortung des Universalmuseum Joanneum in Graz. Unter anderem dank der Abteilung für Naturkunde dieses Museums kann die wissenschaftliche Absicherung der Arten- und Naturschutzaufgaben des Tierparks gewährleistet werden. Dies geschieht unter anderem im Haus der Biodiversität, das in einer mehr als 400 Jahre alten, monumentalen Tenne untergebracht ist. In fünf Themenbereichen wird den Besuchern hier die Bedeutung des Erhalts der biologischen Vielfalt von Flora und Fauna vermittelt. Zentrales Element ist eine stilisierte Eiche, die sich über den gesamten Raum erstreckt und auf die alten Eichen im benachbarten Europaschutzgebiet Feistritzklamm-Herberstein verweist. Die Informationen werden sowohl auf konventionelle Weise (u.a. Tier- und Pilzpräparate, 3D-Modelle) als auch durch interaktive Stationen zugänglich gemacht. Faszinierend ist zum Beispiel die Wand mit 2.240 Präparate von unterschiedlichen Käfernarten, die einen Teil der derzeit rund 5.440 unterschiedliche  Arten im Naturpark Feistritzklamm, einem der bedeutendsten Käferreservate Europas, repräsentieren.

Panoramaturm

Herberstein - Beobachtungsturm

Herberstein – Panoramaturm © Universalmuseum Joanneum, J.J. Kucek

Ein Besuch der Tierwelt Herberstein und/oder des Schlosses lässt sich gut mit einer Wanderung durch die Feistritzklamm (die 3,5 Kilometer lange Klammrunde vom Stubenbergsee aus) verbinden. Herberstein liegt auch am 88 Kilometer langen Feistritztal Radweg, der von der Waldheimat durch die imposante Feistritztalklamm und das bunte  Apfelland in das  Thermen- en Vulkanland in der Südoststeiermark führt.

Tierwelt Herberstein, Buchberg 50, Stubenberg am See, tierwelt-herberstein.at

Verbringen Sie einen längeren Urlaub in der Oststeiermark? Dann lesen Sie auch unsere Berichte – mit vielen Tipps & Adressen – über die Regionen Waldheimat und das Thermen- und Vulkanland.

Technisches Museum Wien © TMW
Tierwelt Herberstein - Eingang
Marchfelder Schlösserreich
Burg Laudeck
Unterirdischer See im Salzbergwerk© C. Kossmann
Stift Stams
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Naturpark Neusiedler See Leithagebirge
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Panda im Tiergarten Schönbrunn
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Hofkirche mit den schwarzen Mandern
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Schloss Ambras
Carnuntum - Villa Urbana
Burg Hochosterwitz© Wikimedia Commons / Arcomonte26
Schloss Hof
Schloss Eckartsau
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