Sehenswürdigkeit

Technisches Museum Wien

Text: Emely Nobis

Das Technische Museum Wien präsentiert die Welt der Wissenschaft und Technik auf spielerische und zugängliche Weise. Eine Entdeckungsreise für Jung und Alt.
Technisches Museum Wien © TMW

Technisches Museum Wien © Technisches Museum Wien

Der Salonwagen von Kaiserin Elisabeth (Sisi), kolossale, noch funktionstüchtige Dampflokomotiven, eine große Sammlung historischer Musikinstrumente, Schiffsmodelle, Drohnen, Schnellkochtöpfe, Schreibmaschinen, Telefone… Wenn es ein technisches Element enthält, ist es wahrscheinlich, dass das Technische Museum Wien (TMW) ihre historische Entwicklung zeigt.

Salonwagen, Schlafbereich © FREN Media, Frits Roest

Salonwagen, Schlafbereich © FREN Media, Frits Roest

Einige Beispiele: Die Dauerausstellung Mobilität führt vom er Siegfried Marcus Wagen, der lange Zeit als das erste Automobil der Welt galt, über Hubschrauber und Drohnen bis hin zum Raumanzug des ersten Österreichers im All Franz Viehböck und originale Experimente der Weltraummission AustroMir. Eine weitere Ausstellung – medien.welten – zeigt die Geschichte der Medien seit der Neuzeit: von Post, Telegrafie, Telefonie, Radio und Rundfunk über Buchdruck, Druck, Fotografie, Film, Phonograph und Grammophon bis zu Datenverarbeitung, Computer und Internet.

Auswirkungen der Technik

Links Sisis Salonwagen, rechts die Schwerindustrie

Links Sisis Salonwagen, rechts die Schwerindustrie © FREN MEdia, Frits Roest

Auf einer Ausstellungsfläche von rund 22.000 Quadratmeter gibt es in diesem Museum viel zu sehen: Neben einer Reihe von Wechselausstellungen gibt es auch ein Dutzend Dauerausstellungen. Dazu gehören Musikinstrumente (mit besonderem Augenmerk auf deren Bau) und Schwerindustrie (Bergbau und Eisen- und Stahlindustrie). Es werden zahlreiche historische Demonstrationsmodelle gezeigt, aber auch werden in verschiedenen Themenbereichen historische Entwicklungslinien mit aktuellen Tendenzen verknüpft. So befasst sich die Ausstellung Geliebt-Gelobt-Unerwünscht mit Haushaltsgeräte und den Versprechungen von Zeit- und Arbeitsersparnis, Sauberkeit oder Komfort (wie viel wurde realisiert, wie viel ist Marketing?) und die Ausstellung ‘In Arbeit‘ mit der Frage, warum sich unser Arbeitsleben ständig und schnell verändert. Was bestimmt diese Dynamik besonders? Technische Entwicklungen? Wirtschaftliche Bedingungen? Gesellschaftliche Veränderungen? Die bereits erwähnte Ausstellung Mobilität beschäftigt sich unter anderem mit der Geschichte des Verbrennungsmotors und stellt die Frage, ob dieser noch zukunftsfähig ist, wenn wir nachhaltig leben und den Klimawandel aufhalten wollen. Sie zeigt auch welche technischen Möglichkeiten es gibt, um fossile Energien einzusparen oder zu ersetzen. Interesssant in diesem Zusammenhang: Viele Menschen wissen nicht, dass es schon vor über hundert Jahren Elektrofahrzeuge auf Österreichs Straßen gab. Das Lohner-Porsche-Elektroauto, das 1900 auf der Weltausstellung in Paris die Goldmedaille gewann, konnte sich damals nicht durchsetzen. Ein Exemplar davon ist im Museum ausgestellt.

Interactief in Bewegung

Birdly virtual reality © TMW

Birdly virtual reality © Technisches Museum Wien

Dank seiner oft spektakulären Objekte und seiner leicht zugänglichen Präsentation hat das TMW auch für Besucher ohne technisches Verständnis viel zu bieten. So zieht sich durch alle Exponate ein Schwerpunkt auf die unterbelichtete Rolle der Frauen in der Geschichte von Wissenschaft und Technik. Und Spaß für Kinder: Vieles ist interaktiv. In der Ausstellung In Bewegung gibt es 30 interaktive Stationen. So gibt es Rutsche mit Geschwindigkeitsmessung und mit dem BIRDLY® (einer Kombination aus Virtual Reality und Robotertechnik) kann man Städte, Unterwasserwelten und das Zeitalter der Dinosaurier aus der Vogelperspektive erkunden.

Monumentales Gebäude

Eingangshalle © TMW

Eingangshalle © Technisches Museum Wien

Das denkmalgeschützte Hauptgebäude des TMW, einer der ersten repräsentativen Stahlbetonbauten Österreichs, war schon immer ein Museum. Die Entscheidung, ein Technisches Industrie- und Handelsmuseum in Wien zu errichten, wurde anlässlich des 60-jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1908 getroffen. Die für 1914 geplante Eröffnung wurde wegen des Ersten Weltkriegs auf den 6. Mai 1918 verschoben. Dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend wurde die Fassade im historisierenden Stil gestaltet. Im Inneren präsentiert sich das Museum dank heller Ausstellungssäle und glasüberdachter Kuppel eher modernistisch. Natürlich wurde das Museum im letzten Jahrhundert renoviert, aber damals war es schon so konzipiert, dass die Böden auch bleischwere Gegenstände tragen konnten. Zum Glück, denn die Sammlung von Lokomotiven und Waggons im zweiten Stockwerk bringt buchstäblich und bildlich Gewicht auf die Waage. Allein das Prunkstück, die 22,6 Meter lange Dampflokomotive 12.10 aus dem Jahr 1936, wiegt satte 138 Tonnen!

Perpetuum mobile

Perpetuum mobile von Jones und Elektroauto von Lohner-Porsche © TMW

Perpetuum mobile von Jones und Elektroauto von Lohner-Porsche © Technisches Museum Wien

Für einen Besuch im TMW kann man Sie problemlos einen halben Tag einplanen, je nach Interessen auch mehr. Beim Betreten oderVerlassen, sollte man auf keinen Fall das Perpetuum Mobile in der Eingangshalle verpassen, das 1999 vom TMW in Auftrag gegeben und von David E. H. Jones – besser bekannt unter seinem Pseudonym „Daedalus“, Mitarbeiter der fiktiven Firma „Dreadco“ – geschaffen wurde. Das Gerät mit seinen Zylindern, Rädern und Stangen scheint sich ohne Antrieb bis in die Ewigkeit zu bewegen, obwohl dies nach den Erkenntnissen der Physik nicht möglich ist. Seit 1981 hat Daedalus mehrere Versionen gebaut. Das Funktionsprinzip dieses „wissenschaftlichen Zaubertricks“ wurde nie enthüllt, weshalb das TMW die BesucherInnen auffordert, das Rätsel der „unmöglichen Maschine“ weiter zu ergründen.

Mariahilfer Straße 212 in Wien, technischesmuseum.at

Technisches Museum Wien © TMW
Tierwelt Herberstein - Eingang
Marchfelder Schlösserreich
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Unterirdischer See im Salzbergwerk© C. Kossmann
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Panda im Tiergarten Schönbrunn
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Hofkirche mit den schwarzen Mandern
Museum Tiroler Bauernhöfe
Schloss Ambras
Carnuntum - Villa Urbana
Burg Hochosterwitz© Wikimedia Commons / Arcomonte26
Schloss Hof
Schloss Eckartsau
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