Sehenswürdigkeit

Eisriesenwelt

Hymirburcht, Niflheim, Mörk-Gletscher, Friggas Schleier … die erratischen Eisformationen in der Eisreisenwelt in Werfen sind nach Begriffe aus dem isländischen Sagenbuch Edda benannt.

Die Höhle im Salzkammergut, etwa 50 Kilometer südlich von Salzburg, wurde 1879 vom Physiker Anton von Posselt-Czorick durch Zufall entdeckt. Bei der Erforschung von Pflanzen stolperte er über eine Öffnung in der Felswand in 1641 Metern Höhe und drang 200 Meter weit in sie ein, bis eine Eiswand den Durchgang blockierte. Er schreibt einen Artikel über seine Entdeckung, aber erst 1913 folgt eine neue Erforschung durch den Höhlenforscher Alexander von Mörk. Über die steile Eiswand und einen schmalen unterirdischen See erreichte sie eine riesige Kammer: 40 Meter hoch und 70 Meter lang. Dieser Alexander von Mörk-Dom beherbergt heute die Urne des im Ersten Weltkrieg gefallenen Forschers.

Die Eiswand des Eispalastes ist acht Meter dick. Die Eisformationen in der Höhle verändern ständig ihre Form unter dem Einfluss von Temperaturschwankungen und Wind, der durch den Eingang, die Zuglöcher und den noch unentdeckten Ausgang eindringt. Im Frühling sickert Schmelzwasser durch die Schluchten und Spalten des Kalksteinfelsens. Da die Höhle nach dem Winter immer noch sehr kalt ist, wächst die Eisschicht und es bildet sich immer wieder neues Eis. Im Sommer und Herbst dringt wärmeres Wasser in die Höhle ein und erwärmt die Luft, manchmal sogar über den Gefrierpunkt. Die Eisschicht wird wieder dünner und einige kleinere Eisfiguren schmelzen weg.

46 Kilometer des Höhlensystems sind erforscht worden. Seit 1920 gibt es Führungen durch die Eisriesenwelt. Bewaffnet mit einer Karbidlampe und begleitet von einem Führer mit Magnesiumfackeln erkunden Sie einen Kilometer (1400 Stufen) des unbeleuchteten Gangsystems. Die Höhle ist zwischen dem 1. Mai und dem 26. Oktober geöffnet. Sobald die letzten Besucher die Höhle verlassen haben, wird das Eis gründlich gereinigt, damit alles in der neuen Saison wieder strahlend weiß leuchtet. Danach ist die Höhle wegen ihrer großen Höhe und Lawinengefahr sechs Monate lang für niemanden mehr zugänglich. eisriesenwelt.at

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© Christian Stemper 2012