Obertauern

Beatles, Schnee und Ski

Text: Emely Nobis / Bild: Tourismusverband Obertauern

Obertauern ist das höchstgelegene Skigebiet im Salzburgerland und die schneereichste Region in ganz Österreich. Das wussten schon die Beatles. Sie haben den Film Help! dort gedreht.

Beatles Statuen bei Kirchbühellift

Die Beatles brauchten sicherlich Hilfe, als sie am 13. März 1965 in Obertauern landeten, um den Film Help! zu drehen. Mit Ausnahme von John Lennon war keiner der Fab Four jemals auf Skiern gestanden. Doch nun mussten sie für ihre verrückten Abenteuer über Hügel springen und geschmeidig durch Schluchten und Baumgruppen gleiten. Also das funktionierte nicht. Nach ein paar Stunden konnten sie auf Skiern stehen und einige Meter geradeaus gleiten, ohne umzufallen – so waren zumindest die Nahaufnahmen gerettet.

Für die echten Skiaufnahmen waren Ersatzleute gefragt. Vier junge Männer aus dem Dorf und der Umgebung wurden jeweils einem „Beatle“ zugeteilt und jeden Morgen, wie John, Paul, Ringo und George, komplett mit Perücke, Sonnenbrille und (Zylinder-)Hut gekleidet. Bis zum 22. März – als die Band wieder aus Obertauern abreiste – verbrachten die Vier mehr oder weniger den ganzen Tag mit den Weltstars. „Am Anfang waren sie nicht sehr offen“, erinnert sich Herbert Lürzer (1943), der als Paul-McCartney-Doppelgänger eingesetzt worden war. „Erst als sie merkten, dass wir uns nicht aufdrängten und nicht einmal um ein Autogramm baten, entspannten sie sich und entwickelten wir eine Art Kameradschaft. Irgendwann wollten sie sogar nur mit uns Vieren am Tisch sitzen.

Privates Konzert

Beatles und ihre Doppelgänger: Wer ist wer?

Dass der damals 22-jährige Lürzer als Doppelgänger gefragt wurde, lag nicht nur an einer vagen Ähnlichkeit mit Paul McCartney, sondern auch daran, dass er Englisch sprach und daher als Dolmetscher fungieren konnte. „Meine Eltern hatten 1958 Land in Obertauern zur Bewirtschaftung gekauft. Ich war das sechste Kind und wollte kein Landwirt werden, also ging ich wie viele andere Österreicher in den fünfziger Jahren ins Ausland und arbeitete als Steward auf der Holland-Amerika-Linie, denn so konnte man viel Geld verdienen und lernte ich Englisch.“

Er kam zurück, nachdem seine Mutter sich 1961 den Oberschenkelknochen gebrochen hatte. Ich wollte dafür sorgen, dass sie ein anständiges Zimmer in einem guten Krankenhaus bekommt. Sie selbst war viel zu bescheiden, um dies zu fordern. Dann kam er im Winter immer wieder zurück. Er wurde zum Skilehrer ausgebildet und arbeitete in der örtlichen Skischule, als sein Chef an ihn herantrat und ihn fragte, ob er an einer Rolle als Ersatzmann für ein Mitglied einer englischen Band interessiert sei. Er kannte die Beatles zwar, „aber keiner von uns wusste, wie weltberühmt sie damals schon waren“.

Gleichzeitig stellten sie sich auch ein bisschen dumm, um die Gäste zu necken. Indirekt führte das sogar zum einzigen Beatles-Konzert auf österreichischem Boden überhaupt. Lürzer: „Am 18. März hatte einer der Regieassistenten Geburtstag. Das wurde in der Bar des Hotels Mariëtta mit einer Party für etwa vierzig Personen gefeiert. Die Tische bogen sich mit gutem französischem Cognac und wir hatten enorm viel Spaß. Irgendwann haben uns die Beatles gefragt, was wir von ihrer Musik halten. Da haben wir gesagt: ‚Ihr seid zwar nicht die Tiroler Spatzen, aber was wir gehört haben, klingt nicht so schlecht. Eure Rhythmen sind ziemlich gut‘. Als einer von ihnen fragte, ob wir gerne hätten, dass sie etwas für uns spielen und singen würden, sagten wir natürlich gerne. Das wurde ‚Yellow Submarine‘. Wir reagierten begeistert und mit viel Bravo, so dass sie ein weiteres Lied spielten und am Ende traten sie zwei Stunden lang auf. Sie mochten es, weil es so intim war, eigentlich ein Privatkonzert“.

Bettelnde Fans

Obertauern vor hundert Jahren

Für das Management der Beatles war Obertauern ein großartiger Drehort, weil es nahe am Salzburger Flughafen lag und gleichzeitig weit genug entfernt war, um die Massen hysterischer Fans auf Abstand zu halten. Dennoch waren etwa tausend von ihnen mit Bussen und Wohnmobilen angereist. Sie wurden von den Sicherheitsbeamten so gut wie möglich in Schach gehalten. Lürzer: „Jeder wollte sie fotografieren oder sich ein Autogramm holen. Das war eine echte Katastrophe für die Jungs. Es hat sogar uns gestört. Wenn wir irgendwo verkleidet herumliefen, dachten die Leute manchmal, wir seien die echten Beatles. Dann hatten wir den Löffel noch nicht im Kaffee oder jemand bettelte bereits um Ihr Autogramm.“

Was Obertauern auch so geeignet machte, war die Tatsache, dass es hier im März noch reichlich Schnee gibt. Tatsächlich ist es nach hundertjährigen Messungen der Österreichischen Hydrographischen Landesdienste das schneesicherste Wintersportgebiet Österreichs. Seit dies 2017 durch neue Forschungen bestätigt wurde, schmückt sich Obertauern mit dem Slogan ‚Wir sind Schnee‘. Ohne Schnee würde der Ort wahrscheinlich gar nicht existieren. Obertauern liegt auf dem höchsten Punkt des Radstätter Tauernpasses, der bereits von den Römern im Sommer als Nord-Süd-Verbindung genutzt wurde. Später ließen Bauern aus dem Tal ihre Kühe im Sommer hier weiden und bauten ein paar Hütten, um dort die Milch zu Käse und Butter zu verarbeiten. Seit dem Mittelalter gab es auch eine Pferdewechselstation (mit Übernachtungsmöglichkeiten) für die Pferdekutschen.

Erste Skifahrer

Die ersten Skifahrer kamen erst um 1900. Sie waren keine Wintersportler, sondern Gebirgsjäger, Soldaten, die hier im Rahmen ihrer Ausbildung das Skifahren erlernten. Für ihr schweres Gerät wurde der ehemals einfache Weg nach oben für den motorisierten Verkehr geeignet gemacht.

Der offizielle Wintertourismus begann im Dezember 1929. Von da an sorgte ein Raupenfahrzeug für eine regelmäßige Verbindung über den Pass. Der Alpenverein hatte dort bereits eine Hütte (das Seekarhaus) und baute nun auch das Hotel Tauernpaßhöhe. Mitglieder des Verbandes konnten hier übernachten, wenn sie in der Gegend Tourenski fahren wollten, da es damals noch keine Lifte und Pisten gab. Schöne Schwarz-Weiß-Bilder aus dieser frühen Zeit sind im Tourismusbüro von Obertauern zu sehen. Auffallend ist, dass die Wintersportler auf den Skiern relativ leicht bekleidet sind, manchmal sogar mit hochgekrempelten Ärmeln. „Man muss sich realisieren, dass man damals frühestens im März Skifahren ging“, erklärt Tourismusmanager Mario Siedler. „Mitten im Winter war es viel zu gefährlich. Wir befinden uns auf einer Höhe von 1740 Metern und das Skigebiet reicht bis auf etwa 2300 Meter. Es kann unter minus 20 Grad werden. Wenn Sie da in einen Schneesturm geraten, hätten Sie ein echtes Problem.“

Erster Aufzug

Wir sind Schnee

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Wintersport immer mehr in Mode. Siedler: „Die Menschen entdeckten Obertauern als ein Gebiet mit viel Schnee, so dass die Entwicklung zügig vorangetrieben werden musste. In den vierziger Jahren gab es hier fünf Hütten und zwei oder drei Hotels und für den Rest war es eine große weiße Ebene. In den fünfziger und sechziger Jahren wurde ein Hotel nach dem anderen gebaut. 1950 bekamen wir den ersten Schlepplift und 1962 war die moderne Straße fertig. Erst dann bekamen wir einen offiziellen Namen. Wir sind sozusagen aus dem Nichts in zwei Jahrzehnten entstanden“.

Das Dorf liegt noch immer wie ein riesiger Fleck in einer ansonsten unberührten Landschaft zwischen den Bergen. Dank seiner Lage oberhalb der Baumgrenze ist die Aussicht fast nirgends verbaut. Das Jahr 1965 war für Obertauern in jeder Hinsicht ein Wendepunkt. Am 2. März starben vierzehn junge schwedische und finnische Schulkinder, die in Obertauern einen Skikurs besucht hatten, als ihr Bus auf dem Weg ins Tal von einer Lawine verschüttet wurde und fünfzig Meter in die Tiefe stürzte. Das Unglück löste den Bau von Lawinengalerien und die Einrichtung eines Lawinenwarnkomitees aus, ein System, das später in ganz Österreich kopiert wurde. Nach dem Unfall verbot das Bildungsministerium Skikurse für Schüler in Obertauern. Das wäre der wirtschaftliche Genickschlag gewesen, wenn nicht kurz darauf die Beatles aufgetaucht wären und das Skigebiet dank all der positiven Gratiswerbung plötzlich auf der internationalen Landkarte erschienen wäre.

Imperium

Herbert Lürzer vor seinem Hotel Edelweiss

Nicht lange nach der Abreise der Beatles heiratete Herbert Lürzer und entschied sich, dauerhaft in Obertauern zu bleiben. In den letzten fünfzig Jahren baute er dort ein kleines Imperium mit mehreren Hotels, Restaurants, Après-Ski-Bars, einem Sportgeschäft, einer Skischule und einem Taxiunternehmen auf. Er kaufte auch das Hotel Edelweiß, in dem die Beatles während ihres Aufenthalts übernachtet hatten. Gäste können jetzt in einem der Zimmer der Beatles (502, 504, 506 und 507) übernachten, aber es sieht nicht mehr so aus wie damals. Im zeitgenössischen Alpenchic-Interieur verweisen nur die Bilder auf den kurzen Aufenthalt der Weltstars. Lürzer selbst verdiente an den Filmaufnahmen gutes Geld: „Jeder von uns bekam tausend Schilling pro Tag. Normalerweise musste ein Arbeiter dafür einen Monat lang arbeiten. Dazu kamen noch kostenlose Skier, Schuhe, Stöcke und Sonnenbrillen. Wir haben auch Journalisten, die uns als Beatles fotografieren wollten, um Geld gebeten. So gerissen waren wir schon. Es war leicht verdientes Geld.“

Er wird regelmäßig gefragt, ob seine Einkünfte damals das Startkapital seiner Firma waren. „Darüber kann ich nur lachen. Insgesamt erhielt ich vierzehntausend Schilling (etwa eintausend Euro, Anm. d. Red.). Selbst damals konnte man dafür noch kein Haus bauen. Meine Frau und ich gründeten ein kleines Gästehaus mit zehn Betten. Nach dem Tod meiner Eltern bauten wir ihre Almhütte in ein Hotel um und kauften dann nach und nach dazu. Ich hatte keinen Zuckeronkel, deshalb musste ich immer bei Bankmanagern betteln. Um groß zu werden, braucht man fünf Dinge: eine gewisse Risikobereitschaft, Fachwissen, eine gute Gesundheit, eine gute Familie und ein bisschen Glück. Wenn Sie einen von fünf nicht haben, geht es nicht.“

Inzwischen ist er in den Ruhestand gegangen und die verschiedenen Teile des Unternehmens werden von (Enkel-)Söhnen geleitet, also dass mit der Familie passt schon. Am 14. März 2015, fünfzig Jahre nach den Aufnahmen für Help!, enthüllte Lürzer vor dem Eingang des Hotels Edelweiss ein bronzenes Beatles-Denkmal als Erinnerung an den Ausflug der Fab Four in den Schnee. Nach ihrer Abreise aus Obertauern hörten die Doppelgänger (von denen drei noch am Leben sind) nie wieder etwas von den Beatles. Vor einigen Jahren, als Lürzer mit seinem Segelboot in einem italienischen Hafen war, kam er mit der Besitzerin des Segelbootes nebenan ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass die aus Liverpool stammte, also erzählte er ihr von seinen Tagen mit Paul McCartney. Lürzer: „Sie sagte: ‚Ist die Welt nicht klein? Ich habe ihn erst letzte Woche gesprochen, weil unser Garten an seinen grenzt‘. Natürlich habe ich sie gebeten, ihm die herzlichen Grüße von seinem „Doppelgänger“ aus Obertauern auszurichten.“

Après-Ski auf  höchstem Niveau

Obertauern bei Nacht

Das Skigebiet Obertauern liegt zwischen 1630 und 2313 Metern und ist von Ende November bis Anfang Mai schneesicher. Es gibt insgesamt 100 km Pisten (61 km blaue, 35 km rote und 4 km schwarze Pisten). Die schwarze Piste Gamsleiten II ist eine der steilsten und abenteuerlichsten Pisten in den Alpen, mit vielen hohen Buckeln und teilweise einer Steigung von 100%. Während der Tauernrunde (mit Kinderversion) können Sie auf allen Bergen Ski fahren und so das ganze Gebiet erkunden. Skitour Super Seven führt Sie an den sieben höchsten Punkten vorbei, mit Abfahrmöglichkeiten bei jedem Lift (Seekareckbahn, Panoramabahn, Hundskogelbahn, Plattenkarbahn, Schaidbergbahn, Gamsleitenbahn 2 und Zehnerkarbahn). Da ein großer Teil der Pisten eher einfach ist, ist das Skigebiet ideal für Familien, Anfänger oder Sportbegeisterte, die einen Vormittag auf den langen Pisten mit gutem Essen, Wellness und Après-Ski auf hohem Niveau verbinden möchten.

Obertauern verfügt über moderne Seilbahnen und Lifte. Die Grünwaldkopfbahn und die Zehnerkarbahn befördern auch Fahrgäste ohne Skiausrüstung zu Restaurants mit Sonnenterrassen. An der Edelweißbahn ist mehrmals in der Woche Nachtskilauf möglich.

Hotelketten suchen sie vergeblich in Obertauern. Die 150 Hotels werden alle von den 280 Einwohnern des Dorfes betrieben. Sie investieren mehr in Qualität als in Quantität, nicht zuletzt deshalb, weil das Skigebiet zum benachbarten Naturpark Seekarmoor nicht erweitert werden kann und wegen der Lawinengefahr nicht ausgebreitet werden kann. Alle Unterkünfte sind nur einen Steinwurf von den Pisten entfernt, und das Prinzip ‚Ski-in, Ski-out‘ gilt überall.

Informationen über die Lifte (Preise, Öffnungszeiten) und alle (Winter-)Möglichkeiten rund um die Lifte: ski-obertauern.at

Tipps &Adressen

Allgemein

Obertauern ist keine eigene Gemeinde, sondern erstreckt sich über das Gemeindegebiet von Untertauern und Tweng, den beiden Talorten beiderseits des Radstätter Tauernpasses. Darüber hinaus liegt es zwischen den Regionen Pongau im Norden und Lungau im Süden. Das Tourismusbüro steht buchstäblich auf der Grenze. Hier finden Sie Informationen über Unterkünfte, Wintersporteinrichtungen und Veranstaltungen: Pionierstraße 1, obertauern.com, #loveobertauern

In Obertauern gibt es mehrere Skischulen. Die CSA Ski- und Snowboardschule Silvia Grillitsch (ehemalige Meisterin im Demonstrationsskifahren) ist als die Qualitätsschule bekannt und bietet zahlreiche Skikurse für Kinder an. Römerstraße 53, skischule.co.at

Unterkunft, Essen & Trinken

Lürzer

Die Familie des Paul Mc. Cartney-Doppelgängers Herbert Lürzer hat in Obertauern ein kleines Imperium mit mehreren Hotels, Restaurants, Après-Ski-Bars, Geschäften und sogar einem Taxidienst aufgebaut. Im Hotel Edelweiss (mit Wellness-Einrichtungen) können Sie in einem Beatles-Zimmer schlafen; es gibt auch eine Reihe moderner, luxuriöser Suiten, jede mit eigenem Kamin und Sauna. Das Restaurant Steinbock neben dem Hotel (innendurch zugänglich) ist ein kulinarischer Hotspot mit zeitgenössischer alpiner Einrichtung, entspannter Atmosphäre und klassisch regionaler Speisekarte. Partystimmung und gutes Essen bietet die Après-Ski-Hütte Lürzer Alm – im Stil einer mehrstöckigen Almhütte. Mit internationalem Publikum und Disco-Atmosphäre. Freudenhaus Taxi bietet Transport zum Flughafen, Bahnhof oder Nachtleben. Informationen/Adressen: luerzer.at

Seekarhaus

Eines der ältesten Häuser in Obertauern wurde im Jahr 2000 zu einem modernen Fünf-Sterne-Hotel umgebaut, wobei in der Fassade noch die Steine des Vorgängerhauses erhalten sind. Im Besitz der Familie von Gerhard Krings, den Doppelgänger von George Harrison. Eine Erinnerung daran ist die Beatles Bar mit zahlreichen Erinnerungsstücken. Seekarstraße 3, seekarhaus.at

Latsch’n Alm

Authentisches Restaurant und Après-Ski-Hütte im Herzen von Obertauern mit einer großen Sonnenterrasse direkt an der Piste und oft Life-Musik. Auf der Speisekarte steht eine große Auswahl an regionalen und internationalen Gerichten. Spezialität ist der Tartarenhut, eine Art Fleischfondue. Mozartgasse 2, latschnalm.at

Gamsmilchbar

Mit einer Höhe von 2200 Metern ist dies die höchstgelegene Skihütte in Obertauern. Erbaut 2016 an der Stelle der alten Gamsmilch-Bar mit Wintergarten und großen Panoramafenstern. Das Rezept für die legendäre Original Gamsmilch ist geheim, aber die Tatsache, dass die Gamsmilch mit Alkohol ‚verdünnt‘ wurde, ist klar, wenn man sie probiert. Auf der Speisekarte stehen vor allem kleine Gerichte wie Suppe, Sandwiches und Flammkuchen. Bergstation Zehnerkarbahn, gamsmilchbar.at

Sehen & Erleben

Idyllische Gnadenalm

Pferdeschlitten auf der Gnadenalm

Vor langer Zeit erhielten acht größere Bauernfamilien im Taurachtal vom damaligen Erzbischof von Salzburg eine Alm auf halbem Wege zwischen Untertauern und Obertauern als Geschenk (Gnaden). Bis zum heutigen Tag sind sie die Besitzer dieses wunderschönen Naturschutzgebietes. Für diejenigen, die im Winterurlaub nicht (immer) Skifahren wollen, bietet die Alm Winterwanderwege, 15 Kilometer Langlaufloipen, eine 1,5 Kilometer lange, beleuchtete Nachtrodelbahn und eine Eisstockschießbahn. Eine Pferdeschlittenfahrt ist sehr zu empfehlen. Der von Haflinger- oder Norikerpferden gezogene Schlitten bringt Sie von der Vorgnadenalm durch das Tal zur Hintergnadenalm und über die gegenüberliegende Talseite wieder zurück. Eine Stunde pure Romantik durch eine wunderschöne, unberührte Winterlandschaft mit schneebedeckten Nadelbäumen als gigantische Skulpturen. Unterwegs verwöhnt Sie der Kutscher mit einem wärmenden Schnaps. Zurück auf der Gnadenalm (wie die Hütte auf der Alm auch heißt) können Sie den Tag mit (Käse-)Fondue, Kaiserschmarren oder einem der Schnäpse des Hauses ausklingen lassen. Die letzte Pferdeschlittenfahrt im Winter findet um 21.00 Uhr statt. Angesichts der Beliebtheit dieses Ausflugs ist eine Reservierung erforderlich: gnadenalm.com

Historische Ausstellung

Das Haus des Gastes im ersten Stock des Tourismusbüros in Obertauern (Pionierstraße 1) beherbergt die Dauerausstellung 100 Jahre Skilauf in Obertauern mit 350 Fotos, Filmaufnahmen und Objekten über die Entwicklung Obertauerns zwischen 1896 und 2005. Geöffnet von Montag-Freitag, 8-16.00 Uhr.

Beatles-Statuen

Seit 2015 steht am Kirchbühellift eine Beatles-Statue. Die Fab Four stehen Seite an Seite auf dem Wort Beatles und strecken ihre Arme aus, so wie auf dem Cover von ‚Help!‘. Eine zweite bronzene Beatles-Statue steht vor dem Hotel Edelweiss (Römerstraße 75). An der Grünwaldkopfbahn (Römerstraße 14) schließlich steht ein Konzertflügel aus Stahl mit dem eingravierten Wort Help! als Erinnerung an den Flügel, der für die Filmaufnahmen aus dem Hotel Mariëtta in den Schnee geschleppt wurde.

Friedhof der Namenlosen

Dieser Friedhof im Herzen von Obertauern wurde 1515 vom Bischof von Chiemsee geweiht. Dort sind Menschen bestattet, die auf ihrer Reise über den Pass, meist infolge von Lawinen, ums Leben kamen. Der Friedhof verdankt seinen Namen der Tatsache, dass die Verstorbenen oft unbekannt blieben. Sie erhielten ein anonymes Grab mit einem Kreuz. Heutzutage wird ein Teil des Friedhofs als ‚gewöhnlicher‘ Friedhof genutzt.

Veranstaltungen

Gamsleiten-Kriterium

Schatzjagd im April (Ostermontag) an den Flanken des Gamsleitenspitzes, wo Gutscheine für kleine und große Preise in Schatztruhen im Schnee versteckt sind. Jedes Jahr nehmen über tausend Personen teil; der Hauptpreis ist ein BMW. Informationen und Tickets im Tourismusbüro oder über obertauern-tickets.com

Krampus

Jedes Jahr im Dezember ziehen etwa hundert teuflische Krampusse durch die Straßen von Obertauern um unartige Kinder (und Erwachsene) zu bestrafen. Nach dem Umzug dieser maskierten, in Ziegen- oder Schafsfell gekleideten Kreaturen gibt es im Zentrum eine große Afterparty mit Musik.obertauern.com