Kufstein: Die Perle Tirols

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Kufstein in Tirol, in einem berühmten Lied aus dem Jahr 1947 als „die Perle Tirols“ gepriesen, wird diesem Ruf auch heute noch gerecht. Wo man auf einer Städtereise hier sein soll und was man sehen kann.

Kennst du die Perle, die Perle Tirols.
Das Städtchen Kufstein, das kennst du wohl.
Umrahmt von Bergen, so friedlich und still.
Ja, das ist Kufstein, dort am grünen Inn.

So die erste Strophe des Kufstein-Liedes, 1947 vom Tiroler Karl Ganzer komponiert. Weltberühmt wurde es durch eine Aufnahme des bayerischen Sängers Franzl Lang aus dem Jahr 1968. Seine Darbietung des jodelnden Refrains sorgt immer noch für Gänsehaut. Ganzer (1920-1988) war ein musikalischer Autodidakt, der regelmäßig mit seinem Akkordeon im traditionsreichen Gasthaus Auracher Löchl in Kufstein auftrat. Jetzt wird er mit einem Denkmal in der Nähe des Auracher Löchls in der mittelalterlichen Römerhofgasse geehrt, einer engen Gasse mit historischen Häusern voller kunstvoller Fassadenmalereien.

Kufstein wird seinem Ruf als „Perle Tirols“ bis heute gerecht. Oder vielleicht wieder. Die historische Stadt am Inn entpuppt sich als attraktiv lebendig. Auf der einen Seite der Römerstraße gehen Sie durch ein Tor im teilweise erhaltenen Eckturm der Stadtmauer zum Inn. Die Brücke über diesen Fluss, mit einer Statue des Brückenheiligen Nepumuk, führt zum Bahnhof Kufstein und zum Seengebiet außerhalb der Stadt. Die andere Richtung führt in das lebhafte Stadtzentrum mit schönen Plätzen, modernen Boutiquen und einladenden Cafés und Restaurants.

Was sollten Sie während Ihres Aufenthalts hier nicht verpassen?

Unterer und Oberer Stadtplatz

Auf dem gemütlichen Unteren Stadtplatz (Fußgängerzone) findet im Sommer jeden Samstagvormittag ein kostenloses Open-Air-Konzert statt. Die vielen Restaurants und Geschäfte hier sind in pastellfarbenen Bürgerhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert untergebracht. Sie sind im typischen Inn-Salzach-Stil erbaut, wobei mehrere Häuser durch ihre gemeinsame Front und die hinter einer erhöhten Fassade verborgenen Dächer ein geschlossenes Ensemble bilden. Infolgedessen scheinen sie rechteckig und palastartig zu sein. Am Ende des Platzes erhebt sich das monumentale Rathaus aus dem 16. Jahrhundert; auf dem gelben Treppengiebel befindet sich unter anderem ein Bild von Kaiser Maximilian I., der 1504 die Stadt eroberte. Der Eingang zum Rathaus befindet sich am Oberen Stadplatz. Sehenswert an diesem Platz sind ein beeindruckendes Jugendstilhaus (Eggergebäude) und das prächtige Sparkassengebäude von 1907.

Das Einkaufsangebot Kufsteins konzentriert sich auf den Bereich zwischen dem Oberen Stadtplatz und der Kaiserbergstraße. Ein schönes Tiroler Modehaus ist Feucht (Oberer Stadtplatz 7/10). Das originelle Naschwerk verkauft Schokolade, Bademode und Dessous (Kaiserbergstraße 3). In Gitta’s Wohnen & Lifestyle Bistro gibt es lustige (Wohn-)Accessoires und Sie können dort Kaffee trinken (Unterer Stadtplatz 31). Bücher, CDs, DVDs und Kaffee sind im Buchcafé (Unterer Stadtplatz 25) und im Feinkost Weninger, dem Geschäft von Thomas Weniger und seiner Mutter Brigitte, erhältlich. Brigitte Weniger ist die Autorin von Kinderbüchern über das Kaninchen Paulchen, die Katze Nina und das Nachtgespenst Piep (Kaiserbergstraße 23).

Der Untere Stadtplatz ist auch Start- und Endpunkt eines Rundgangs durch den historischen Stadtkern, der in einer Stunde an 23 Stationen mit Informationstafeln über die Geschichte Kufsteins vorbeiführt. Hier finden Sie auch das Fremdenverkehrsbüro (unter der Nummer 11).

Festung Kufstein

Das Wahrzeichen der Stadt ist die Festung Kufstein, die wie eine Akropolis auf einem Berg über der Stadt thront. Sie zeugt von der kriegerischen Vergangenheit Kufsteins. Bayern, Tirol und die Habsburger konkurrierten jahrhundertelang um den Grenzort an der Verkehrsader Inn, wegen seiner strategischen Lage und der Einnahmen aus Einfuhrzöllen und Mautgebühren. Im Jahre 1504 wurde Kufstein von Kaiser Maximilian I. von Österreich vom bayerischen Burgkommandanten Hans van Peinzenau mit Hilfe der Riesenkanonen Purlepaus und Weckauf erobert. Er reparierte die Schäden und baute die damals drei Jahrhunderte alte Burg zu einer großen Festung aus. Sie können mit dem Aufzug hinauffahren oder über eine überdachte Holztreppe aufsteigen. Der Innenhof auf der Südseite ist heute eine Musikarena. Im Sommer gibt es hier fast jeden Tag Konzerte: von Klassik bis Pop. Die Festung selbst beherbergt mehrere Museen, das ehemalige Gefängnis im Kaiserturm und die Heldenorgel, mit 4300 Pfeifen und 36 Registern die größte Freiluftorgel der Welt. Es wird täglich um die Mittagszeit gespielt. Sie können den Organisten auf dem Platz am Eingang beobachten. Dieses Heldenorgel-Konzert (zu Ehren der Opfer des Ersten Weltkriegs) ist in der ganzen Stadt zu hören.

Kaiserberg

Es gibt nichts Besseres während eines Wochenendes in Kufstein, als ein paar Stunden in den Bergen zu verbringen. Das ist sehr einfach. Vom Zentrum aus können Sie in zwanzig Minuten zum Kaiserlift am Fuße des Kaisergebirges wandern (Oberes Sparchen 17). Der Sessellift bringt Sie zum Wilden Kaiser auf 1200 Meter Höhe, einem Naturschutzgebiet mit zahlreichen Wanderwegen. Einfach nur die Aussicht genießen? Der kürzeste Weg führt zum Weinbergerhaus (Stadtberg 8), wo der hausgemachte Apfelstrudel mit Vanillesauce beeindruckend groß ist und Sie von der Terrasse aus einen weitreichenden Blick über das Inntal und die Berge bis nach Bayern haben. Kaiserlift und Weinbergerhaus sind vom 1. Mai bis 31. Oktober geöffnet.

Römergasse und Auracher Löchl

Das traditionsreiche Gasthaus Auracher Löchl in der Römergasse, dem Geburtsort des Kufsteiner Liedes, existiert noch immer. Die klassische Stube, die mit dunklem Holz verkleidet ist, ist glänzend poliert, aber in ihrer früheren Pracht belassen. Dank Loungestühlen, hippem Geschirr, modernen Gerichten und flottem Service ist die Atmosphäre immer noch überraschend zeitgemäß. Die Spezialität des Hauses ist trocken gereiftes Rindfleisch.

Direkt unter dem Restaurant können Nachtschwärmer in den Stollen 1930 gehen, eine Cocktailbar mit dem Flair der 1930er Jahre. Das dunkle Kellergewölbe, 1409 als Bierkeller in den Felsen gehauen, ist ein Muss für Gin- und Tonic-Liebhaber. Sie können aus über sechshundert verschiedenen Gin-Marken wählen.

Auf der anderen Straßenseite können Sie im Boutique-Hotel Träumerei #8 direkt ins Bett gehen. Jedes Zimmer hier trägt den Namen einer anderen (Welt-)Stadt oder eines anderen Landes (wie Amsterdam, Kuba oder Kufstein) und ist in passender Atmosphäre stilvoll dekoriert, teilweise mit Souvenirs, die die Besitzer selbst von ihren Reisen mitgebracht haben. Die Träumerei #8 gehört wie das Restaurant Auracher Löchl und die Ginbar Stollen 1930 zum Imperium von Richard Hirschhuber. Nachdem er das Hotel 2003 von seinem Vater übernommen hatte, katapultierte er es mit viel Liebe zum Detail in unsere Zeit. Zumindest das Innere, denn das Äußere steht unter Denkmalschutz. Das Frühstücksbuffet im Bistro mit Blick auf den Inn ist opulent und köstlich.

Nähmaschinen-Museum

Josef Madersperger (1768-1859), Nachfahre einer Schneiderfamilie in Kufstein, gilt als einer der Erfinder der Nähmaschine. In seinem Geburtshaus in der Kinkstraße 16 ist ein kleines (kostenloses) Museum über den Mann und die Geschichte der Nähmaschine eingerichtet worden.

Motorikpark

Kufstein liegt auf beiden Seiten des Inns, zwischen den Hausbergen Pendling und Maistaller im Westen, dem Kaisergebirge im Osten, dem Thierberg im Norden und dem Kufsteiner Wald im Süden. Am Rande des Naturparks „Wilder Kaiser“, der auch zahlreiche Wandermöglichkeiten bietet, liegt der Motorikpark: ein Bewegungspark im Freien mit 18 Stationen, in dem insgesamt 33 verschiedene Fitnessübungen wie Krafttraining, Bauchmuskeltraining oder motorisches Training durchgeführt werden können. Spaß für Jung und Alt.

Riedel

In der Tiroler Glashütte des Glasunternehmens Riedel in Kufstein werden Glaswaren wie gewohnt mundgeblasen. Sie können es sich hier während einer Führung anschauen.

Hotel Tirol in Fiss Hotel Tirol
Schwimmteich Gradonna Mountain Resort
Ruheraum Hotel Post
Das THERESA im Winter Das THERESA
Verdrängung der Lärchwiesen
Crystal Cube
Hauptplatz Villach
Dorferbachwasserfall
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