Albin Egger Lienz

ANTI-KRIEGS-KÜNSTLER

Text: Emely Nobis

Albin Egger-Lienz (1868-1926) ist einer der führenden bildenden Künstler Österreichs aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. In Lienz begegnen Sie ihn überall.

Links: Albin Egger-Lienz, Rechts: Kriegsfrauen © Museum Schloss Bruck

Albin Egger-Lienz ist kein Maler schöner Szenen. Seine kühnen Bergbauern und Landarbeiter sind der Kampf für das tägliche Leben. Ingenuin Albuin Trojer – wie er eigentlich hieß – wurde als uneheliches Kind einer Bauerntochter und eines Fotografen/Malers aus Lienz geboren. In dieser Stadt besuchte er die Knabenvolksschule und erhielt seinen ersten Malunterricht im Atelier/Fotostudio seines Vaters Georg. Er ist auch in der Kriegergedächtniskapelle unter einem der vier Fresken begraben, die er selbst für diese Kapelle gemalt hat, die Teil eines Denkmals zur Erinnerung an die Opfer des Ersten Weltkriegs ist.

Seine Bilder sind in Museen in Wien und Tirol zu sehen (z.B. Schloss Bruck in Lienz). Dass Egger-Lienz weniger bekannt ist als andere österreichische Maler seiner Zeit (wie z.B. Schiele und Klimt), hat damit zu tun, dass die Nazis das Werk des damals verstorbenen Künstlers umarmt haben. Ab 1941 lehnten sie sein Werk korrekterweise ab, aber diese anfängliche Aneignung blieb ihm lange Zeit zu Unrecht verwehrt. Umso ärgerlicher, weil seine Bilder Gewalt überhaupt nicht verherrlichen. Seine Szenen aus dem Tiroler Freiheitskampf und aus dem Ersten Weltkrieg (als er als Kriegsmaler in der Armee tätig war) können in ihrer Rohheit und existentiellen Düsternis eher als Antikriegsbilder interpretiert werden. Die Blinden (1918), Totentanz (1921) und Kriegsfrauen (1918-1922) sind eindrucksvolle Beispiele dafür.

Katwijk

Albin Egger-Lienz verließ Lienz im Alter von sechzehn Jahren für die Kunstakademie in München und lebte später in Wien und Bozen, aber die bleibende Verbundenheit mit dem Ort seiner Jugend zeigt sich in der Tatsache, dass er seinem Namen „Lienz“ hinzufügte. Seine Kunst entwickelte sich von Porträts und Geschichtsstücken zu eher symbolischen Werken, aber er arbeitete immer nach realen Vorbildern weiter, und er malte nicht einmal einen Laib Brot oder einen Hut, ohne das physische Objekt vor sich zu sehen.

Albin Egger-Lienz benutzte Kaseinfarbe anstelle von Ölfarbe, weil sie nicht so ‚dumm‘ glänzte. Sie verleiht seinen Gemälden eine kalkhaltige, nüchterne Patina. Obwohl er vor allem von der gebirgigen Landschaft und der Geschichte Tirols inspiriert wurde, sind auch einige typisch holländische Szenen von ihm erhalten geblieben. Zwischen 1911 und 1913 hielt er sich mehrmals in Katwijk auf, weil sein Sohn dort in einer Kur war. Dort malte er unter anderem das Meer und den Leuchtturm von Katwijk.

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