Bierstadt Freistadt

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Die Hausbesitzer von Freistadt (Oberösterreich) gründeten 1777 eine gemeinsame Braukommune. Wie das Bier eine Festungsstadt zum Blühen brachte und noch immer Leben in die Brauerei bringt.

Brunnen am Hauptplatz

Die Biergeschichte von Freistadt beginnt eigentlich um 1220, als die Stadt vom Babenberger Leopold VI., Herzog von Österreich, gegründet wurde. Neben einem Grundstück für den Bau eines Hauses, lockte er mit zahlreichen Privilegien Einwohner in seine neue Stadt. So wurde jeder, der sich in Freistadt niederließ – wie der Name schon sagt – ein freier Bürger: frei von Steuern.

Brauprivileg

Bierkeller

Die Bürger erhielten auch ein Brauprivileg: das Recht, ihr eigenes Bier zu brauen. Leopold VI. tat dies nicht aus der Güte seines Herzens. „Es war reine Notwendigkeit“, erklärt Kurator Fritz Fellner vom Schlossmuseum in Freistadt. „Ohne diese Privilegien wäre niemand freiwillig hierhergekommen. Dieses Gebiet war eine Wildnis: ein unfruchtbares und kaltes Steppengebiet mit einem rauen Klima.“

Dennoch wollte Leopold dort eine Stadt gründen, weil sie an einer wichtigen Handelsstraße von Oberösterreich nach Böhmen liegt. Fellner: „Damals war es üblich, einen Handelsposten einzurichten, um jeweils nach einem Tagesmarsch – damals etwa vierzig Kilometer – die Pferde zu wechseln und die Nacht verbringen zu können. Freistadt musste so eine Zwischenstation auf der für ihn wichtige Handelsroute von Enns nach Budweis im heutigen Tschechien werden.“

Um eine gute Aussicht auf die Umgebung zu haben, wurde Freistadt auf einem Hügel gebaut. Der rechteckige Grundriss mit geraden Straßen, die für das 13. Jahrhundert relativ breit waren, weist auf den geplanten Grundriss hin. Das Schloss (13), in dem heute das Schlossmuseum untergebracht ist, liegt in der Stadt. Es wurde zwischen 1363 und 1398 im Rahmen der Stadtbefestigung erbaut. Ein Fürst hat dort nie gelebt; es diente als Sitz des Verwaltungsapparates der Herrschaft Freistadt.

Klaus Fürst-Elmecker © Mühlviertel Kreativ

Der Wert des Brauprivilegs der Freistädter darf nicht unterschätzt werden. In einem Umkreis von acht Kilometern um die Stadt durfte nur Freistädter Bier ausgeschenkt werden und niemand anders durfte Bier brauen. Infolge dieses Protektionismus gab es keinen Wettbewerb und einen garantierten Markt. Klaus Fürst-Elmecker, Gemeinderat für Kultur und Erbe, steigt mit uns hinab in die Bierkeller von Freistadt. Sie befinden sich überall unter den Straßen und Plätzen und haben manchmal bis zu drei Stockwerken. Es wurde also einiges gebraut. Auch der relativ große, rechteckige Marktplatz mit Platz für mindestens achtzig Pferde zeugt von einem regen Handel.

Die Türme von Freistadt

Stadtgraben, Burg und Rathausturm

Später spaziert Fürst-Elmecker mit uns entlang der Stadtmauer, die zwischen 1389 und 1393 erbaut wurde. Sie ist fast zwei Kilometer lang, acht Meter hoch und zwei Meter dick. „Es ist mir ein Rätsel, wie sie das innerhalb von vier Jahren geschafft haben“, staunt Fürst-Elmecker immer noch. „Die Menge der Steine reicht für sechstausend Lastwagen, während damals alles mit Ochsenwagen transportiert werden musste.“

Zusätzlich zu den fast vollständig intakten Mauern sind sechs Verteidigungstürme erhalten geblieben. Das Ganze umarmt das historische Stadtzentrum als Schutzmantel. An die innere Stadtmauer sind nun Häuser gebaut worden. Rund um die äußere Stadtmauer und im ehemaligen Stadtgraben wurde ein Promenadenweg mit einem schönen Park, Fußwegen, Ruhebänken und Spielplätzen angelegt.

Freistadt ist eine der wenigen Städte Österreichs, in der die mittelalterlichen Befestigungsanlagen noch fast vollständig erhalten sind. Die ältesten Türme, das Linzertor im Süden und das Böhmertor im Norden, wurden schon beim Bau der Stadt als Eingangstore gebaut. Das quadratische Linzertor wurde um 1485 im gotischen Stil auf 28 Meter erhöht. Nach einem Brand 1885 sind nur noch die Außenmauern des Böhmertors erhalten. An der Ostseite der Stadt ragt der vorspringende Weyermühlturm (14. Jh.) heraus. Von hier aus wurde die Mühle bewacht, um Versorgung der Bürger mit Mehl und Brot während der Belagerungen sicher zu stellen. Im Westen steht der runde Dechanthofturm oder Pulverturm mit einem markanten Spitzdach. Das 1440 errichtete Gebäude ist der jüngste Teil der Stadtbefestigung. Der Schmidingerturm oder Bürgerkorpsturm im Südwesten fällt durch seine halbkreisförmige, hinten abgeflachte Form auf. In diesem Turm ist der Bürgerkorps zuhause: 1132 zum Schutz der Freistädter Kaufleute (also einer Art Miliz) gegründet und mit Unterbrechungen auch heute noch aktiv.

Scheiblingsturm

Wie das Böhmertor wurde auch der rechteckige Salzhofturm auf der Westseite der Stadt bei einem Brand fast vollständig zerstört. Teile davon wurden jedoch beim Bau des Kulturzentrums Salzhof freigelegt. In der nordwestlichen Ecke schließlich, entlang der inneren Stadtmauer, steht der runde Scheiblingsturm mit seinem ehemaligen Kerker. Neben diesen Wettertürmen steht auf der Südseite des Stadtgrabens auch der Rathausturm von 1520.

Im Mittelalter diente die Stadtmauer vor allem dem Schutz der finanziellen Interessen von Fürsten und Bürgern. Dank des so genannten Stapelrechts war jeder Kaufmann, der durch die Stadt kam, verpflichtet, seine Ware hier drei Tage lang zu einem festen (zu niedrigen) Preis anzubieten. Fürst-Elmecker: „Wer sich weigerte, erhielt nicht die notwendigen Papiere für den Grenzübertritt nach Böhmen. Manchmal versuchte ein Konvoi, die Stadt zu umgehen, aber wenn dies von Freistädter Spionen entdeckt wurde, nahmen sie ihnen einfach die ganze Ware ab. Zudem gab es einen Straßenzwang, der bestimmte, dass die Händler nur über feste Routen von und nach Freistadt fahren durften. In der Folge waren böhmische Händler beispielsweise gezwungen, ihr Salz ausschließlich in Freistadt zu kaufen – was natürlich zu exorbitanten Preisen führte. Das machte die Freistädter besonders unbeliebt. Sie befanden sich in ständigem Konflikt mit den umliegenden Städten, konnten aber lange Zeit jedem Angriff widerstehen“.

149 Bierstuben

Barockensemble am Hauptplatz

Die Blütezeit von Freistadt fand zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein eher abruptes Ende. Während des Dreißigjährigen Krieges brach der Handel zusammen, und 1626 wurde die Stadt von aufständischen Bauern geplündert. Nach den Babenbergern kamen die Habsburger an die Macht. Sie leibten Böhmen 1620 ein und Freistadt verlor seine Bedeutung als Grenzstadt. Außerdem nahmen sie den Freistädter Bürgern nach und nach alle Privilegien weg.

Bürgerkorpsturm und Brauhaus (links)

Als Bierstadt verlor Freistadt seine Bedeutung, als immer mehr Städte ein Brauprivileg erhielten und der Kaufzwang abgeschafft wurde. Außerdem wurde die Qualität des Bieres immer schlechter. Dies hatte alles damit zu tun, dass das Freistädter Bierprivileg nicht an Personen, sondern an 149 Häuser innerhalb der Stadtmauer gebunden war. Wenn eines dieser Häuser verkauft wurde, gingen die Braurechte auf den neuen Besitzer über. Dies war während der Gegenreformation im 16. Jahrhundert massenhaft geschehen, als viele protestantische Bürger vertrieben und Katholiken in ihre Häuser gezogen waren. Klaus Fürst-Elmecker: „Die Protestanten machten zwar nicht die Mehrheit der Bevölkerung aus, aber sie waren die besseren Bierbrauer. Mit ihnen verschwand viel technisches Wissen, mit der Folge, dass das Bier einen schlechten Ruf bekam und kaum noch Geld damit verdient wurde. Außerdem kam im 18. Jahrhundert die Konkurrenz des neuen Pilsners aus Böhmen. Irgendwann wurde klar, dass es so nicht weitergehen konnte.“

Die 149 Hausbesitzer mit Braurecht beschlossen, eine Braugemeinschaft zu gründen und das Brauen aus ihren Häusern in eine professionelle Brauerei zu verlagern. Das geschah damals auch anderswo, aber heute ist die Freistädter Braukommune die letzte in Europa.

Ewald Pöschko © Niklas Stadler

Wir verlassen die Altstadt über das Linzertor, nehmen die Promenade entlang der Stadtmauer  und gehen hinüber zu dieser Braukommune. Während der Bauzeit (1780-1790) befand sich diese auf der ‚Grünen Wiese‘, wie die unbebauten Stadtrandgebiete in Österreich genannt werden. Schließlich gab es dort noch genügend Platz, um ein großes Gebäude zu errichten. „Im Rückblick eine zukunftsweisende Entscheidung“, sagt Geschäftsführer Ewald Pöschko. „Viele Brauereien, die in den historischen Innenstädten blieben, hatten irgendwann keinen Platz mehr und mussten sich in Industriegebiete außerhalb der Stadt niederlassen. Deshalb haben sie auch nicht so schöne Räumlichkeiten wie wir jetzt. Es ist der bedeutendste barocke Industriebau Oberösterreichs. Es befindet sich noch immer in seinem ursprünglichen Zustand, weil nie etwas hinzugefügt, umgebaut oder abgerissen wurde. Wir haben allein 105 Kreuzgewölbekeller.“ Pöschko erklärt, dass die Brauerei auch deshalb so riesig ist, weil in der Vergangenheit ab Herbst die gesamte Gerstenernte für das  ganze Jahr gelagert werden musste.

Braugasthof

Braugasthaus

Wir fragen, ob es für ihn als Manager nicht schwierig ist, mit 149 Hausbesitzern als Chefs zu arbeiten. Die Statuten sind inzwischen so geändert worden, dass die Brauerei wie jedes moderne Unternehmen funktionieren kann. Wenn er es wirtschaftlich für sinnvoll hält, kann er gegebenenfalls auch unpopuläre Entscheidungen treffen. Dies war zum Beispiel der Fall, als er 2013 einen großen Braugasthof in einigen leeren Kellern eröffnen wollte. Die Eigentümer waren massiv dagegen, vor allem diejenigen mit einem eigenen Gastronomiebetrieb. „Ich habe versucht, sie davon zu überzeugen, dass wir ihnen nicht die Gäste stehlen, sondern gemeinsam ein neues Publikum anziehen würden. Jede Stadt braucht Hotspots, um Touristen anzuziehen. Am Ende hielt ich trotz aller Proteste durch und ging ein Jahr lang weniger in Bars und Restaurants, weil mich niemand mehr mochte. Aber ich hatte Recht. Alle Gastronomen haben jetzt einen höheren Bierumsatz als zuvor. Alle profitieren davon. Wenn es viel regnet, werden alle nass. Wir sorgen dafür, dass es viel regnet. In der Zwischenzeit haben auch die Eigentümer erkannt, dass es gut ist, dass ich mich nicht um sie gekümmert habe.“

Kunst im Brauhaus

Er betont, dass die einzigartige Rechtsform auch große Vorteile hat. „Niemand kann seine Braurechte verkaufen oder mitnehmen, wenn er umzieht. Das schützt uns vor möglichen Übernahmen durch die Brauunionen dieser Welt. Schließlich können sie niemals das gesamte Stadtzentrum aufkaufen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Eigentümer zwar eine geringe Gewinnausschüttung erhalten, aber ohnehin niemand davon leben kann. Wir sind kein kapitalistisches Unternehmen und glauben nicht an dauerhaftes Wachstum. Wir sind zufrieden mit dem, was wir haben, und halten es für wichtig, weiter in die Brauerei zu investieren, damit sie für künftige Generationen erhalten bleibt.“

Niemandsland

Nach einer Brauereibesichtigung und einer Verkostung von Freistädter Bieren im Braugasthof spazieren wir in Begleitung von Klaus Fürst-Elmecker zurück in die Altstadt. Die meisten Häuser stammen aus dem Mittelalter und der Renaissance. Das Haus Waaggasse 13, mit einem tiefen Tor und einem vorspringenden Erker, gilt als eines der schönsten gotischen Häuser der Stadt. Der Böckhof (Samtgasse 8) hat den schönsten Renaissance-Hof der Stadt mit Arkaden, verzierten Backsteinsäulen und Steinrahmen um Fenster und Türen.

Hinter vielen der farbenfrohen Barockfassaden am Hauptplatz – die fast alle unter Denkmalschutz stehen – verbergen sich oft auch ältere Gebäude. Die Pfarrkirche am Hauptplatz ist eine sichtbare Verbindung von Gotik und Barock. Noch überraschender ist, dass bei der Renovierung des Gebäudes der Volkskreditbank (Hauptplatz 2) die ursprüngliche Renaissance-Fresken aufgetaucht sind.

Die Renovierung erfolgte im Jahr 2013, als dank einer erheblichen Förderung des Landes Oberösterreich das gesamte Stadtzentrum in Angriff genommen werden konnte. „Man könnte es als überfälligen Unterhalt bezeichnen. Wegen seiner Lage an der Grenze zur Tschechischen Republik war Freistadt ab 1951 ein Niemandsland entlang des Eisernen Vorhangs zwischen dem West- und dem Ostblock. Niemand wollte hier investieren“, sagt Fürst-Elmecker. Bis weit in die 1960er Jahre waren die Straßen und Plätze nicht asphaltiert und es gab nicht einmal eine Kanalisation. Die Fäkalien wurden direkt in die Straßenrinne entsorgt. Die flüssigen Teile gelangten schließlich in den Stadtgraben. Die festen Elemente wurden von einer Frau als Dünger für die Gärten gesammelt.“

„Im Nachhinein ein Glück, dass niemand investieren wollte“, ist seine rückblickende Schlussfolgerung. „Infolgedessen ist hier nichts abgerissen, und der Kahlschlag, der so viele andere Städte in den sechziger und siebziger Jahren ruiniert hat, ist an uns vorübergegangen. Tatsächlich ist er selbst über die Renovierung von 2013 nicht ungeteilt begeistert. „Es ist fast zu schön geworden. Um ehrlich zu sein, vermisse ich die Patina der Vergangenheit ein wenig.“

Freistadt: Türme und Tore

Freistadt ist eine der wenigen Städte Österreichs, in der die mittelalterliche Stadtbefestigung noch fast vollständig erhalten ist. Die ältesten Türme, das Linzertor (1) im Süden und das Böhmertor (15) im Norden, wurden bereits beim Bau der Stadt als Tore errichtet. Das quadratische Linzertor wurde um 1485 im gotischen Stil auf 28 Meter erhöht. Vom Böhmertor sind nach einem Brand im Jahr 1885 nur noch die Außenmauern erhalten.

An der Ostseite der Stadt sticht der vorspringende Weyermühlturm (14. Jh., 4) hervor. Von hier aus wurde die Mühle, die die Bürger bei Belagerungen mit Mehl und Brot versorgte, bewacht. Westlich davon steht der runde Dechanthofturm (2) oder Pulverturm mit einem auffälligen Spitzdach. Erbaut im Jahr 1440 ist dies der jüngste Teil der Stadtbefestigung. Der Schmidingerturm oder Bürgerkorpsturm (3) im Südwesten zeichnet sich durch seine halbrunde, nach hinten abgeflachte Form aus. In diesem Turm ist das Bürgerkorps beheimatet: 1132 zum Schutz der Freistädter Kaufleute gegründet (also eine Art Miliz) und heute noch zeitweise aktiv.

Der rechteckige Salzhofturm (18) an der Westseite der Stadt wurde, wie das Böhmertor, bei einem Brand fast vollständig zerstört, Teile davon wurden aber beim Bau des Kulturzentrums Salzhof wieder freigelegt. In der Nordwestecke schließlich, entlang der inneren Stadtmauer, steht der runde Scheiblingturm (17) mit dem ehemaligen Gefängnis. Neben diesen Wettertürmen steht auch der Rathausturm (1520) an der Südseite des Stadtkanals.

Tipps & Adressen

Allgemein

Freistadt (7800 Einwohner) liegt im oberösterreichischen Mühlviertel nahe der Grenze zur Tschechischen Republik. Allgemeine Informationen zu Unterkünften, Gastronomie, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Stadtführungen (wie z.B. die Bier.Kult!Tour mit Bierprobe oder eine Führung durch die unterirdischen Keller) im Tourismusbüro: Waaggasse 6, freistadt.city

Von April bis Oktober fährt freitags (ab 14 Uhr) das sogenannte Biermobil – ein elektrischer Hop-on/Hop-off-Touristenzug – emissionsfrei an den Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. freistadt.city

Essen & Trinken

Freistädter Brauhaus

Brauhaus © Martin Pröll

Eines der schöneren Bierrestaurants in Österreich. Das Dekor ist eine gelungene Mischung aus rustikal und modern. Die Speisekarte ist zeitgemäß. Vom Fass natürlich die eigenen ungefilterten Biere, wie Freistädter Ratsherrn, Rotschopf und Pegasus. Auch Biere anderer kleiner Brauereien des Mühlviertels stehen auf der Speisekarte, und wenn Sie möchten, können Sie ein internationales Bier aus dem Bierhumidor der Brauerei bestellen. Die Bierprobe (fünf verschiedene Freistädter Biere) ist empfehlenswert. Brauhausstraße 2, freistaedter-bier.at/brauhaus

Foxi’s Schlosstaverne

Traditionelle österreichische Speisekarte in diesem einfachen Restaurant am Fuße des Schlosses von Freistadt. Besonders bekannt für seine vielen Bier- und Whisky-Spezialitäten. Hauptplatz 11, foxis.at

Burgerei

Der Name ist Programm: Hamburger (aus Biofleisch) sind die Spezialität dieses Restaurants mit mehreren Betrieben in Oberösterreich. In Freistadt befindet sich das Restaurant in einem Gewölbekeller mit gemauerten Säulen und heller, moderner Einrichtung. Pfarrgasse 22, burgerei.at

Lubinger

Frühstücksbar und Konditorei am Fuße der Burg, mit hausgemachten Lebkuchen und Eisspezialitäten. Die dritte Generation Stefan Lubinger (damals 20) gewann 2011 bei den Worldskills in London (einem Wettbewerb für professionelle Konditoren) die Goldmedaille in der Kategorie Konditor/Konditormeister. Hauptplatz 10, lubinger.at

Sehen & Erleben

Mühlviertler Schlossmuseum

Schlossmuseum

Das Schloss Freistadt beherbergt heute die Finanzabteilung der Gemeinde sowie das Mühlviertler Schlossmuseum. Auf mehreren Etagen im Schlossturm beleuchtet das Museum die (Handels-) Geschichte der Stadt und des Mühlviertels und widmet dem Alltag der Menschen, die dort arbeiteten und lebten, große Aufmerksamkeit. Eine Besonderheit sind die Sammlungen von reich verzierten Zielscheiben, regionaler Keramik und Hinterglasmalerei (die größte Sammlung Österreichs, die in der ehemaligen Schlosskapelle ausgestellt ist). Schlosshof 2, museum-freistadt.at

Bierstacheln

In einer alten Schmiede an der Stadtmauer wird das Bierstacheln wiederbelebt. Diese Technik, bei der ein glühendes Stück Eisen (die Bierstachel) kurz in ein halb volles Glas Bier getaucht wird, entstand wahrscheinlich als Lösung eines Problems. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die deutsche Firma Linde die ersten Kühlsysteme entwickelte, wurde das Bier nach dem Geschmack der Liebhaber zu kalt serviert (4 Grad). Daher der warme Stachel (Dorn) im Bier. Durch die Hitze steigt das Kohlendioxid auf und der Schaum verdoppelt sich. Nach einer Weile löst sich der Schaum auf, das Bier ist etwas wärmer und hat aufgrund des verbrannten Restzuckers auch einen leichten Karamellgeschmack. Da auch Kohlendioxid entweicht, hat das Bier auch einen weicheren Nachgeschmack. Da der ungewöhnliche Geschmack den Bierliebhabern gefiel, blieb diese Praxis an vielen Orten in Deutschland (vor allem in Bayern) und Österreich lange erhalten. Jetzt ist sie nur noch als (touristische) Attraktion beliebt. Vorführung und Verkostung buchen? muehlviertel-almfreistadt.at

Krokodil

In einem Durchgang in der Pfarrgasse im Stadtzentrum hängt ein ausgestopftes Krokodil. Die Legende besagt, dass das Tier aus einem Zirkus entkommen ist, der um 1900 in Freistadt gastierte. Tapfere Jäger sollen ihn getötet haben. Wahrscheinlicher ist, dass Kaspar Obermayr, ein Kolonialwarenhändler, sie von einer seiner Reisen mitbrachte. Das Tier hängt an seinem ehemaligen Wohnsitz.

Hammerleiten-Rondweg

In Freistadt beginnt eine schöne Natur- und Kulturwanderung (der Hammerleiten-Rundweg, 10 Kilometer) ins und durch das idyllische Thurytal, benannt nach der Familie Thury, die hier im 18. Jahrhundert in drei wasserradgetriebenen Hammerwerken (vorindustrielle Hochöfen) Schmiedeeisen herstellte. Die Industrialisierung führte 1870 zum Untergang der Thuryhämmer. Die Gebäude stürzten ein und die Natur kehrte zurück in dieses enge Flusstal. Der gemütliche Spaziergang führt an einer Rekonstruktion des Thuryhämmerwerks 2 vorbei, das heute ein kleines Freilichtmuseum mit (nach Voranmeldung) Schmiededemonstrationen ist. Weiter wandern Sie entlang des Feldaist Baches, der Ruine des Hammerwerkes 3 und der Felsformation Teufelsfelsen. Weitere Informationen: muehlviertel.at

Orgelkonzerte

Jeden Freitag im Mai, Juni und Juli finden in der Pfarrkirche Orgelkonzerte von Organisten aus ganz Österreich statt. Programm: orgelpunkt12.at

Einkaufen

Mühlviertel-Kreativ-Haus (MÜK)

Dieser ‚Concept Store‘ annex Kunstgalerie bietet eine bunte Mischung aus (Kunst-)Handwerk, Mode und Bio-Delikatessen aus der Region. Von Wolle bis Wein, von Schmuck bis Skulpturen, von Chutneys bis Salami. Samtgasse 4, muehlviertel-kreativ.at

Märkte

Auf dem Hauptplatz findet jeden Freitagnachmittag ein Genussmarkt und jeden Samstagvormittag ein Bauernmarkt statt. Einmal im Jahr, in der Woche vor Ostern, gibt es auch einen Schmankerl-Markt in der Samtgasse mit vielen Leckerbissen zum Probieren vor Ort. Im Hofladen (Hauptplatz 9) können Sie auch außerhalb der Marktzeiten Produkte von Bauern aus der Region kaufen.

Hauptplatz Villach
©anja koehler | andereart.de
© FREN Media, Frits Roest