Städtereise

Traditionelles Bad Ischl

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Einst prägte das Salz die Geschichte von Ischl, später wählten österreichische Kaiser, Künstler und das Bürgertum Ischl zu ihrer bevorzugten Sommerresidenz. Erkundung der traditionsreichen Stadt im Salzkammergut.
Bad Ischl an der Traun

Bad Ischl an der Traun

Warum Bad Ischl (Oberösterreich) während der Regierungszeit des letzten österreichischen Kaisers Franz Joseph I. (1848 bis 1916) in den Sommermonaten das politische und kulturelle Zentrum der österreichisch-ungarischen Monarchie war, lässt sich noch gut nachvollziehen. Die Lage an der Traun inmitten der Berge ist immer noch so idyllisch wie in den 83 (!) Sommern, die der Kaiser hier verbrachte. In seinem Gefolge entdeckten auch der Adel, die Künstler und das Bürgertum die Anziehungskraft der Ischler Landschaft. Ihre Anwesenheit belebte die Stadt mit guter Gastronomie und viel Unterhaltung. Bad Ischl hatte (und hat) Charakter. Das spürt man im autofreien Stadtzentrum mit eleganten (ehemaligen) Grandhotels, herrschaftlichen Villen, grünen Parks und zahlreichen Boutiquen, Cafés und Restaurants. Das spürt man auch, wenn man auf der Terrasse des Grand Café Zauner an der Esplanade entlang der Traun sitzt, wo einst die Haute Volée flanierte, um zu sehen und gesehen zu werden.

Franz Carl Brunnen

Franz-Carl-Brunnen

Auch die Geschichte hat Bad Ischl Charakter verliehen: Hier empfing Franz Joseph I. zahlreiche gekrönte Häupter: vom deutschen Kaiser Wilhelm II. über den britischen König Edward VII. bis zu König Chulalongkorn  von Siam (heute Thailand). Hier begetnete der Kaiser auch zum ersten Mal seine „Sisi“ und fand die Verlobung statt. Und hier unterzeichnete er am 28. Juli 1914 die Kriegserklärung an Serbien, die den Beginn des Ersten Weltkriegs markierte. Kurz: Bad Ischl (nicht zu verwechseln mit dem Wintersportort Ischgl in Tirol) kann auf eine reiche Vergangenheit zurückblicken, hat aber auch ohne sie viel zu bieten. Wo sollten Sie sehen und tun während Ihres Aufenthalts in dieser traditionsreichen Stadt im Salzkammergut?

Die Kurstadt

Die erste Blütezeit Bad Ischls begann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts ist Ischl neben Hallstatt und Altaussee eines der drei großen Salzgewinnungsgebiete im Salzkammergut: Die Region, die Teile Oberösterreichs, des Salzburgerlandes und der Steiermark umfasst. Im Jahr 1807 begann Joseph Götz, ein Physiker der Ischler Saline, die scheinbar heilende Wirkung von Salzbädern auf kranke Bergleute und Salinenarbeiter zu untersuchen. Er übermittelte seine Erkenntnisse an Franz Wirer, den Leibarzt der Habsburger Fürsten, die auch die Besitzer des Bergwerks waren. 1821 kam Wirer selbst nach Ischl und kam zu dem Schluss, dass es sich lohnen würde, hier ein Heilbad zu errichten. Ein Jahr später brachte er selbst die ersten vierzig Kurgäste mit. Unter ihnen auch der jüngste Bruder des damaligen Kaisers Franz I. Der Erzbischof von Olmutz litt an einer Lungenentzündung, die damals wie ein Todesurteil war. Als er dank seines Aufenthalts in Ischl auf wundersame Weise genas, wurde er natürlich zu einer hervorragenden Visitenkarte der Stadt. Er selbst kehrte 1929 in Begleitung von Erzherzog Franz Karl von Österreich und dessen Frau Sophie von Bayern zurück. Letztere war „schon“ 23 und noch kinderlos. Dieses Problem wurde in Bad Ischl gelöst, denn ein Jahr später – am 18. August 1830 – wurde ihr erstes Kind, der spätere Kaiser Franz Joseph I., geboren, dem in den folgenden Jahren zwei weitere Söhne und zwei Töchter folgten. Kein Wunder, dass die Söhne von der Ischler Bevölkerung den Spitznamen „Salzprinzen“ erhielten.

Die Trinkhalle

Trinkhalle

Trinkhalle

Die Trinkhalle im Zentrum von Ischl (Auböckplatz 5) ist ein Symbol der Vergangenheit Ischls als Kurstadt. 1829-31 wurde sie als „Wirerbad“ errichtet. Das markante Gebäude des Wiener Architekten Franz Xaver Lössl hat die Form eines griechischen Tempels mit einem großen Foyer. Der elegante, fast 80 Meter lange Saal diente als „Gang“ für Gäste, die hier Trinkkuren machten, und später auch als Bühne für Kurmusik. Im südlichen Flügel befanden sich die Umkleideräume und die Kabinen für die Badeanwendungen. Ein Arzt verschrieb, wie die Sole verwendet werden sollte, z. B. verdünnt, erhitzt oder zur Inhalation. Neben Salzbädern wurden auch Kohlensäurebäder, Schlammbäder und Molkebäder verordnet. Es gab sogar ein Wellenbad: ein kleines Becken mit einer Schaukel, in der die Patienten, sitzend auf der Schaukel, mit ihren Beinen Wellen erzeugten (gut für hohen Blutdruck). Patienten mit Lungenproblemen wurden auch zum Salzbergwerk selbst geschickt, wo sie auf einer Balustrade am Eingang die heilende Luft einatmen konnten.

Statue selbst zahlen

Zauner-Terrasse an der Esplanade

Zauner-Terrasse an der Esplanade

Bad Ischl ist immer noch eine Kurstadt, heute in der modernen Salzkammergut Therme (Voglhuberstraße 10) – wo auch gesunde Gäste die Salzgrotte und den Salzs-Whirlpool genießen können. Auch die Kurmusik ist nie verschwunden. Das Ischler Kurquartett und -orchester gibt in den Sommermonaten mehrmals wöchentlich Konzerte (meist kostenlos) im Musikpavillon im Kurpark oder (bei schlechtem Wetter) in der Trinkhalle.

Ein Überbleibsel aus der Zeit der Kurgäste ist die Kurapotheke (Kreuzplatz 18), in der seit 200 Jahren neben den üblichen Medikamenten auch zahlreiche Hausspezialitäten hergestellt werden. Im Schaufenster sind noch alte Verpackungen aus der Kurzeit zu bewundern.

Der Initiator von Bad Ischl als Kurort – Franz Wirer – schenkte der Stadt auch ein Theater (Kaiser-Franz-Josef-Straße 7, zur Zeit wegen Renovierung geschlossen) und einen Kurpark (Eingang Wirerstraße 3), in der Überzeugung, dass Kranke schneller genesen, wenn sie nicht nur medizinisch behandelt werden, sondern auch die Möglichkeit haben, sich zu entspannen und zu unterhalten. Die IschlerInnen, die den Kurpark ebenfalls nutzen durften, waren ihm so dankbar, dass sie ihm im Park eine Statue errichteten. Wirer freute sich über die Ehrung, auch wenn er sie selbst finanzieren musste.

Die Kaiserstadt

Seeauer Haus, später Hotel Austria, heute Stadtmuseum

Seeauer Haus, später Hotel Austria, heute Stadtmuseum

Nachdem Erzherzogin Sophie dank ihrer Kur in Bad Ischl einen Thronfolger zur Welt gebracht hatte, kam sie immer wieder zurück und nahm auch ihre Kinder mit. Ab 1834 mietete sie sich im ersten Stock des Hauses der Salinenmeisterfamilie Seeauer ein, das am Traunufer an der ehemaligen Anlegestelle der Plattbodenschiffe lag, mit denen das Salz auf dem Fluss transportiert wurde. Zu Ehren von Sophie wurde hier eine elegante Promenade (die Esplanade) angelegt, auf der sich die Haute Volée traf, um zu sehen und gesehen zu werden. Auch heute noch können Sie einen Spaziergang entlang der pastellfarbenen historischen Gebäude genießen.

In diesem Seeauer Haus (Esplenade 10, heute Stadtmuseum) traf Franz Joseph I. (1848 zum Kaiser gekrönt) erstmals seine Nichte Elisabeth in Bayern (Sisi), die mit ihrer Mutter und Schwester zu seinem 23. Geburtstag eingeladen war. Die Familie traf am 16. August 1853 ein, Franz Joseph und Elisabeth verliebten sich und drei Tage später fand die Verlobung statt. Vom Balkon im ersten Stock – den Sophie hatte bauen lassen – wurden sie bei dieser Gelegenheit von den IschlerInnen gefeiert.

Kaiservilla

Schreibtisch von Franz Josef in der Kaiservilla

Schreibtisch von Franz Josef in der Kaiservilla

Zu ihrer Hochzeit im Jahr 1854 bekam das Kaiserpaar von Erzherzogin Sophie eine Villa in Bad Ischl geschenkt. Um daraus eine geeignete Sommerresidenz zu machen, wurde das Gebäude, das damals 14 Zimmer hatte, erheblich vergrößert und umgebaut. Die Tatsache, dass der Grundriss nach dem Umbau mit zwei Seitenflügeln von oben gesehen eine E-Form hat, ist wohl eine Hommage des verliebten Kaisers an seine Braut.

Die kaiservilla wird noch immer von den Nachkommen Franz Josephs bewohnt. Einige Flügel sind als Museum eingerichtet und in den Sommermonaten für die Öffentlichkeit zugänglich. Viele der Einrichtungsgegenstände stammen aus der Zeit, als das Kaiserpaar hier seine Sommer verbrachte, wie die mit Jagdtrophäen behängten Korridore, das Boudoir, in dem die Kaiserin ihre Tagebücher und Gedichte schrieb oder Sprachen lernte, das spartanische Schlafzimmer des Kaisers und sein Arbeitszimmer mit dem Schreibtisch, an dem er am 28. Juli 1914 die Kriegserklärung an Serbien unterzeichnete und sein Manifest An meine Völker schrieb, in dem er erklärte, warum er den Krieg für unvermeidlich hielt.

Die Hauskapelle im Erdgeschoss wurde nach dem Attentat auf Sisi in Genf (1898) als Gedenkstätte für sie eingerichtet. In Vitrinen sind das Kissen, auf dem der Kopf der sterbenden Kaiserin ruhte, und ihr „Hochzeitstaschentuch“ mit gestickten E und der Kaiserkrone zu sehen.

Auf Reisen mit 40 Pferden

Kirche St. Nikolaus

Kirche St. Nikolaus

Obwohl Adelstitel in Österreich bei der Gründung der Republik im Jahr 1919 abgeschafft wurden, pflegen die Menschen in Bad Ischl noch immer die adelige Vergangenheit. In ihren Augen haben sie insbesondere den Habsburgern viel zu verdanken. In erster Linie natürlich die Entdeckung der Stadt als Kur- und Urlaubsort, aber auch eine Reihe wichtiger Gebäude.

Die 1780 fertig gestellte Pfarrkirche St. Nikolaus wurde zum Beispiel zum Großteil von Kaiserin Maria Theresia finanziert. Allerdings tat sie dies nicht ganz uneigennützig. Wie in weiten Teilen des Salzkammergutes war auch in Bad Ischl die Mehrheit der Einwohner evangelisch. Durch den Bau katholischer Kirchen und deren prunkvolle barocke Ausgestaltung hoffte sie, die Bevölkerung wieder zur „richtigen“ Religion zurückführen zu können. In Bad Ischl hat es funktioniert. Die Stadt ist nun wieder überwiegend katholisch.

Dem Kaiserhaus ist es auch zu verdanken, dass Bad Ischl bereits 1877 an die Eisenbahn (Salzkammergutbahn) angeschlossen wurde und einen eigenen Bahnhof (Bahnhofstraße 8) erhielt. Bis zur Fertigstellung der Eisenbahn war der Weg zur Sommerresidenz besonders beschwerlich. Die Reise von Wien nach Linz (mit dem Dampfschiff), Gmunden (mit dem Zug), dem Schiff (über den Traunsee) und schließlich mit dem Pferdewagen dauerte sieben Tage. Mit dem Zug dauerte die Fahrt nur sieben Stunden. Das war eine Erleichterung für Elisabeth, die mit vierzig Pferden und ihre Hunden reiste. Das Bahnhofsgebäude wurde im Stil des Historismus gestaltet. Im rechten Flügel befand sich der für die kaiserliche Familie reservierte Hofsalon. Franz Joseph I. verbrachte hier viel Zeit, denn er unterbrach seinen mehrmonatigen Sommeraufenthalt in Bad Ischl immer wieder für kurze Reisen nach Wien.

Sparkassenplatz mit der Trinkhalle auf der rechten Seite und dem monumentalen Postamt dahinter

Sparkassenplatz mit der Trinkhalle auf der rechten Seite und dem monumentalen Postamt dahinter

Ein weiteres historisches Gebäude, das imposante Postamt (Auböckplatz 4) gegenüber der Trinkhalle, war ein Geschenk des Kaisers. Es wurde 1895 eröffnet und ähnelt vielen anderen Postämtern der österreichisch-ungarischen Monarchie. Dennoch ist es ein einzigartiges Gebäude, denn von hier aus wurde 1914 das Telegramm mit der Kriegserklärung an Serbien abgeschickt.

In kleinerem Rahmen verdankt Bad Ischl den Habsburgern sogar das öffentliche Parkbad – ein Freibad mit großer Liegewiese in der Nähe der Kaiservilla. Früher war es der Privatschwimmbad der sportlichen Kaiserin Elisabeth.

Kaiserzug

Kaisergeburtstag Kaiserzug

Kaisergeburtstag Kaiserzug © Bad Ischl

Eine so reiche kaiserliche Vergangenheit bietet natürlich zahlreiche Anknüpfungspunkte für den heutigen Tourismus. Der Kaiserzug bringt die Besucher zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, man kann durch den Sisi-Park spazieren, die Konditorei Zauner verkauft eine Kaisertorte und das Café-Bar-Restaurant Elisabeth (Pfargasse 2) hat kürzlich in den historischen Räumlichkeiten des ehemaligen Hotels Zur Kaiserin Elisabeth – das bis 1854 „einfach“ Hotel Tallachini hieß – eröffnet. Weil die junge Sisi bei ihrer Verlobung mit Franz Joseph I. mit ihrer Schwester und ihrer Mutter hier abgestiegen war, durfte sich das Hotel nach der Hochzeitsfeier 1854 umbenennen. Das hat schon damals gut funktioniert, wenn man Touristen anlocken wollte.

Kein Wunder also, dass der Geburtstag von Kaiser Franz Joseph I. am 18. August auch heute noch jedes Jahr in Bad Ischl gefeiert wird. Während der Kaisertage finden eine ganze Woche lang Festlichkeiten statt, deren Höhepunkte der Empfang des mit der Dampflokomotive am Bahnhof einfahrenden „Kaiserpaares“, eine Gedenkmesse und eine Parade bei der Kaiservilla mit Teilnehmern aus dem In- und Ausland sind.

Die Operettenstadt

Statue für Lehar (Mitte) und andere berühmte Besucher wie Brahms und Nestroy

Statue für Lehar (Mitte) und andere berühmte Besucher wie Brahms und Nestroy

Als das österreichische Kaiserreich am Ende des Ersten Weltkrieges zusammenbrach und der Adel „abgeschafft“ wurde, erlebte Bad Ischl dennoch eine zweite Blütezeit. Dank der vielen Künstler, die weiterhin hierher kamen, entstand das silberne Zeitalter der Operette – mit zahlreichen Komponisten, Librettisten, Musikern, Bühnenbildnern… und wieder vielen prominenten Sommergästen aus dem In- und Ausland.

Franz Léhar, der prominenteste Vertreter dieser Zeit, besuchte Bad Ischl erstmals im Sommer 1902 und komponierte dort nicht weniger als siebenundzwanzig seiner dreißig Operetten, darunter die berühmte Die lustige Witwe. Vor allem der ständige Regen (der heutzutage aufgrund des Klimawandels viel seltener fällt) sorgte seiner Meinung nach dafür, dass er hier seine besten Ideen hatte. Emmerich Kalmán verbrachte viele Sommer in Bad Ischl und schrieb dort u.a. die Czárdasfürstin. Oscar Straus hatte zwischen 1951 und 1954 eine eigene Villa direkt am Kurpark und komponierte dort seine berühmteste Operette Walzertraum. Auch Robert Stolz, der Meister der Wiener Operette, war lange Zeit ein Sommergast.

Das Grab von Franz Lehar

Das Grab von Franz Lehar

Insgesamt lebten im 19. und 20. Jahrhundert etwa dreißig Operettenkomponisten in der Stadt. Viele von ihnen wohnten vorübergehend in der Rosenvilla neben dem Kurpark, die auch heute noch als Ferienwohnung gemietet werden kann. Auch Léhar verbrachte hier einige Sommer, bevor er 1912 seine eigene Villa an der Traun (heute Léhar-Kai 8) kaufte. Nach seinem Tod im Jahr 1948 vermachte er diese Villa der Stadt – mit der Auflage, sie als Museum zu nutzen. Leider ist die Lehár-Villa, deren Einrichtung unverändert geblieben ist, bis auf Weiteres wegen Renovierung geschlossen. Im Stadtmuseum hingegen ist im obersten Stockwerk eine temporäre Ausstellung über den Komponisten zu sehen.

Lehar, der auf dem Ischler Friedhof (Grazerstraße) begraben ist, wollte nichts sehnlicher, als dass Bad Ischl die Opernstadt Österreichs und der Welt wird. Es würde ihn daher freuen, dass seit 1961 jeden Sommer ein renommiertes Operettenfestival in der Stadt stattfindet. Vor allem, wenn er wüsste, dass während des Lehár-Festivals (Juli-August), das nach ihm benannt ist, immer eine seiner Operetten auf dem Programm steht.

Die Naturstadt

Bad Ischl mit Jainzenberg, Kalvarienberg und Siriuskogel © Creative Commons, Peterburg23

Bad Ischl mit Jainzenberg, Kalvarienberg und Siriuskogel © Creative Commons, Peterburg23

Das Wappen von Bad Ischl zeigt eine Gams, die auf drei schwarzen Hügeln steht und an einer Esche mit grünen Blättern knabbert. Die Gams verweist auf die Großwildjagd in den nahe gelegenen Berggebieten und der Baum erinnert an den ehemals großen Eschenwald im Ischler Tal. Die Berge sind die drei „Hausberge“: die Katrin, der Hohe Schrottund und die Zimnitz. Die Tatsache, dass Bad Ischl inmitten der Natur liegt, war schon für das Kaiserhaus ein großer Vorteil. Kaiserin Elisabeth nannte den kleinen Berg Jainzen (814 m) ihren „Zauberberg“. Sie ging oft dort hinauf und widmete den Berg sogar Gedichte. Jetzt gibt es einen Rundgang in ihren Fußstapfen. Auch der Kaiser war dort oft anzutreffen, allerdings nur zur Jagd. Im Laufe seines Lebens erlegte er mindestens 15.000 Tiere im In- und Ausland, und der Jainzen war damals sein privates Jagdrevier.

Ein weiterer beliebter Ausflug – damals wie heute – ist eine Wanderung auf den 599 Meter hohen Siriuskogel im Süden der Stadt. Im Jahr 1885 wurde hier ein hölzerner Aussichtsturm auf einem Steinsockel errichtet. In der Blütezeit Ischls als kaiserliche Sommerresidenz wurde er Kaiser-Franz-Josef-Warte genannt, heute heißt er Siriuskogelwarte. Das Bergrestaurant Siriuskogl ist über verschiedene Wege (aber immer zu Fuß) in 20 Minuten erreichbar. Der Aufstieg lohnt sich schon allein wegen des Panoramablicks über Bad Ischl.

Retro auf die Katrin

Katrin Retro-Seilbahn

Katrin Retro-Seilbahn

Der reizvollste Bergausflug in Bad Ischl führt zweifelsohne in das Naturschutzgebiet auf der Katrin. Man kann ihn nicht mit dem Auto erreichen, wohl aber (seit 1959) mit der 4-sitzigen Katrin-Seilbahn. Die Talstation der Seilbahn ist im Retro-Stil der 50er Jahre mit Liegestühlen, Sitzgelegenheiten und einem fröhlichen Wandbild einer winkenden Frau mit Sonnenhut, Rucksack und flatterndem roten Rock gestaltet.

Retro-Stil der 50er/60er

Retro-Stil der 50er/60er

Mit etwas Glück nehmen Sie Platz in der „goldenen Gondel“ – mit echtem Blattgold überzogenen. In der Nähe der Bergstation auf 1.400 Metern Höhe hat man einen Blick auf die drei Bundesländer, zu denen das Salzkammergut gehört: Oberösterreich, Steiermark und Salzburgerland. Über das Gipfelplateau der Katrin, das inmitten eines Naturschutzgebietes liegt, führen Wanderwege unterschiedlicher Länge und Intensität, wie z.B. die 7-Seenblick-Wanderung, bei der man an einem klaren Tag sieben Seen und vier Täler sehen kann.

Hüttenwirt Roland Schimpl von der Katrin-Almhütte

Hüttenwirt Roland Schimpl von der Katrin-Almhütte

Wer danach hungrig ist, kann sich im Bergrestaurant Katrin direkt an der Bergstation oder in der 5 Minuten entfernten urigen Katrin Almhütte, wo der lässige Hüttenwirt Roland Schimpl schon seit einigen Jahren das Zepter schwingt, verwöhnen lassen. An klaren Tagen kann man von der Sonnenterrasse aus auf ein herrliches Bergpanorama mit Dachstein, Loser, Schafberg, Gosaukamm und Totes Gebirge blicken. Drinnen bietet die rustikale Berghütte die richtige Atmosphäre, um hausgemachte Kuchen, eine Brettljause oder ein Bratl zu genießen.

Talstation Katrin Seilbahn: Kaltenbachstraße 62.

Informationen über Öffnungszeiten, Sommer- und Winteraktivitäten, Parkplätze und Tarife: katrinseilbahn.com

Die Kulturhauptstadt 2024

Das Jahr 2024 wird für das Salzkammergut ein spannendes Kulturjahr. Die Region mit Bad Ischl als Aushängeschild wird dann den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen (neben Tartu in Estland und Bodo in Norwegen). Insgesamt 23 Gemeinden zwischen Roitham am Traunfall und Bad Mitterndorf sind Teil der Kulturhauptstadtregion, die erstmals in einer ländlichen Region im Alpenraum stattfindet.

Das Programm – unter dem Motto „Kultur ist das neue Salz“ – muss noch im Detail ausgearbeitet werden, knüpft aber auf jeden Fall an die reiche Kulturgeschichte an: Von den steinzeitlichen Häusern der Pfahlbauer entlang des Attersees, Kultur in den vielen Thermen, Traditionen, Industriearchitektur und UNESCO-Welterbestätten. „Wir hoffen, dass die Menschen das Salzkammergut nach 2024 nicht mehr als verschiedene Regionen sehen, sondern als ein großes Gebiet mit vielen schönen Unterschieden“, sagt Rüdiger Andorfer, Sprecher des Projekts Salzammergut 2024. „Wir wollen nicht nur unsere regionale Kultur nach außen präsentieren, sondern auch Europa nach innen bringen. Zum einen dadurch, dass hier sehr gute Ensembles aus ganz Europa auftreten, aber auch dadurch, dass wir europäische Themen in den Vordergrund stellen: Wie ist unser Salz nach Utrecht gekommen? Welche Auswirkungen haben der Tourismus und der Verkehr auf die Region?“

Mehr Informationen über das Salzkammergut als Kulturhauptstadt Europas: salzkammergut-2024.at

Tipps & Adressen

Allgemein

Bad Ischl liegt in Oberösterreich im Trauntal, das wiederum Teil des Salzkammergutes ist. Die Stadt (14.000 Einwohner) ist etwa 50 Kilometer von Salzburg entfernt, wo sich auch der nächstgelegene Flughafen befindet. Mit dem Auto folgen Sie der B158 von Salzburg aus. Planen Sie Ihre Anreise mit dem Bus unter: fahrplan.oebb.at oder mit Fahrrad und Bahn (auch ab München) unter: westbahn.at

Allgemeine Informationen über Unterkünfte, Gastronomie, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Kultur und Natur in und um Bad Ischl im Tourismusbüro in der historischen Trinkhalle: Auböckplatz 5, badischl.salzkammergut.at

Mehr Informationen über (alle Regionen im) Salzkammergut: salzkammergut.at

Schlafen, Essen & Trinken

Hotel Goldener Ochs
Hotel Goldener Ochs

Hotel Goldener Ochs

Die Geschichte des in einer ruhigen Gasse und doch zentral in Bad Ischl gelegenen Boutiquehotels geht auf das Jahr 1791 zurück. Was einst eine kleine Metzgerei und später ein Rastplatz für den Postkutschenverkehr war, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Treffpunkt für Künstler und Sommerfrischler. Der Komponist Franz Lehár war dort Stammgast. Heute wird das Hotel von der Familie Schweiger geführt und bietet komfortable, geschmackvoll eingerichtete Designerzimmer im Haupthaus sowie in der Traunvilla – mit Balkon oder Garten direkt an der Traun. Das Hotel verfügt über ein ausgezeichnetes Restaurant (auch für À-la-carte-Gäste); an warmen Tagen sitzt man gemütlich auf der Terrasse am Fluss (Reservierung empfohlen). Die Arthur Schnitzler Bar ist täglich ab 15:00 Uhr geöffnet. Griesgasse 1, goldenerochs.at

Attwenger
Restaurant Attwenger

Restaurant Attwenger

Beliebtes Restaurant und Weinbar in einem über 400 Jahre alten Gasthof mit stimmungsvollem, rustikalem Dekor und einem schönen Garten zum Essen. Kreative, international ausgerichtete Küche mit gutem Fisch aus den umliegenden Seen, leckere Tapas und auch eine große Auswahl für Veganer und Vegetarier. Große Auswahl an österreichischen Weinen. Franz-Lehar-Kai 12, restaurant-attwenger.at

Café Zauner
Café Zauner

Café Zauner

Die Konditorei Zauner in Bad Ischl ist der ehemalige Treffpunkt der Haute Volée. Zu verdanken ist dies dem Leibarzt von Kaiser Franz I., Franz de Paula Wirer Ritter von Rettenbach. 1832 holte er den Wiener Zuckerbäcker und Weinhändler Johann Zauner (1803-1868) als „K.U.K.-Hoflieferant“ nach Bad Ischl, denn kein einheimischer Zuckerbäcker konnte den feinen kaiserlichen Geschmack der Habsburger befriedigen. Heute wird die Konditorei von Josef Zauner geführt.

Konditoreibuffet des Café Zauner an der Esplanade

Konditoreibuffet des Café Zauner an der Esplanade

Die Kaffeekultur wird noch immer gepflegt, mit vielen verschiedenen Kaffeespezialitäten und einem großen Kuchenbuffet. Die Einrichtung mit Wandbehängen und Samtstühlen in Pastellfarben ist eher süßlich. Die Atmosphäre im Zauner Grand Café und Restaurant ist mondainer, mit Terrasse am Fluss, roten Polstern, Holzböden und -tischen und großen Fenstern, die viel Licht hereinlassen. Konditorei: Pfarrgasse 7. Grand Café: Esplenade, zauner.at

Hofwirt
Wirtshaus k.u.k Hofwirt

Wirtshaus k.u.k Hofwirt

Restaurant, das am ehesten an eine traditionelle Bierstube erinnert, mit hölzernen Wandverkleidungen, einem Steinboden (der aussieht wie Holz) und Holzmöbeln. Klassische österreichisch-bayerische Küche und bayerisches Bier. Die Terrasse an der belebten Wirerstraße ist ein beliebter Treffpunkt zur Cocktailstunde. Wirerstraße 2, kukhofwirt.com

Ramsauer

Das älteste durchgehend geöffnete Gasthaus in Österreich. Um die Jahrhundertwende ein wichtiger Treffpunkt von Komponisten, Schriftstellern und Malern. Äußerlich sieht er unspektakulär aus. Innen ist es ein typisches Wiener Kaffeehaus mit Thonet-Stühlen, Marmortischen, Zeitungshalter und nostalgischem Flair. Kaiser-Franz-Josef-Straße 8, cafe-ramsauer.at

Einkaufen

Markt
Heimische Produkte auf dem Markt in Bad Ischl

Heimische Produkte auf dem Markt in Bad Ischl

Auf dem großen Wochenmarkt (Auböckplatz und Kaiser-Franz-Josef-Straße), der jeden Freitag ab 7 Uhr morgens stattfindet, sind es vor allem Bauern, Erzeuger und Handwerker, die ihre Waren direkt an die Kunden bringen. Das tun sie, seit Bad Ischl im Jahr 1466 das Marktrecht erhielt.

Ischler Lebkuchen
Das Geschäft der Bäckerei Tausch

Das Geschäft der Bäckerei Tausch

Seit 1848 werden in der Bäckerei Franz Tausch nach überlieferten Rezepten handwerklich hergestellte Lebkuchen aus Mehl und Honig aus der Region und anderen Zutaten wie Nüssen, Früchten, Gewürzen sowie Schokolade hergestellt. Es hält sich gut und ist ein leckeres Souvenir. Schulgasse 1, ischler-lebkuchen.at

Salzwelten
Der Salzwelten-Shop

Der Salzwelten-Shop

Das Salzkammergut verdankt seinen Namen dem Salz, das hier seit der Römerzeit gewonnen wird. Speisesalz aus den Bergen rund um Bad Ischl, aber auch aus anderen Teilen der Welt, können Sie bei Salzwelten kaufen. Ebenso wie Bade- und Wellnessprodukte mit Salz als Basis. Kaiser-Franz-Josef-Straße 18, shop.salzwelten.at

Alles aus Holz

Ein breites Angebot an (Holz-)Küchenutensilien, Spielzeug, Stoffstempeln und Kunsthandwerk bietet das Ischler Holzhandwerk, das in einem Jugendstilpavillon an der Traun untergebracht ist. Kurhausstraße 3, ischlerholzhandwerk.at

Die Schlemmerei
Die Schlemmerei

Die Schlemmerei

Feinkostladen mit Delikatessen von regionalen Erzeugern, wie Kürbiskernöl, Tee, Gewürze, Fruchtsäfte, Marmeladen und Pesto. Kreuzplatz 4, die-schlemmerei.at

Die Greislerei
Die Greisslerei

Die Greisslerei

In seinem Café und Laden in der Dietrichstein-Villa mit Blick auf den Kurpark kann man Produkte verkosten, die Gerhard Schierl in seiner „Genussmanufaktur“ zum Teil selbst herstellt, wie Senf, Chutney, Marmelade und Käse- und Fleischplatten, Steinofenbrot und Kuchen. In dem Geschäft werden auch Delikatessen wie Öl, Essig, Wein, Bier, Tee, Kaffee, Käse, Aufschnitt und Schokolade verkauft. Wirerstraße 6, greisslerei-ischl.at

Sehen & Tun

Kirche St. Nikolaus
Kaiserjubiläumsorgel in der Kirche St. Nikolaus

Kaiserjubiläumsorgel in der Kirche St. Nikolaus

Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist wegen ihrer reichen Ausstattung und Geschichte sehenswert. Die größtenteils von Kaiserin Maria Theresia finanzierte Kirche wurde 1780 eingeweiht. Das Gewölbe, die Fensteröffnungen und die Seitenwände sind mit Fresken verziert. Wie die Ornamente und der Hochaltar stammen sie aus der Zeit ab 1820, als wohlhabende Kurgäste bereit waren, sie zu sponsern. Die Gemälde zeigen Motive aus der Bibel und Szenen aus dem Leben des Heiligen Nikolaus und anderer Heiliger. Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth sind im Altarraum verewigt. Sie stehen im Hintergrund einer Darstellung der Spendung des Krankensakramentes an Erzherzog Franz Carl, den Vater des Kaisers.

Die Orgel, die anlässlich des 60. Jahrestages der Thronbesteigung von Franz Joseph I. im Jahr 1888 erbaut wurde, wurde regelmäßig vom Komponisten Anton Bruckner gespielt, so auch am 31. Juli 1890 bei der Hochzeit der mit Bruckner befreundeten Kaisertochter Marie Valerie. Anlässlich des 80. Geburtstages des österreichischen Kaisers wurde die Orgel zwischen 1908 und 1910 erweitert und erhielt den Beinamen Kaiser-Jubiläums-Orgel. Aubockplatz 3, pfarre-badischl.at

Stadtmuseum
Stadtmuseum

Stadtmuseum

Das Stadtmuseum befindet sich in jenem Gebäude, in dem die kaiserliche Familie und ihr Hofstaat viele Jahre lang während ihrer Sommerfrische in Bad Ischl residierten. Für Sisi-Fans ist dies ein Muss, schon allein deshalb, weil hier die Verlobung zwischen ihr und Kaiser Franz Joseph I. stattfand. Das Museum bietet auch eine gute Einführung in die Geschichte Bad Ischls, von der Kur- und Reichsstadt über den Salzbergbau, Tradition und Brauchtum, Kunst und Kultur, Reformation und Gegenreformation bis hin zur Entwicklung des Tourismus. Im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas 2024 wird das Stadtmuseum ein neues Ausstellungskonzept erhalten. Künftig werden die Geschichte der Stadt, die Themen Identität und Heimat sowie der europäische Standort im Mittelpunkt stehen. Esplanade 10, stadtmuseum.at

Kongress- und Theaterhaus
Kongress- und Theaterhaus

Kongress- und Theaterhaus

Das Kongress- & Theaterhaus ist ein Blickfang im Kurpark. Das ehemalige Kurhaus wurde zwischen 1873 und 1875 erbaut, um Konzerte und Bälle zur Unterhaltung der zahlreichen Kurgäste zu veranstalten. Hier fanden auch die großen Empfänge des Kaiserhauses statt, da die Kaiservilla dafür viel zu klein war. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1965 beschloss die Gemeinde, das Gebäude fast identisch wieder aufzubauen und so den Stil und das Flair der Kaiserzeit zu bewahren. Heute ist das Gebäude der Hauptveranstaltungsort für das Léhar-Festival. Kurhausstraße 8, kongress-badischl.at

Weindorf & Wein-Roas

Im Mai und September steht Bad Ischl ganz im Zeichen des Weins. Beim Weindorf im Mai laden rund 20 Winzerinnen und Winzer aus ganz Österreich dazu ein, ihre Weine an Ständen zu verkosten und zu „ab Hof“-Preisen zu kaufen, begleitet von einem abwechslungsreichen Musikprogramm. Beim Wein-Roas in September sind die Winzer zu Gast bei den lokalen Gastronomen – und kann man dort auf Entdeckungsreise gehen. Mehr Informationen: badischl.salzkammergut.at

Mehr Veranstaltungen in Bad Ischl: badischl.salzkammergut.at/veranstaltungen

Rathausplatz mit Dreifaltigkeitssäule
Franz Carl Brunnen
Rathaus
Schloss Porcia
Hauptplatz Villach
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