Steyr

Wo das Christkind zu Hause ist

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Sehnsucht nach Weihnachten wie früher? Im malerischen Steyr in Oberösterreich hilft alles, dieses nostalgische Gefühl wieder zu erleben. Nur der Schnee ist nicht garantiert.

Pfarrkirche Steyr-St. Michael am Steyr-Ufer

Im winterlichen Steyr ist ein nostalgisches Weihnachtsgefühl nie weit weg. Die malerische Lage am Zusammenfluß der Flüsse Enns und Steyr, ist bereits ein guter Anfang. Ein Spaziergang durch enge Gassen zum schönen historischen Stadtplatz mit seinem traditionellen Weihnachtsmarkt und weiter hinauf zum Schloß Lamberg mit ebenfalls einem Weihnachtsmarkt verstärkt die Nostalgie. Fügen Sie stimmungsvolle Beleuchtung, Weihnachtshymnen, Glühwein, geröstete Kastanien und (wenn die Wettergötter mitspielen) wirbelnde Schneeflocken hinzu und Sie haben das Gefühl, in der Zeit vor Internet, Fernsehen und Radio zurückversetzt zu sein.

Weihnachtsmuseum

Weihnachtsmuseum

Wir beginnen unseren nostalgischen Rundgang im ehemaligen Bürgerpalast aus der Zeit um 1170, einem der ältesten Häuser der Stadt. Heute beherbergt es das 1. Österreichische Weihnachtsmuseum mit einer beeindruckenden Ausstellung von (14.000!) Weihnachts(baum)schmuck aus den Jahren 1830-1945, wie z.B. Vögel aus Glas, Porzellangehänge, Weihnachtskugeln, Glocken oder Spitzen in zahlreichen Materialien und Stilen. Mit weiteren zweihundert Puppen und Puppenhäusern hat die Sammlerin Elfriede Kreuzberger auf jeder Etage auch weihnachtliche Stillleben geschmückt, wie z.B. einen Chor von Weihnachtsengeln oder Kinder beim Auspacken von Geschenken. Wenn Sie möchten, können Sie mit einem historischen Zug auf echten Schienen quer durch das Haus an all diesen Schauplätzen vorbeifahren. Die 10-minütige kurvenreiche Auf- und Abwärtsfahrt dieser „Achterbahn in Zeitlupe“ erweckt das Kind in jedem Erwachsenen zum Leben.

Das Weihnachtsmuseum ist von Mitte November bis 7. Januar geöffnet. Im Museumsshop können Sie kleine Weihnachtsgeschenke (z.B. Kugeln) kaufen. Michaelerplatz 2, steyr.info/weihnachtsmuseum

Weihnachtsmärkte

Blumauerhaus

Vom Weihnachtsmuseum aus nehmen wir die Brücke über die Steyr und gehen durch einen Torbogen hinauf zum Schloss Lamberg. Das nach dem letzten großen Stadtbrand 1727 erbaute Schloss steht auf den Fundamenten der Styraburg von 985. Am Fuße dieser Festung entstand die Siedlung allmählich an der Stelle des heutigen Stadtzentrums. Jeden Advent findet auf der Promenadeallee vor dem Schloss ein Weihnachtsmarkt mit nostalgischen Attraktionen für Kinder wie Karussell und Minieisenbahn statt. An einem der Holzstände trinken wir Glühwein und gehen dann die Berggasse und die Mayr-Stiege – eine Treppe zwischen den Häusern – hinunter zum langgestreckten Stadtplatz. Wie in ganz Steyr bilden die Fassaden der Häuser rund um diesen Platz einen feinen Cocktail aus Stilen: Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko. Die meisten Gebäude sind in Wirklichkeit Komplexe aus mehreren Häusern, die zusammen durch Höfe und Durchgänge verbunden sind. Viele Häuser auf dem Stadtplatz reichen sogar bis zum Wasser am Ennskai herunter.

Christkindlmarkt

Der Stadtplatz an sich ist eine romantische Kulisse für den Weihnachtsmarkt. Wir sind auch am Wochenende der  Schmiedeweihnacht da, wenn rund fünfzig nationale und internationale Messerschmiede, Hufschmiede, Gold- und Silberschmiede auf dem Platz und in den umliegenden Straßen ihr Können unter Beweis stellen. Sobald es zu dämmern beginnt, strömt das Publikum herbei, um die Männer und Frauen bei der Arbeit zu sehen. Das Geräusch von glühendem Metall auf Ambossen und die Flammen und Funken von offenen Feuern schaffen eine altmodische, gemütliche Atmosphäre. Wenn der Steyrer Christkindl (als Engel) ein Gedicht rezitiert und dann eine Blaskapelle Adventslieder zu spielen beginnt, ist die Nostalgie komplett.

Schmiedeweihnacht

Auch außerhalb der Schmiedeweihnacht ist auf dem Weihnachtsmarkt immer ein Schmied am Werk. Das hat alles mit der „eisernen“ Geschichte von Steyr zu tun. Im Jahre 1287 erwarb die Stadt das sogenannte Stapelrecht. Dies bedeutete, dass das gesamte Eisen von dem nahen Erzberg während des Transports über die Enns drei Tage lang ausschließlich den Handwerkern und Händlern in Steyr zum Verkauf angeboten werden musste, bevor es in Richtung Donau weitertransportiert werden durfte. Die Bürger von Steyr kauften prompt fast das gesamte Eisen. Sie verarbeiteten das beste Material selbst, und was sie nicht verwenden konnten, verkauften sie gegen einen Aufpreis weiter. Reiner Gewinn. Da sie zudem das damals begehrte Privileg hatten, mit Venedig Handel zu treiben zu dürfen, konnten sie dort ihre (Zier-)Eisenarbeiten gegen Luxusprodukte wie Murano-Glas, chinesische Seide, orientalische Kräuter, Weihrauch und Südfrüchte eintauschen – mit denen sie dann erfolgreich Handel trieben.

Franz Schubert

Schubert Gedenktafel

Dank ihrer beiden Privilegien wurden die Bürger von Steyr unermesslich reich: Ihre Stadt war nach Wien sogar die wichtigste und reichste Stadt Österreichs und die bei weitem größte Handelsstadt. Am Stadtplatz 32 – einem gotischen Rathaus mit einem Kern aus dem 13. Jahrhundert – lebte der reichste Kaufmann überhaupt: Georg Prandstetter. Der kleine Löwe auf einer Säule am Eingang stammt aus der Zeit, als sich hier das Gasthaus zum Goldenen Löwen befand. Da die Steyr das Tier eher als fetten Hund (Bummerl) denn als Löwe empfanden, wird das Haus seit jeher Bummerlhaus genannt. Am Stadtplatz 16 wohnte auch ein bedeutender Mann: Sylvester Paumgartner, Geschäftsführer der Innerberger Hauptgewerkschaft, im Mittelalter der weltgrößte Stahlkonzern und Vorläufer der heutigen Voestalpine. Paumgartner, ein großer Musikliebhaber, hatte den Komponisten Franz Schubert für drei Sommer zu Gast. Sein berühmtes Forellenquintett wurde sogar von Paumgartner in Auftrag gegeben und 1819 in seinem Haus uraufgeführt.

Weihnachtskrippen

Nagelkrippe

Natürlich waren nicht alle Einwohner von Steyr wohlhabend. Zum Beispiel hatten einfache Nagelschmiede in der Regel ein karges Leben. Im Winter verdienten sie sich etwas dazu, indem sie Krippen bauten und verkauften. Kleine Tonfiguren (Loahmmandeln) wurden gebrannt, bemalt, auf einen Hügel gestellt und oft (um sie vor Staub zu schützen) in einen Holzschrank mit Glastüren gestellt. Auf diese Weise entstanden die typischen Nagelschmiedkrippen, die heute im Palmenhuis des Schlosses Lamberg (Schlosspark) und in einer Ausstellung im Rokoko-Hof des Rathauses zu sehen sind. Im Palmenhaus finden Sie einer der größten orientalischen Krippen Österreichs (Foto).

Eine besondere Attraktion ist die Steyrer Kripperl: Ein Puppentheater aus der Zeit um 1850. Die Puppen wurden von Schneidermeister Ignaz Sageder gefertigt und über seine Erben an das Gasthaus Zur Goldenen Sense in Steyr weitergegeben. Im Jahr 1923 übersiedelte das Puppentheater an seinen heutigen festen Standort: das Barocktheater  Innerberger Stadl  am Ende des Stadtplatzes (Grünmarkt 26). Bei Aufführungen zur Weihnachtszeit blicken die Besucher von einfachen Holzbänken auf die dreistöckige Bühne, auf der religiöse Szenen aufgeführt werden, mit dem Stall von Bethlehem in der Mitte der unteren Ebene. Im obersten Stockwerk ist die Stadt in Miniaturform nachgebaut. Hier spielen sich amüsante Szenen aus dem Stadtleben ab. Als eines der letzten deutschsprachigen Puppentheater gehört das Steyrer Kripperl seit 2018 zum UNESCO-Kulturerbe.

Weniger erkennbar als „Krippe“ ist der Krippenbaum auf dem Stadtplatz: ein langer Pfahl mit Holzfiguren auf beiden Seiten, die die Weihnachtsgeschichte darstellen. Im Mittelalter wurden solche „Bäume“ oft an den Fassaden von Kirchen aufgestellt, so dass auch Menschen, die die Kirche nicht betreten durften, an die Geburt Jesu erinnert wurden.

Weihnachts-Postamt

Am nächsten Tag führt uns unsere Reise in die Weihnachtszeit von gestern nach Christkindl. Der Weiler verdankt seinen Namen der Wallfahrtskirche Zum göttlichen Christuskind, im Volksmund bekannt als Zum Christkindl unterm Himmel. Von Steyr aus kann man in einer Dreiviertelstunde zu Fuß zu dieser barocken Basilika aus dem Jahr 1708 gelangen. Viel schöner ist es aber, einen von zwei Oldtimerbussen (aus den Jahren 1949 und 1950) zu nehmen, die von Ende November bis Ende Dezember zwischen Stadtplatz und Christkindl pendeln. Unser Ticket wird vom Fahrer in Uniform mit einer althergebrachten Zange gelocht und bei Abfahrt und Ankunft ertönt ein altmodisches Hornsignal.

In Christkindl steigen wir an der Wallfahrtskirche aus und laufen zum angrenzenden Sonderpostamt, eine mehr oder weniger außer Kontrolle geratene Initiative der Österreichischen Post. Im Jahr 1950 eröffneten sie im Café neben der Kirche ein spezielles Weihnachtspostamt. Von der Adventszeit bis zum Dreikönigsfest konnte dort jeder Österreicher seine Weihnachtspost mit einem „Christkind“-Briefmarke und Poststempel verschicken. Der Erfolg war so groß (die erste Briefmarke wurde mehr als 40.000 Mal aufgeklebt), dass das Postamt seither jedes Jahr wieder geöffnet wird. Auch hier ist es ein reges Treiben und wir hören eine Kakophonie der Sprachen. Die sechzehn Mitarbeiter stempeln jedes Jahr etwa zwei Millionen Briefe und Karten. Darüber hinaus erhalten sie Briefe, Wunschlisten und Zeichnungen von Kindern aus aller Welt, die an Christkindl adressiert sind. Ein Mitarbeiter sagt, dass jedes Kind (und es gibt etwa 200.000 pro Jahr) eine Antwort erhält, vorausgesetzt, die Eltern legen einen Rückstempel bei. Der Standardbrief mit dem Namen des Kindes in der Präambel rollt mittlerweile in vielen Sprachen aus dem Computer.

Beim Postamt Christkindl können Sie Weihnachtsbriefmarken kaufen, Ihre eigenen Weihnachtsmarken (mit mitgebrachtem Foto auf einem USB-Stick) herstellen und Ihre Post frankieren lassen. Jede Wintersaison werden zwei neue Briefmarken entworfen: eine Weihnachtsbriefmarke und eine Dreikönigsmarke. Täglich geöffnet vom 30. November bis 6. Januar. christkindl.at oder christkindlregion.com

Orientalische Krippe

Nachdem wir unsere eigene Weihnachtspost verschickt haben, gehen wir zurück in die Basilika, um die Christkindl-Statue auf dem Hochaltar zu betrachten: eine Wachsfigur (10 Zentimeter hoch) des Jesuskindes mit Kreuz und Dornenkrone in den Händen. Der Legende nach war dies die Statue, die der kranke Chorleiter Ferdinand Sertl 1691 in den hohlen Stamm einer Tanne gestellt hatte – in der Hoffnung, durch ihre Verehrung geheilt zu werden. Als dies tatsächlich geschah, folgten bald weitere Pilger. Ein Bauer baute daraufhin eine Kapelle um Baum und Statue, und ab 1708 wurde hier die Wallfahrtskirche gebaut, wobei der Baumstamm in den Hochaltar eingemauert wurde.

Am Ende unseres Besuchs in Christkindl werfen wir einen Blick in das Presbyterium, wo zwei einzigartige Krippen besichtigt werden können. Die so genannte Pöttmesser Krippe ist mit einer Fläche von 56 Quadratmetern eine der größten Krippen der Welt. Der Holzschnitzer Ferdinand Pöttmesser (1895-1977) begann seine Arbeit 1959 und fertigte insgesamt 778 bis zu 30 Zentimeter hohe Figuren an. Er platzierte sie in einer orientalischen Landschaft und kleidete alle menschlichen Figuren in Stoff – alles in allem eine unglaubliche Arbeit, der man dank der raffinierten Details nicht müde wird anzuschauen. Karl Klauda (1855-1939) begann mit dem Bau der zweiten Krippe – die eine ganze Saalwand einnimmt – um 1900. Es ist in der Tat ein mechanisches Marionettentheater. Während wir Musik aus einer böhmischen Drehorgel hören, sehen wir, wie auf drei Stockwerken Lindenholzfiguren mit Fahrradketten über Zahnräder bewegt werden. Im Himmel singen die Engel. In den Kellern sind Handwerker am Werk. Dazwischen findet eine feierliche Prozession mit den drei Königen statt. Von links erheben sich Adam, Eva, Noah und Karl der Große. Herzerwärmend ist die Szene, in der die Hirten an dem Jesuskind vorbeigehen, das sich kurz aus der Krippe erhebt und uns segnet. Wieder einmal kommt das Kind in uns wieder zum Vorschein.

Museumszug

Zurück in Steyr fahren wir zur Station der Steyrtal Museumsbahn. Seit 1985 verkehrt dieser Dampfzug auf der ältesten Schmalspurbahn Österreichs (gebaut zwischen 1888 und 1891). Als der reguläre Fahrplan 1982 eingestellt wurde, konnte ein Verein von Eisenbahnfreunden nach langen Verhandlungen für einen Schilling die Strecke und die dazugehörigen Bahnhofsgebäude von den Österreichischen Bundesbahnen übernehmen. Außerdem kauften sie mehrere ausrangierte Dampflokomotiven auf und ließen sie renovieren. Der Museumszug befördert jährlich rund 20.000 Fahrgäste, die Hälfte davon in der Adventszeit. Dies ist nur dank des Einsatzes von Freiwilligen wie Josef Machacek möglich. Der ehemalige Unternehmer ist Mitglied des Vereins, der den Museumszug am Laufen hält und noch immer regelmäßig mit Uniform und „Spiegelei“ als Bahnsteigaufseher „dient“. „Als die Eisenbahn 1899 eröffnet wurde, war das eine Sensation“, sagt Machacek. „Die Menschen hatten kein Auto und waren froh, in einer Stunde von der tiefen Provinz in die Kreisstadt Steyr fahren zu können. Jetzt geht es nur noch um die Erfahrung. Viele Kinder haben noch nie eine Dampflokomotive gesehen und schauen mit offenem Mund zu. Bei älteren Menschen ist es oft die Erinnerung an die Jugend. Neulich sprach ich mit einer Dame, die als Kind in diesem Zug zur Schule fuhr.“

Die 17 Kilometer lange Fahrt von Steyr bis zur Endstation in Grünburg/Steinbach dauert etwa eine Stunde. Wie die meisten Passagiere gehen wir bei der Ankunft über den Weihnachtsmarkt von Steinbach. Es ist eines der schönsten in der Region, auch weil die Fenster mehrerer Häuser auf dem Dorfplatz jeden Advent in Schachteln eines Adventskalenders verwandelt werden. Zwischen dem 1. und 24. Dezember wird während einer mittelalterlichen Zeremonie jeden Tag um 17 Uhr eine der „Schachteln“ geöffnet, und das liebevoll dekorierte Fenster taucht auf; wir sehen eine Gruppe von Hirten aus Tuch, einen Weihnachtsengel und sogar ein Gemälde des Museumszuges. Nach Punsch und gerösteten Kastanien steigen wir wieder in den Zug zurück nach Steyr. Während unserer Fahrt ist die Landschaft mit einer frischen Pulverschneeschicht bedeckt. Ein passender nostalgischer Abschied von dieser Christkindl-Region.

Die Bahnlinie von der Steyrer Lokalbahn nach Grünburg ist im Besitz der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG). Der Museumszug verkehrt seit 1985 mit Dampflokomotiven auf der Strecke. Bitte beachten Sie: Der Zug fährt nicht vom ‚regulären‘ Bahnhof in Steyr ab, sondern von der museumseigenen Lokalbahnhof. Streckenbeschreibung und Fahrplan: oegeg.at

Die Steyr mit rechts Campus Steyr und Museum Arbeitswelt Steyr

Hauptstadt der Steiermark

Obwohl Steyr heute in Oberösterreich liegt, war es bis 1192 die Hauptstadt der Steiermark. Dies war den Ottokaren, einer Familie von Marktgrafen, zu verdanken. Neben ihren Besitzungen in der heutigen Steiermark (einschließlich des Erzbergs) fiel auch das Traunviertel mit Steyr unter ihre Herrschaft. Da sie von 1055-1192 in der Festung Styraburg (auf dem Gelände des heutigen Schlosses Lamberg) lebten, war Steyr automatisch die Hauptstadt und wurde zum Namensgeber ihres Reiches ‚Steiermark‘ – wie das Bundesland in Österreich genannt wird. Die Stadt in Oberösterreich und das Bundesland Steiermark haben noch immer das gleiche Wappen: ein silberner weiß-roter gehörnter Panther auf grünem Grund, der aus allen Körperöffnungen Feuer spuckt. Dieses Fabeltier zierte das Familienwappen der Ottokaren und wurde zum Wappen der Steiermark, als es 1880 ein Herzogtum wurde. Ottokar IV. litt an Lepra und starb 1192 kinderlos. Seine Erben, die Babenberger, verlegten die Residenz nach Graz, das fortan die Hauptstadt der Steiermark war. Sie übernahmen das Wappentier, setzten es aber einen Herzogshut auf.

Nach dem Aussterben der Babenberger im Jahr 1246 blieb das Herzogtum Steiermark verwaist. Verschiedene Parteien kämpften um die Besitzungen und beim Frieden von Ofen 1254 wurden das Traunviertel und einige andere Gebiete unter der Herrschaft von König Ottokar II. von Böhmen Teil des Herzogtums Österreich. Die Steiermark, die in der Folge stark geschrumpft war, fiel nun unter die Herrschaft von König Bela IV. von Ungarn, aber das hielt nicht lange an. Nach einem neuen Krieg in 1261 musste er das zurückeroberte Gebiet an seinen Rivalen Ottokar II. von Böhmen abtreten.

Tipps & Adressen

Die Region Christkindl besteht aus den Orten Steyr, Christkindl, Garsten, Sierning und Steinbach an der Steyr. Ausführliche Informationen über die Weihnachtsmärkte, die im Artikel erwähnten Krippen und andere musikalische und kulturelle Veranstaltungen an all diesen Orten (wie z.B. der teuflische Perchtenlauf), sowie den Zeitplan der Oldtimerbusse: christkindlregion.com

Allgemeine Informationen über Unterkünfte, Gastronomie, Veranstaltungen, Geschäfte usw. in Steyr und Umgebung: Verkehrsverein, Stadtplatz 27, steyr.info

Mit dem Auto nach Steyr? Seit 2017 ist das Parken in der neuen Garage am Stadtplatz sehr erschwinglich. Von diesem Parkplatz führt eine 100 Meter lange Stahlbrücke über die Enns (Ennssteg) direkt zum Stadtplatz im Stadtzentrum. Diese Brücke ist auch für Zugreisende der kürzeste Weg vom Bahnhof ins Stadtzentrum. Dukartstraße 1, stadtplatzgarage-steyr.at

Geführte Tour durch Steyr? Bei geprüften Austria Guides können Sie unter anderem den Themenspaziergang „Steyrer Krippen G’schichten“ entlang der vielen Krippen in der Stadt unternehmen. Info: stadtfuehrungen-steyr.at

Das Tourismusbüro organisiert auch Führungen zu bestimmten Terminen, z.B. zum Thema „Das Geheimnis der Weihnacht“: steyr.info

In Steyr gibt es mehrere Musikfestivals, wie z.B. die Sommerspiele im Stadtgraben, ein Jazzfestival im März  und das Schubert-Festival im Oktober. In der Adventszeit finden Konzerte im Alten Theater (1796) in der Nähe von Schloss Lamberg statt (Promenade 3, Informationen vor Ort oder im Tourismusbüro). In der Marienkirche geben Chöre aus Steyr und Umgebung zu dieser Jahreszeit eine Reihe von kostenlosen Weihnachtskonzerten mit Liedern aus aller Welt.

Zusammenfluß von Enns und Steyr (rechts), oben Schloss Lamberg.

Essen & Trinken

Landhotel Mader

Das Gasthaus (und Hotel) wird von der Familie Mader in drei zusammengelegten historischen Gebäuden aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts am historischen Hauptplatz im Zentrum von Steyr betrieben. Mit Weinkeller und Bar. Auswahl an lokalen und internationalen Gerichten. Ausgiebiger Nachmittagsbrunch jeden Dienstag bis Samstag. Stadtplatz 36mader.at 

Schwechaterhof

Bierliebhaber werden hier in ihrem Element sein. Wolfgang Pötzl ist Biersommelier und bietet in seinem Bierwirtshaus eine Auswahl von mehr als achtzig Biersorten aus österreichischen und internationalen Kleinbrauereien an (davon sieben vom Fass). Darüber hinaus essen Sie klassische österreichische Gerichte, manchmal mit Bier als Zutat. Leopold Wendlstraße 1schwechaterhof.at

Leopold

Feinkostladen und zeitgenössisches (Mittags-)Café, wo Sie gesunde Gerichte mit viel Salat, Obst und Gemüse genießen können, wie z.B. Smoothies, frische Fruchtsäfte, (Obst-)Salate und ein täglich  warmes (oft vegetarisches) Mittagsmenü. Stadtplatz 25leopold-genuss.at

Buburuza Eis

Der ehemalige Sozialarbeiter und Konditormeister Andreas Retsch eröffnete 2015 die Buburuza-Eisdiele; sein Eis wurde sowohl 2016 als auch 2017 von Falstaff zur besten Eiscreme Österreichs gewählt. Neben Klassikern wie Mango, Erdbeere und Vanille können Sie auch experimentelle Aromen wie Ziagmiaufi (Tiramisu), Apfelstrudel oder Faschingskrapfen probieren. Enge Gasse 16buburuzaeis.com

Konditorei Schmidt

Klassische Konditorei, seit 1946 im Zentrum von Steyr. Alle Kuchen und Torten sind mit natürlichen Zutaten und nach traditionellen Familienrezepten hausgemacht. Der Christkindlkonfekt (verschiedene Pralinen in einer Geschenkverpackung) ist ein schönes Souvenir. Stadtplatz 1konditorei-schmidt.at

Christkindlwirt

Das Postamt Christkindl befindet sich in einer Ecke dieses Hotelrestaurants neben der Wallfahrtskirche von Christkindl. Viele Menschen (auch Gruppen) verbinden ihren Besuch im Weihnachtspostamt mit einem Kaffee oder Mittagessen hier. Täglich wechselndes Mittagsmenü. Christkindlweg 6 in Christkindlchristkindlwirt.at

Hauptplatz Villach
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