Zillertal Arena

Familiensommer

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Die Zillertal Arena ist das größte Skigebiet des Tiroler Zillertals, aber auch im Sommer ist hier viel los, vor allem für Familien. Was können Sie während Ihres Aufenthalts hier sehen und tun?

Das Zillertal wurde erstmals 889 als „Cilarestale“ urkundlich erwähnt. Das fast fünfzig Kilometer lange Seitental des Inns wird vom Ziller durchflossen und von den Zillertaler Alpen gesäumt. Heute ist es eine der touristischsten Regionen Tirols, aber die meisten Gäste kommen im Winter. Während eines Sommerurlaubs haben Sie hier also relativ viel Platz.

Blick auf Zell am Ziller

Blick auf Zell am Ziller

Die Zillertal Arena, eine von vier Ferienregionen im Zillertal, erstreckt sich sowohl über Tirol (Zell-Gerlos) als auch über das Salzburgerland (Wald-Königsleiten und Krimml-Hochkrimml). Von Zell am Ziller aus erkunden wir die „Tiroler Seite“. Der Ort auf ca. 575 m Seehöhe gilt als „Tor“ zur Zillertal Arena und ist aufgrund seiner zentralen Lage ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung.

1. Wandern

Zillertaler Almtribüne

Zillertaler Almtribüne

Sowohl Zell als auch die höher gelegene Ort Gerlos (1247 m) verfügen über ein ausgedehntes Netz von Wanderwegen: Von leicht bis (mittel) schwer. Da sich die Zillertal Arena ausdrücklich als Familiengebiet präsentiert, entscheiden wir uns für eine Familienwanderung. Die Gerlossteinbahn in Hainzenberg (Dörfl 39) bringt uns zur Bergstation (1643 m), dem Ausgangspunkt einer relativ kurzen Wanderung (ca. eine Stunde) zur Aussichtsplattform der Zillertaler Almtribüne. Ein Dutzend Informationstafeln auf dem sanft ansteigenden Themenweg verraten mehr über die Region, zum Beispiel über den Almabtrieb und das Gauderfest, österreichs größtes Trachtenfest. Interaktive Elemente entlang des Weges machen ihn für Kinder besonders lebendig. Sie können zum Beispiel unterwegs das Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ mit Kuhglocken spielen. Auf der Almtribüne angekommen, werden Sie mit einem fantastischen Blick auf Zell am Ziller, Mayrhofen und alles dazwischen belohnt. Danach wenden Sie sich nach rechts und gehen auf demselben Weg zurück, denn die Aussichtsplattform ist das eigentliche Ende dieser Wanderroute.

Berghotel Gerlosstein

Berghotel Gerlosstein

Eine gute Adresse für ein Mittagessen mit Kindern ist Berghotel Gerlosstein, in der Nähe der Bergstation. Dieses Bergrestaurant ist umgeben von einem Streichelzoo und einem großen Spielplatz. Wer noch Energie hat, kann von hier aus eine kurze Wanderung zum Arbiskögerl (1.835 m) unternehmen. Gleich zu Beginn kommt man an einem Fotopunkt in Form eines großen Holzrings vorbei. Wenn Sie sich auf die Bank dahinter setzen, können Sie sich mit der buckligen Gerlossteinmauer im Hintergrund perfekt fotografieren. Von hier aus führt der leichte Gipfelweg über einen Güterweg und nach ca. 50 Minuten erwartet Sie am Gipfel wieder die schöne Aussicht auf das Zillertal. Hin- und Rückweg sind gleich, allerdings kann man den Rückweg verlängern, indem man den 7 Kilometer langen Güterweg zur Talstation der Gerlossteinbahn (923 m) in rund zwei Stunden zurücklegt.

Gerlossteinalm

Gerlossteinalm

Hier finden Sie eine Übersicht von alle Wandermöglichkeiten im Raum Zell-Gerlos.

2. Ausflüge mit Kindern

In der Zillertal Arena gibt es sieben sogenannte Erlebniswelten für Kinder und Jugendliche. Auf der Rosenalm (erreichbar mit der Rosenalmbahn) gibt es zum Beispiel eine Fichtenschloss, eine Holzkugelbahn und den Fichtensee für Wasserspaß. Direkt neben der Rosenalmbahn I&II befindet sich die Rodelbahn Arena Coaster. In Zell gibt es den Freizeitpark Zell mit einem großen Freibad, einer Minigolfanlage und einem Boulder-Turm. In Gerlos bietet das Abenteurerland u.a. eine Flying-Fox-Strecke und eine MTB-Strecke. Klicken Sie hier für eine Übersicht der Erlebniswelten.

Fichtenschloss

Fichtenschloss © Zillertal Arena

Macht immer Spaß: eine Fahrt mit der Zillertalbahn. Der Zug fährt von Anfang Juli bis Anfang Oktober zweimal täglich über eine Strecke von 32 km mit 35 Brücken von Jenbach nach Mayrhofen, mit einer Haltestelle in Zell am Ziller. Zeitweise wird der Zug bestückt mit über 120 Jahre alten Waggons mit Holzbänken und zweimal wöchentlich werden die Waggons von einer nostalgischen Dampflokomotive gezogen.

Zillertalbahn

Diesellokomotive der Zillertalbahn

Informationen und Fahrplan: zillertalbahn.at

Ein lehrreicher Ausflug ist der zur Hochzeller Käsealm der Familie Rieser am Hainzenberg. Auf dem Programm (ca. zwei Stunden) stehen der Besuch eines Goldschaubergwerks, der Hin- und Rücktransport mit dem Zillertaler Goldexpress (ein kleiner Zug auf Reifen) und der Besuch des „Käsemuseums“ in einer 150 Jahre alten Almhütte, die anderswo abgebaut und hier wieder aufgebaut wurde. Ein Film und alte Geräte zeigen, wie früher Käse hergestellt wurde. Es gibt auch eine moderne Käserei, aber aus hygienischen Gründen kann man nur durch ein Fenster hineinschauen. Eine Käseverkostung ist Teil der Tour. Im Laden neben der Alm können Sie Käse, Speck und Schnaps aus eigener Produktion kaufen. Der köstliche Käse ist auch ohne Ausflug einen Abstecher wert.

Hochzeller Käsealm-Shop

Hochzeller Käsealm-Shop

Unterberg 109 in Hainzenberg, goldschaubergwerk.com

Auf einer Gesamtlänge von fast 50 Kilometern führt die Zillertaler Höhenstraße (auch mit dem Bus) im Sommer auf eine Höhe von 2.020 Metern und bietet dabei ein fantastisches Panorama der Zillertaler Alpen. Entlang der Strecke gibt es mehrere Cafés und Berghütten. Für Familien empfiehlt sich das Murmelland Zillertal auf 1.800 m Höhe mit seinem Spielplatz und dem kleinen Murmeltierpark (freier Eintritt).

BrauKunstHaus

BrauKunstHaus © Zillertaler Bier

Ein Besuch im BrauKunstHaus (Bräuweg 1), der multimedialen Bierwelt der Zillertaler Brauerei in Zell am Ziller, macht mit und ohne Kinder Spaß. Auf drei Etagen wird in einer ansprechenden und spielerischen Ausstellung alles rund um das (Zillertaler) Bierbrauen, aber auch über Traditionen und Brauchtum im Zillertal berichtet. Lesen Sie hier über unseren Besuch in dieser Brauerei.

2. Essen und Trinken

Gasthof Bräu
Hotel Bräu Stube

Einer der Stuben im Hotel Bräu

Das Hotel-Restaurant Bräu im jahrhundertealten Polsingerhaus ist im Besitz der Familie Kolbitsch, die auch das Zillertaler Bier braut. Die seit Jahrhunderten fast unveränderten Stuben sind wahre Schmuckstücke mit schönen Holzmöbeln, Holzvertäfelungen und schmiedeeisernen Lampen. Ölgemälde von Tiroler Künstlern stellen die Vorfahren der Familie dar und geben einen Einblick in die Trachten und Traditionen der Region. Auf der Speisekarte stehen traditionelle Tiroler Gerichte und natürlich das Zillertaler Bier.

Hotel-Restaurant Bräu, Dorfplatz 1 in Zell am Ziller, hotel-braeu.at

Wiesenalm
Wiesenalm

Die Bar der Wiesenalm

Holz, offener Dachstuhl, natürliche Baumaterialen – das sind die Zutaten der Wiesenalm, die Mitte 2021 eröffnet wurde. Das Bergrestaurant bietet eine gelungene, harmonische Mischung aus alpiner Gemütlichkeit und modernen Stilelementen wie schwarzem Stahl, dunklen Wänden und großen, geodätischen Kuppeln nachempfundenen Hängelampen, die sowohl bei Tag als auch bei Nacht ein spannendes Schattenspiel erzeugen. Von der Bar aus hat man einen Blick auf alle Räume der Wiesenalm, wie die rustikale Almstube aus altem Holz, die Wiesenstube mit XL-Kachelofen und die Wiesenlounge im Obergeschoss. Die Terrasse bietet einen Panoramablick auf Berge und Tal. Die Speisekarte bietet sowohl Klassiker als auch originelle Kreationen wie den Wiesenfleck, eine Mischung aus Flammkuchen und Pizza.

Die Wiesenalm liegt zwischen den Mittelstationen der Rosenalmbahn und der Karspitzbahn und kann zu Fuß, mit der Seilbahn oder mit dem Auto erreicht werden. Rohrberg 120 in Zell am Ziller,  wiesenalm.at

Gasthof Schulhaus
Gasthof Schulhaus

Gasthof Schulhaus

Dieses Restaurant in Zellberg ist der richtige Ort für echte Feinschmecker. Küchenchef Stefan Geisler kocht auf hohem Niveau, sowohl regionale Klassiker – raffiniert präsentiert – als auch moderne Fine-Dining-Kreationen mit hochwertigen (Bio-)Produkten aus dem Zillertal. Sogar das leckere Brot wird im Haus gebacken. Vater Christoph, der die Bedienung leitet, kann Sie bei der Wahl der richtigen Weine aus der ausgiebigen Weinkarte gut beraten. Die Gaststube ist gemütlich, mit viel Holz, warmen Farben und geschmackvoller Dekoration. Von der Terrasse aus haben Sie einen weiten Blick auf das Zillertal. Das Restaurant liegt ziemlich hoch und ist am besten mit dem Auto zu erreichen. Sie können auch in einem der an das Restaurant angeschlossenen Gästezimmer oder – ideal für Familien – in Ferienwohnungen im Tiroler Stil übernachten.

Zellberg 162 in Zellberg,  schulhaus.tirol

4. Einkaufen

Käserebellen

Die Rebellenalm der Käserebellen

Im Zillertal wird nach wie vor in großem Umfang Rinderzucht betrieben, die hauptsächlich auf die Milchproduktion ausgerichtet ist. Daher können Sie köstliche Käsesorten kaufen. Wir haben bereits das Geschäft der  Hochzeller Käsealm am Hainzenberg erwähnt. Eine weitere gute Adresse ist der Almladen der  Käserebellen in Zell am Ziller (Unterdorf 20). Diese Käserei verarbeitet Heumilch von Bergbauern aus dem gesamten Alpenraum zu nachhaltig produziertem, handwerklich hergestelltem Heumilchkäse. Auch auf dem Bauernmarkt rund um den Musikpavillon in Zell am Ziller kann man von Juni bis September jeden Mittwochnachmittag (16 bis 19 Uhr) neben vielen anderen Produkten auch Käse kaufen.

Ein etwas anderes Geschäft ist Werkstück, das sich auf Bäckereibedarf spezialisiert hat. Nicht nur für Fachleute, sondern auch für Privatpersonen, die eine Getreidemühle, einen Brotkorb oder eine Brottrommel, Backgewürze und so weiter suchen. In der Filiale in Zell am Ziller (Unterdorf 2) werden auch handgefertigte Geschenkartikel und regionale Produkte wie Öl, Essig und Kosmetik verkauft. Es gibt auch ein kleines Café.

Shop

Shop der Zillertaler Brauerei © Zillertaler Bier

Im großen Shop der Zillertaler Brauerei (Bräuweg 1 in Zell am Ziller) werden neben Bier und alkoholfreien Getränken auch allerlei Bier-Gadgets, Souvenirs und andere regionale Produkte verkauft.

5. Andere Tipps

Allgemein

Die Zillertal Arena, eine von vier Ferienregionen im Tiroler Zillertal, umfasst die Orte Zell-Gerlos in Tirol sowie Wald-Königsleiten und Krimml-Hochkrimml im Salzburgerland. Internationale Züge halten in Jenbach/Tirol, von wo aus die Zillertalbahn an den Dörfern des Zillertals vorbei bis zur Endstation in Mayrhofen fährt. Mit dem Auto erreichen Sie das Zillertal über die Inntalautobahn A12. Vom nächstgelegenen Flughafen in Innsbruck (40 km) können Sie weitere Transporte mit einem Shuttle-Service buchen:  tirol-taxi.at

Allgemeine Informationen über Unterkünfte, Gastronomie, Veranstaltungen, Attraktionen, Wanderwege, Mountainbiketrail, etc. in der Zillertal Arena gibt es im Tourismusbüro: Dorfplatz 1a in Zell am Ziller, zillertalarena.com

Mehr Informationen über das Zillertal: zillertal.at

Zillertal Activcard

Bei einem Sommerurlaub in der Zillertal Arena kann es sich lohnen, die Zillertal Activcard zu kaufen. Mit dieser Karte erhalten Sie Ermäßigungen auf Aktivitäten und können pro Tag eine Bergbahn Ihrer Wahl hinauf- und hinunterfahren, eines der Schwimmbäder kostenlos nutzen und kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren (ausgenommen die Dampfbahn).

Gauderfest
Gauderfest Zell am Ziller

Gauderfest Zell am Ziller © Zillertal Arena

Das wichtigste Ereignis im Zillertal ist das jährliche  Gauderfest. Das größte Frühlings- und Trachtenfest Österreichs findet seit 1428 jedes erste Maiwochenende in Zell am Ziller statt und gehört seit 2014 zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Die Ausgabe 2022 ist vom 28. April bis zum 1. Mai geplant.

Lesen Sie auch unsere Berichte über das THERESA Wellness- & Genießer Hotel in Zell am Ziller und über den Hintertuxer Gletscher in der Zillertaler Ferienregion Tux-Finkenberg.

Grüne und rote Kirchtürme
Kirchtürme

Kirchtürme von Schlitters und Zell am Ziller

Warum gibt es im Zillertal rote und grüne Kirchtürme? Ein Blick in die Geschichte löst das Rätsel. Seit 730 n. Chr. gibt es im Zillertal eine Diözesangrenze, zunächst zwischen der Erzdiözese Salzburg und der Diözese Brixen in Südtirol. Die Türme der zu Salzburg gehörenden Kirchen leuchteten grün, da sie mit Kupferschindeln bedeckt waren. Das Kupfer symbolisierte Reichtum. Die Erzdiözese Salzburg konnte sich das teurere Metall zur Verzierung ihrer Türme leisten. Die ärmere Diözese Brixen musste sparsamer sein und griff daher auf die günstigeren roten Ziegel zurück.

Anhand der Farbe der Türme im Zillertal kann man heute noch erkennen, zu welcher Diözese die Kirche gehört. In den Gemeinden östlich des Zillerbachs (Gerlos, Zell am Ziller, Hart, Brandberg, Stumm und Mayrhofen) ist es die Erzdiözese Salzburg (Dekanat Zell am Ziller). Seit der Angliederung Südtirols an Italien im Jahr 1919 fallen die ehemaligen Brixner Kirchen in den westlichen Gemeinden (u.a. Fügen, Tux und Schlitters) in die Zuständigkeit der Diözese Innsbruck.

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