Serfaus-Fiss-Ladis

 Vom Bauerndorf zum Wintersportort

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Wie aus den einst armen Bauerndörfern Serfaus, Fiss und Ladis einer der erfolgreichsten Wintersportgebiete Tirols wurde… und wie der Tourismus heute eine wichtige Säuleder Landwirtschaft ist.
Skifahren in Serfaus-Fiss-Ladis

Skifahren in Serfaus-Fiss-Ladis © Andreas Kirschner

Wer heute die Region Serfaus-Fiss-Ladis besucht, spürt die bittere Armut nicht mehr, die bis in die 1960er Jahre auf dem Sonnenplateau herrschte. Das Skigebiet ist schneesicher, vielseitig und familienfreundlich. Die Infrastruktur ist hervorragend: gute Unterkünfte, gemütliche Berghütten, moderne Seilbahnen und in Serfaus sogar eine Dorf-U-Bahn. Das Après-Ski ist gemütlich, aber nicht zu ausgelassen. Die Aussicht auf die Samnaungruppe, die Ötztaler Alpen und das Oberinntal ist auf jeden Fall grandios.

Skilehrer, Hotelier, Landwirt

Wellness-Residenz Schalber

Wellness-Residenz Schalber © Lukas Kirchgasser

Alois Schalber (geb. 1948) war erst vier Jahre alt, als sein Vater starb und seine Mutter den Hof in Serfaus alleine weiterführen musste. Damals lebte jeder von der Landwirtschaft, erinnert er sich. “Jede Familie besaß ein oder zwei Schlachtschweine. Das Fleisch wurde gesalzen und musste für das ganze Jahr reichen. Es gab zwei Mühlen, die das Getreide für alle Bauern mahlten. Jeder hat sein eigenes Brot gebacken. Wir waren völlig autark. Oft lebten zwei oder drei Familien zusammen in einem Haus.“

Rosi & Alois Schalber

Rosi & Alois Schalber © Lukas Kirchgasser

Als ältestes von drei Kindern ging Alois Schalber schon früh auf den jährlichen Viehmarkt in Bozen (Südtirol), um mit Ochsen zu handeln. “Jeder in der Region züchtete Tiroler Grauvieh. Kastrierte männliche Tiere wurden zum Ziehen von Wagen mit Heu und Holz oder bei der Forstwirtschaft eingesetzt. Ein paar schöne Exemplare konnten auf dem Jahresmarkt einen guten Preis bringen. Das hat geholfen, zu überleben.“

Schon damals gab es Wintersportgäste in Serfaus. Die Eröffnung der Alpenvereinshütte Kölner-Haus des Deutschen Alpenvereins auf dem Komperdell im Jahr 1929 (und damit die Erwähnung der Region in Reiseführern) hatte den Weg für den Tourismus geebnet. Nach dem Tod ihres Mannes begann Schalbers Mutter, wie viele andere Landwirte auch, Zimmer mit Frühstück als Nebenerwerb zu vermieten. Dank einer neuen Busverbindung konnten Schalbers jüngere Brüder die Mittelschule in Prutz besuchen und wurden später Ärzte und Lehrer. Für Alois selbst endete die Ausbildung nach der Volksschule, auch weil er als ältester Sohn ohnehin zu Hause bleiben musste, um die Landwirtschaft weiterzuführen. Nebenbei arbeitete er ab seinem vierzehnten Lebensjahr während der Wintermonate in der örtlichen Skischule. Außerdem stellte sich heraus, dass er einen unternehmerischen Instinkt hat. 1972 eröffnete er neben seinem Elternhaus den Serfauser Hof: ein Café und Après-Ski-Lokal („Thé dansant mit Live-Musik“), das später um ein Hotel-Restaurant erweitert wurde. Unter anderem dank seiner zahlreichen Kontakte als Skilehrer wurde es ein Erfolg. Im Jahr 1990 ließ er am Ortsrand ein wesentlich größeres und luxuriöseres Hotel errichten: das heutige Wellness-Hotel Schalber. Zusammen mit seiner Frau Rosi hatte er fünf Kinder. Vier von ihnen arbeiten im Familienbetrieb: Neben dem Hotel Schalber und dem Serfauserhof gibt es auch die Schalberhütte und Ferienwohnungen. Obwohl er zu den erfolgreichsten Unternehmern der Region zählt, ist Alois Schalber immer Landwirt geblieben. Er hält Kühe und züchtet Haflingerpferde. „Die Landwirtschaft kostet Zeit, Geld und Mühe, aber ich möchte sie weiter betreiben, weil ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin und alles, was ich erreicht habe, diesem verdanke. Ich sehe es als meine Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass das so bleibt. “

Dorf-U-Bahn

Märchenhafte Aussicht auf Serfaus

Märchenhafte Aussicht auf Serfaus © Andreas Kirschner

Serfaus ist heute der größte und touristischste Ort im Dreigestirn Serfaus-Fiss-Ladis. Es ist ein lebendiger Ort mit Geschäften, Restaurants, Cafés und etwa siebentausend Gästebetten auf elfhundert Einwohner. Der Tourismus hat sich hier relativ schnell entwickelt. Der Großvater von Bürgermeister Paul Greiter war ein so genanntes Schwabenkind: Kinder zwischen sieben und vierzehn Jahren aus armen Bauernfamilien, die im Sommer als Saisonarbeiter nach Deutschland geschickt wurden, um zu Hause ein Maul weniger zum Essen haben und etwas Geld für den Herbst und Winter zu verdienen.

Ab den 1930er Jahren ermöglichte der Tourismus den Landwirten, mit der Vermietung von Zimmern zusätzliches Geld zu verdienen und ihre Kinder nicht wegschicken zu müssen. Als die Zahl der Wintersportgäste weiter anstieg, verkauften sie ihre Grundstücke nicht an fremde Investoren (wie es oft andernorts der Fall ist), sondern begannen mit dem Bau eigener Hotels, Restaurants und Wohnungen. Greiter: „Es liegt in unserer Natur, dass wir sehr stark an Besitz gebunden sind. Wir sind und waren nie sehr geneigt, Land zu verkaufen, um schnelles Geld zu verdienen.

U-Bahn in Serfaus

U-Bahn in Serfaus

Ein Schlüsseljahr in der Entwicklung von Serfaus war die frühe Entscheidung (1973), das Dorf autofrei zu machen. „Damals war das ebenso visionär wie unvermeidlich“, sagt Greiter. „Der Komperdellift zum Skigebiet wurde 1958 gebaut, nicht an einer Durchgangsstraße, sondern am Ende des Dorfes, wo die Straße einfach endet. Als der Wintertourismus weiter zunahm, wurde der Verkehr zu einer enormen Belastung. Wir standen mit dem Rücken zur Wand und mussten etwas tun. “

Und so wurde am Ortseingang eine Schranke errichtet, vor der ein großer Parkplatz liegt. Kostenlose Busse brachten Tagesausflügler zur Talstation der Bahn, doch auch dies erwies sich bald als unzureichend. Die Kombination aus vielen Bussen und vielen skifahrenden Fußgängern verursachte immer noch Geruchs- und Lärmbelästigung und Staus in den engen Straßen. Auch das Unfallrisiko war hoch. Eine Umleitung kam nicht in Frage, da eine solche Straße über das Land von mindestens hundert verschiedenen Eigentümern geführt hätte. Der Plan für eine unterirdische Metro wurde verworfen, als sich bei einem Erkundungsbesuch in Paris herausstellte, dass die Züge bis in den fünften Stock der Häuser entlang der Strecke zu hören waren: für die Anwohner und die Stadtverwaltung inakzeptabel. Auf der Suche nach einer leiseren Alternative fiel die Wahl schließlich auf einen Luftkissenzug (der sich ohne direkten Kontakt mit den Schienen bewegt) der amerikanischen Firma Otis.

Kunst im Bahnhof Zentrum

Kunst im Bahnhof Zentrum

Mit dem Bau wurde 1984 begonnen, und die erste Zugfahrt fand am 14. Dezember 1985 statt. Seither gleitet die Dorfbahn Serfaus – offiziell U-Bahn genannt – unter dem Dorf hindurch. In den letzten Jahren wurden umfangreiche Investitionen in die Modernisierung der Züge und der vier Bahnhöfe getätigt. Seitdem sind die Haltestellen „Stadtmitte“ und „Kirche“ als Informationszentren über die kulturelle und touristische Entwicklung von Serfaus eingerichtet worden, und Kinder der Urlauber haben die Nahmen der Haltestellen eingesprochen. Von Anfang an waren die Fahrten kostenlos. Eine bewusste Entscheidung, so Greiter. Die Dorfbahn ist Eigentum der Komperdellbahngesellschaft, die wiederum vollständig im Besitz der Gemeinde ist. „Unser Ziel war es nicht, Geld zu verdienen, sondern das Dorf wieder lebenswert für unsere Bewohner und attraktiv für unsere Gäste zu machen. Als Kommune sind wir glücklicherweise in der Lage, andere strategische Entscheidungen zu treffen als ein privater Investor, der hauptsächlich an Gewinn interessiert ist.“

Unter einem Dach

Dorfbrunnen in Fiss mit monumentalen Bauernhöfen im Hintergrund

Dorfbrunnen in Fiss mit monumentalen Bauernhöfen im Hintergrund

Während der Tourismus in Serfaus schnell Einzug hielt, war dies im kleineren Bergdorf Fiss (950 Einwohner) nicht der Fall. „Wir waren wirklich ein traditionelles Bauerndorf. Obwohl die Bauern arm waren, konnten sie lange Zeit von dem leben, was die Wiesen und Felder hergaben, und sie hatten Angst, dass der Tourismus alles zerstören würde“, sagt Hubert Pale (geb. 1959), Geschäftsführer der Bergbahnen Fiss. Gleichzeitig gab es aber auch ein Problem. Viele Frauen sind in die Schweiz gegangen, um als Haushälterinnen oder im Tourismus zu arbeiten – einfach weil sie hier außerhalb der Landwirtschaft keinen Lebensunterhalt verdienen konnten. So ist meine Mutter in Luzern gelandet. Mein Vater besuchte sie und sah, wie der Tourismus zu einer besseren Zukunft führen könnte. Als er 1953 Bürgermeister wurde, begannen er und andere darüber nachzudenken, wie Fiss als Wintersportort entwickelt werden könnte, ohne den Charakter des Dorfes zu beeinträchtigen.

„Gute Stube“ in s’Paules & s’Seppls

Da viel Überzeugungsarbeit geleistet werden musste, geschah dies zögerlich und in Etappen. Im Jahr 1969 wurde der Sessellift zur Möseralm gebaut. Andere Lifte folgten Schritt für Schritt. Durch die strengen Auflagen für Neubauten ist das Erscheinungsbild des sechshundert Jahre alten Dorfkerns mit seinen charakteristischen Bauernhäusern tatsächlich weitgehend erhalten geblieben. Das Museum s’Paules & s’Seppls Haus bietet einen Einblick in das Leben der Bauern in der Vergangenheit: Das ehemalige Bauernhaus im Zentrum von Fiss wurde von zwei Familien gemeinsam genutzt. Die letzten Bewohner waren die Großeltern von Hubert Pale (die 1963 umzogen) und die Familie Pregenzer (die 1983 umzog). Jeder hatte seine eigene Wohnstube, Schlafzimmer, Speisekammer, Stall, Keller und Werkstatt. Die Küche wurde von den beiden Familien gemeinsam genutzt, wobei der Raum durch eine Kreidelinie auf dem Boden geteilt wurde. Die Dokumente, die die genaue Aufteilung des Anwesens dokumentieren, befinden sich heute in den Vitrinen des ehemaligen Kuhstalls. Für die zwanzig Menschen, die hier am Ende mit ihren Kühen, Pferden, Schweinen, Schafen, Ziegen und Hühnern lebten, gab es nicht viel Privatsphäre. Alles in allem ist die Ausstattung so dürftig, dass man sich kaum vorstellen kann, dass das Bauernhaus noch bis in die 1980er Jahre bewohnt war.

Landwirtschaft im Nebenerwerb

Aussicht auf Ladis

Aussicht auf Ladis

Ladis, das dritte und kleinste Bauerndorf (540 Einwohner) im Skigebiet, hat überraschenderweise die längste Geschichte als Tourismusort. Schon im späten Mittelalter zogen die heilenden Schwefel- und Säurequellen des Weilers Obladis adelige Gäste an, und 1833 wurde dort ein großes Kurhotel errichtet. Die kunstvollen Lüftlmalereien an den jahrhundertealten Bauernhöfen im gut erhaltenen Ortskern von Ladis zeugen vom Wohlstand, den die Kurgäste mitbrachten. All dies fand ein jähes Ende, als das Kurhotel Obladis 1972 abbrannte und nicht wieder aufgebaut wurde. Um dem Tourismus einen neuen Impuls zu geben, wurden Ladis und Fiss 1974 durch einen Sessellift (inzwischen durch die Sonnenbahn ersetzt) verbunden. Das war der Anfang des Skigebiets Fiss-Ladis.

In Fiss-Ladis gehören 85 Prozent der Liftgesellschaften den beiden Gemeinden, dazu kommen rund 250 private Kleinaktionäre aus den Dörfern selbst. Wie in Serfaus ist auch hier die Gewinnmaximierung kein Thema, erklärt Geschäftsführer Hubert Pale: „Wir haben nie Gewinn gemacht, sondern investieren alles in die Lifte und in die Dörfer selbst. “

Die kunstvollen Wandmalereien in Ladis zeugen vom Wohlstand

Die kunstvollen Wandmalereien in Ladis zeugen vom Wohlstand

Sowohl in Serfaus als auch in Fiss-Ladis leben die meisten Menschen heute hauptsächlich vom Tourismus. Die Landwirtschaft ist zu einem Nebenerwerb geworden. Die noch aktiven Landwirte (insgesamt etwa einhundert) bewirtschaften fast achthundert Hektar Ackerland und halten etwa achthundert Stück Vieh: neben Rindern auch Pferde, Schafe und Ziegen. Außerdem vermieten fast alle Ferienwohnungen und haben einen festen Arbeitsplatz: Aufgrund der flexiblen Arbeitszeiten arbeiten sie oft bei den Liftgesellschaften. Um die Landwirtschaft in einer ansonsten sehr touristischen Gegend attraktiv zu machen, erhalten sie Subventionen für die Pflege der Weiden und Hilfe bei der Schädlings- und Krankheitsbekämpfung. Noch wichtiger ist, dass der Großteil ihrer Produkte (allein 170 Stück Schlachtvieh und 17.000 Kilo Käse pro Jahr) vom örtlichen Hotel- und Gaststättengewerbe zu einem besseren Preis (etwa 15 Prozent mehr) gekauft wird, als sie von Zwischenhändlern erhalten würden. Die Liftgesellschaften der Gemeinden (die auch eigene Restaurants haben) bieten sogar eine Abnahmegarantie. Dank dieser Unterstützung gibt es immer noch viele junge Menschen, die eine Landwirtschaft betreiben wollen. Leidenschaftliche Landwirte haben sogar zur Wiedereinführung der „vergessenen“ Fisser Imperial Gerste beigetragen. Die robuste Getreidesorte wurde in den 1930er Jahren speziell für dieses sonnige Plateau entwickelt und später sogar in die Vereinigten Staaten exportiert. Nach einem erfolgreichen Comeback ist es heute die touristische Visitenkarte von Fiss. Neben Brot wird das Getreide auch in Restaurants als Risotto oder Suppe verkocht, und inzwischen wird sogar Bier und ein Single Malt Whisky (Fissky) daraus hergestellt.

Liebesbeziehung

Piste im Skigebiet von Serfaus-Fiss-Ladis

Piste im Skigebiet von Serfaus-Fiss-Ladis

Serfaus-Fiss-Ladis ist seit der Wintersaison 1999/2000 ein zusammenhängendes Skigebiet. Vorausgegangen waren zwanzig Jahre Verhandlungen zwischen Serfaus und Fiss-Ladis, insbesondere über die gegenseitige Aufteilung der Einnahmen. Nachdem die Entscheidung gefallen war, ging alles ganz schnell. Fünf neue Lifte wurden gebaut, um die Skigebiete zu verbinden, erhebliche Investitionen in die Beschneidung wurden getätigt und die bestehende Gastronomie erhielt ein Facelifting. Die Befürchtung, dass nicht alle Dörfer gleichermaßen von der Verbindung profitieren würden, erwies sich als unbegründet, und aus der Vernunftehe ist inzwischen eine Liebesbeziehung geworden.

Bürgermeister Paul Greiter

Bürgermeister Paul Greiter

Durch das Zusammenspiel von Landwirtschaft und Tourismus wird die Landschaft zu jeder Jahreszeit optimal gepflegt und genutzt. Wo im Winter die Pisten locken, weidet im Sommer noch das Tiroler Grauvieh, und dank der für Touristen angelegten Wanderwege können nun auch die Bauern ihre oft weit verstreuten Parzellen leichter erreichen. An Hängen, die im Winter schneebedeckt sind, wird die Bewässerung der manchmal knochentrockenen Almen im Sommer erheblich erleichtert. Die Seilbahngesellschaften haben auch dafür gesorgt, dass steil abfallende Almen abgeflacht wurden, und die Bewirtschaftung dieser Almen durch die Landwirte bietet zusätzlichen Schutz vor Lawinen.

Serfaus-Fiss-Ladis zeigt, wie ein Skigebiet wachsen kann, ohne seine Bodenhaftung zu verlieren. Serfaus Bürgermeister Paul Greiter: „Wir wollen nicht immer mehr Betten und wir brauchen nicht das größte Après-Ski oder Nachtleben. Wir investieren lieber in Qualität und Exklusivität, damit wir die Preise auf einem guten Niveau halten können. In vielen Skigebieten sieht man, dass die einheimische Bevölkerung die Last, aber nicht die Freude am Tourismus hat. Als Bauern waren wir es gewohnt, sehr hart zu arbeiten, und das taten wir auch, als die Touristen kamen. Dann haben wir das Risiko der Investition selbst übernommen und die Spekulanten auf Abstand gehalten. Jetzt, wo es ein Erfolg ist, wollen wir selbst davon profitieren.“

Isodor Pale

Isidor Pale

Isidor Pale

Eine besondere Persönlichkeit in der Geschichte von Fiss ist Isidor Pale (1897-1968). Bis 1961 (als er in ein Kloster und Pflegeheim ging) lebte er mit seinem Cousin Franz (dem Vater von Hubert Pale von den Bergbahnen Fiss) im s’Paules und s’Seppls Haus. Der alleinstehende Isidor arbeitete als Totengräber und Nachtwächter. Trotz seines seltsamen Aussehens haben ihm die Kinder geliebt – er war ein großartiger Geschichtenerzähler und hatte immer Schokolade in der Tasche. Obwohl er nie studiert hat, hinterließ er eine Fülle von religiösen und philosophischen Texten und (Nonsens-) Gedichten, die an den Dadaismus erinnern.

Kua Mensch denkt an
kua Ewigkeit,
kua Mensch denkt an
kua Höll

Pale schrieb seine Beobachtungen und Gedanken nicht nur in Tagebüchern nieder, sondern auch mit Bleistift in einer kleinen und fast unleserlichen Schrift auf buchstäblich alles: die Außenwände von s’Paules und s’Seppls Haus, die Tapeten in seinem Zimmer, Kisten, Öfen, Ställe im Dorf… Sein ehemaliges Schlafzimmer im Bauernhaus ist dank der vollgeschriebenen Wände ein Museum im Museum. Fast am Ende seines Lebens wurde Isidor gebeten, eines seiner Gedichte in einer Radiosendung vorzutragen. So blieb auch seine Stimme erhalten. Auf dieser Aufnahme, die an einer Abhörstation im Museum zu hören ist, zeigt er ein großartiges Gefühl für Klang und Rhythmus. Wäre er nicht in einem armen Bauerndorf aufgewachsen und hätte er studieren können, wäre Isodor vielleicht ein berühmter Schriftsteller und Dichter geworden. Laut Hubert Pale – der ihn als Junge regelmäßig besuchte – war er auf jeden Fall ein glücklicher Mensch.

Tipps & Adressen

Allgemein

Die Ferienregion Serfaus-Fiss-Ladis liegt auf einem Hochplateau (1200-1400 Meter) im oberen Inntal in Tirol und bietet 214 Kilometer präparierte Pisten bis auf eine Höhe von 2.820 Metern. Allgemeine Informationen zu Unterkünften, Gastronomie, Veranstaltungen, Attraktionen, Wintersportmöglichkeiten, Skischulen und Liftbetriebszeiten im Tourismusbüro: Gänsackerweg 2 in Serfaus, serfaus-fiss-ladis.at

Serfaus-Fiss-Ladis bietet ein breites Spektrum an Aktivitäten für Familien, darunter die Kinderschneealm und der Murmlipark in Serfaus sowie Bertha’s Kinderland und die Kindervilla in Fiss-Ladis. Mehr auf der Kinder-Website: murmli-bertha.at

Unterkünfte

Jennys Schlössl
Der Infinity Pool in Jenny's Schlössl bietet einen wunderschönen Ausblick

Der Infinity Pool in Jenny’s Schlössl bietet einen wunderschönen Ausblick © Jenny’s Schlössl

Gute Zimmer und sehr aufmerksamer Service in diesem Hotel mit guten Wellnesseinrichtungen, ruhig gelegen in Gehdistanz zum Komperdellift in Serfaus. Anders als üblich: Aussehen und Einrichtung erinnern eher an Griechenland als an Österreich. Das Essen ist gut und oft festlich: von Galadiners bis zu Gourmetgerichten. Plojenweg 9 in Serfaus, schloessl.com

Schalber

Großes und geräumiges Fünf-Sterne-Superior-Wellnesshotel in der Nähe des Parkplatzes/Startpunktes Dorfbahn in Serfaus. Die Inneneinrichtung ist eine Kombination aus englischem Landhausstil und alpinem Schick. An den Wänden ist viel (regionale) Kunst zu sehen. Die vergrößerten Schwarz-Weiß-Fotos im Speisesaal zeigen den Besitzer Alois Schalber als Junge mit Pferd und Wagen auf dem Feld und später als Skilehrer. Dorfbahnstraße 15 in Serfaus, schalber.com

Hotel Tirol
Hotel Tirol Fiss

Hotel Tirol Fiss

Das Hotel Tirol in Fiss wird von der warmherzigen Familie Pregenzer geführt. Die geräumigen Zimmer und Suiten sind mit alpinem Charme eingerichtet und das Hotel verfügt über einen schönen Wintergarten mit Kamin, ein Sky Spa und einen Infinity Pool auf der Dachterrasse mit Blick auf die Bergwelt. Angerweg 1 in Fiss, hotel-tirol.net

Gastronomie

Die Berghütten und Restaurants in Serfaus-Fiss-Ladis sind über das gesamte Wintersportgebiet verteilt und verwenden fast ausschließlich Produkte von regionalen Bauern. Ein besonderes kulinarisches Erlebnis ist ein Bergfrühstück oder „Sunset-Dinner“ in der Hexenseehütte (2450 m) im Skigebiet Masner (Serfaus), zumal Sie mit dem umgebauten Pistenbully Masner Express gebracht und abgeholt werden.

Crystal Cube © Serfaus Fiss Ladis, Foto Müller

Für Feinschmecker gibt es den Crystal Cube, einen großen Würfel, der schräg in der Landschaft auf dem Zwölferkopf in Fiss steht, direkt neben der Bergstation der Almbahn und der dortigen Aussichtsplattform. Von außen kann man das Innere nicht sehen und die umliegenden Berge spiegeln sich in der Glasfassade. Von hier aus hat man einen 360-Grad-Panoramablick auf die Berglandschaft. Sie können dort unter anderem ein Sektfrühstück oder einen High Tea genießen. Die Anzahl der Plätze ist sehr begrenzt (10 Personen) und eine Reservierung ist erforderlich.

Ideal für Familien ist das Restaurant Sonnenburg bei der Mittelstation der Sonnenbahn in Fiss. Das Selbstbedienungsrestaurant bietet u.a. italienische und regionale Kindergerichte an.

Gerti’s Café (links unten) vor der Burg Laudeck

Gerti’s Seecafé in Ladis schließlich lädt zu Kaffee und Kuchen oder einem Eis ein, auch dank seiner idyllischen Terrasse direkt am Schlossteich. Eine Übersicht über alle Gastronomiebetriebe finden Sie unter: serfaus-fiss-ladis.at (siehe unter Winterurlaub / Erlebnis & Genuss)

Erste Spur

Zuerst gleiten Sie unter Anleitung erfahrener Skiführer die frisch präparierten Pisten hinunter, noch bevor die Lifte öffnen. Anschließend genießen Sie ein herzhaftes Bergfrühstück in der Zirbenhütte in Fiss oder in der Ski Lounge in Serfaus. Klicken Sie hier für weitere Informationen und Reservierungen.

Sehen & Tun

`s Paules & `s Seppls Haus
Schlafzimmer und Pales Schrift an der Wand

Schlafzimmer und Pales Schrift an der Wand

Das Heimatmuseum in einem großzügigen, ursprünglichen Bauernhof (Oberinntaler Transithaus) bietet einen authentischen Einblick in das bäuerliche Leben und die landwirtschaftliche Architektur im Tiroler Oberland. Ein eigener Raum ist dem bemerkenswerten Fisser Dichter Isodor Pale gewidmet (siehe Kasten). Außerdem gibt es eine Sonderausstellung über das Fisser Blochziehen, eine Faschingstradition, die alle vier Jahre stattfindet (das nächste Mal im Jahr 2022) und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Im Empfangsbereich des Museums können Sie regionale Produkte wie Fisser Imperialgerste und Schnaps kaufen. Puintweg 1 in Fiss, museum-fiss.at

Gemeindemuseum Serfaus

Dieses kleine Museum bietet einen Blick hinter die Kulissen des religiösen Lebens in der Region, anhand von Gemälden, Statuen, Textilien, Glasmalereien und anderer christlicher Kunst aus dem Mittelalter. Dorfbahnstraße 25 in Serfaus, pfarrmuseum-serfaus.at

Veranstaltungen

Adventure Night & Nightflow
Adventure Night Serfaus

Adventure Night Serfaus © Serfaus-Fiss-Ladis, Foto Müller

Die Adventure Night findet in der Wintersaison wöchentlich an der Mittelstation des Komperdelliftes in Serfaus statt, mit Feuerwerk, Lasershow, Musik, Schneestunts und Akrobatik der Skischule Serfaus. Dank der ausgefeilten Choreografie und der fantastischen Kostüme wirkt es eher wie ein Musical als die üblichen Skischul-Shows. Danach können Sie die beleuchtete Piste hinunterfahren oder rodeln. Die beste Aussicht hat man von der Terrasse des Panoramarestaurants Komperdell (nur in Verbindung mit einem Abendessen hier, Reservierung erforderlich).

Die wöchentliche Show Nightflow der Skischule Fiss auf der Möseralm findet jeweils dienstags statt und kann auch mit Nachtskifahren kombiniert werden. Das Abendessen kann auf Vorbestellung im Bergrestaurant Möseralm oder im Familienrestaurant Sonnenburg (kinderfreundliches Buffet) eingenommen werden.

Magic Ladis

Der charmante Wochenmarkt in Ladis (jeden Donnerstag) wird nicht nur wegen Glühwein, Punsch, Snacks, Musik und Kunsthandwerk besucht, sondern auch wegen seiner stimmungsvollen Lage am zugefrorenen (Eislauf-)Teich am Fuße der Burg Laudeck.

Rätselkarte - Geister-Sticker