• Entschleunigen im Großen Walsertal

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Ferien im Großen Walsertal stehen für Ruhe, Raum und Besinnung. Reportage aus dem UNESCO-Biosphärenpark in Vorarlberg mit seiner nahezu unberührten Natur und einer von den Walsern geprägten Kultur.

Das Große Walsertal oder Großwalsertal ist gar nicht so groß. Auf einer Länge von 25 Kilometern erstreckt er sich von Ost nach West im Herzen Vorarlbergs. Groß ist das Angebot an natürlicher Schönheit. Denken Sie an steile Berghänge mit Wäldern und Gebirgsbächen, an Almen und Blumenwiesen, an Bergseen, Schluchten, steile Hänge, einen Fluss (die Lutz), der das ganze Tal durchfließt, und an Ausblicke auf vierzig Gipfel der Nördlichen Kalkalpen: die Untergruppen des Bregenzerwaldes im Norden und des Lechquellengebirges im Süden und Osten. Die sechs Gemeinden, die fast alle auf der Sonnenseite (Sonnhang) des V-förmigen Tals liegen, haben zusammen knapp viertausend Einwohner. Wir befinden uns in einer der am dünnsten besiedelten Regionen Österreichs, mit genügend Platz für Touristen, die den Massen ausweichen wollen und Ruhe und Erholung suchen.

Seit dem Jahr 2000 ist das Große Walsertal ein UNESCO-Biosphärenpark, der u.a. für eine harmonische Verbindung von Mensch und Natur und damit für nachhaltigen Tourismus steht. Große Hotelketten gibt es hier kaum. Die meisten Unterkünfte sind Familienbetriebe mit einer geordneten Anzahl von Zimmern und einer langen Tradition. Sie brauchen nicht unbedingt ein Auto. Tatsächlich sind viele Wege zu Almen und Berghütten für den motorisierten Verkehr gesperrt, können aber mit dem speziellen Wanderbus erreicht werden. Drei Bergbahnen (in Faschina, Sonntag und Damüls) bringen Sie zudem bequem in verschiedene Wandergebiete.

Walser aus dem Wallis

Die frühesten Bewohner des Großwalsertals waren rätoromanische Bauern, die um 1000 n. Chr. aus dem benachbarten Walgau kamen und sich im weitesten und am besten zugänglichen vorderen Teil des Tales, um die heutigen Gemeinden Thüringerberg, St. Gerold, Blons, Raggal und Marul herum, ansiedelten. Seinen Namen verdankt das Tal jedoch den Walsern, die es im 14. Jahrhundert vom Schweizer Kanton Wallis aus kolonisierten und die deutsche Sprache brachten. Ihre Ankunft wird zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahr 1313 erwähnt, in der die Grafen von Montfort (die von Feldkirch aus das Tal beherrschten) zwei Walserfamilien ein Lehen gaben. Diese Walser-Familien besiedelten das Tal von hinten aus (von Damüls im Osten) und zogen dann immer weiter. Nach und nach vertrieben sie die rätoromanische Bauern aus dem vorderen Tal, so dass heute nur noch die Namen einiger Felder und Dörfer an ihre Anwesenheit erinnern. Zum Beispiel bedeutet Blons im Rätoromanischen „kleine Ebene“.

„Die Walser hatten eine besondere Stellung“, sagt Direktor David Ganahl vom Museum Großes Walsertal. „Sie waren freie, unabhängige Bauern und Holzfäller, die auch von den Grafen von Montfort als Zollbeamte und Wächter der Pässe angeheuert wurden. Sie durften auch ihre eigenen Gerichte haben. In ganz Vorarlberg gab es vier Walsergerichte, zwei davon im Tal: das Untere und das Obere Gericht. Die aus dem Gebiet des Oberen Gerichts, zwischen Damüls und Fontanella, werden im Dialekt immer noch Drobergerichtler genannt“.

Als Gegenleistung für ihre Freiheit leisteten die Walser in Kriegszeiten Militärdienst. Dies wurde ihnen zum Verhängnis, als am 20. April 1499 die große Schlacht von Frastanz (bei Feldkirch) zwischen dem Schwäbischen Bund mit dem Montforter Grafen einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits geschlagen wurde. Ganahl: „In diesen Kämpfen wurden sechsundfünfzig junge Walser getötet, damals etwa die gesamte männliche Bevölkerung in der Blüte ihres Lebens. Das Ereignis markierte einen Wendepunkt. Im Jahr 1508 wurden die Walser gezwungen, ihre Freiheit und Privilegien aufzugeben und wurden Leibeigene“.

Extremes Museum

Das Museum Großes Walsertal, nur einen Steinwurf von der Kirche in Sonntag entfernt, befindet sich in einem der ältesten Gebäude des Tales: einem Doppelhaus, dessen Kern fünfhundert Jahre alt ist. Im Laufe der Jahrhunderte beherbergte es ein Restaurant, eine Käserei, eine Bäckerei, eine Metzgerei und ein Privathaus. Seit 1981 ist es ein Museum, mit dem Lehrer David Ganahl als Direktor/Freiwilliger. In den letzten Jahren hat er im zunächst typischen Heimatmuseum eine zeitgenössische Ausstellung über die geographischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte des Lebens in dem dünn besiedelten Tal eingerichtet. All dies unter dem Motto: Leben in Extremlagen. „Natürlich finden wir unser Tal extrem schön“, sagt Ganash, „aber wir wollen es nicht idealisieren. Wir befassen uns also auch mit der Abwanderung aufgrund des Mangels an qualifizierten Arbeitsplätzen oder mit der extremen Polarisierung, die bei Wahlen in einem so dünn besiedelten Tal auftritt – ein echtes Problem für den Stammtisch.“

In den 21 Räumen wird ein Bogen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart gespannt, wobei die Geschichte der Kolonisation, die Einrichtung der Walserhäuser, die Entwicklung und gesellschaftliche Bedeutung der Trachten, die Walsersprache und der Umgang mit Krisensituationen wie Lawinen im Mittelpunkt stehen. Viele Objekte sind einzigartig für dieses Tal. In einem Raum, der der Rolle des Glaubens gewidmet ist, ist zum Beispiel eine Versehgarnitur zu sehen: eine Garnitur mit allen Notwendigkeiten für die Krankensalbung, die jede Familie früher standardmäßig im Haus hatte („Wie der Weihnachtsschmuck bei uns auf dem Dachboden bereit liegt“). Es ist auch ein Walser Seelenloch ausgestellt. Diese Schiebetür in der Hausfront wurde bei einem Todesfall geöffnet, damit die Seele ins Jenseits fliehen konnte, und dann wieder geschlossen, um den Teufel fernzuhalten. Ganahl: „Wir präsentieren diese Tür nicht nur als eine Form des Aberglaubens, sondern auch als Hilfe in einer Krisensituation. Ein geliebter Mensch ist gestorben, aber Sie akzeptieren das, indem Sie ihn auch symbolisch gehen lassen“.

Neben der Dauerausstellung zeigt das Museum auch Wechselausstellungen. Flecken 17 in Sonntag, walsermuseum.at

Klanginstallationen

Die Walser haben sowohl die Natur als auch die Kultur des Großen Walsertals geprägt. So dominiert in der Architektur die typische Walser-Blockhausbauweise: quadratische Häuser mit einer Fassade aus senkrechten Holzbohlen, teilweise zusätzlich mit hölzernen Schindeln verkleidet. Es sieht harmonisch aus, denn neben den älteren Häusern werden auch die meisten Neubauten in der traditionellen Architektur gebaut. Charakteristisch für Walsersiedlungen ist auch die Trennung von Haus und Stall, mit genügend Platz dazwischen, um im Brandfall mindestens eines der Gebäude retten zu können.

Neben dem nachhaltigen Tourismus ist die Landwirtschaft die wichtigste wirtschaftliche Aktivität im Tal. Auch hier haben die Walser mit der Dreistufenlandwirtschaft ihre Spuren hinterlassen, bei der die Kühe im Frühjahr von den Höfen im Tal auf die mittelhohen Almen (Maisäß) getrieben werden und erst im Sommer auf die höheren Almen gehen. Das Ergebnis der Beweidung auf mehreren Ebenen ist, dass mehr als ein Drittel der Fläche mit Weiden und Wiesen bedeckt ist. Eine offene Landschaft und damit ein perfektes Wandergebiet.

Unsere erste Wanderung führt uns nach Sonntag: einem ehemaligen Waldgebiet, das von den Walsern gerodet wurde, um Platz für Bauernhöfe zu schaffen. Einigen zufolge geht der Name des Dorfes auf die sonntägliche Segnung des Viehs in der Kapelle zurück, die die Walser im 14. Jahrhundert dort errichteten. Eine andere Theorie besagt, dass der Name von Dominicus abgeleitet ist: Schutzpatron der heutigen Pfarrkirche mit ihrem stolzen gotischen Turm. Schließlich ist sein Name vom lateinischen Dominica (Sonntag) abgeleitet.

An der Talstation in Sonntag steigen wir in die 16er-Kabinenbahn ein, die uns in das Wandergebiet Sonntag-Stein auf 1300 Meter bringt. Von der Bergstation aus folgen wir dem Rundweg Klangraum.stein, so genannt wegen der verschiedenen Klanginstallationen auf der Strecke, wie z.B. ein Tunnel mit Sonnenliegen über einen Bach (um dem Rauschen aufmerksam zuzuhören), Trichter, die den Umgebungsklang bündeln und eine Echowand. In Kombination mit dem überdachten Grillplatz und dem Kinderspielplatz auf halber Strecke ist dies ein idealer Familienausflug, aber die bezaubernde Landschaft mit wechselnden Wäldern, Bergbauernhöfen, Weiden mit grasenden Kühen, der kleinen Rosenkranzkapelle mit Steingarten und den vielen Ausblicken auf die malerischen, verstreut liegenden Dörfer macht diesen etwa dreistündigen Spaziergang (300 Höhenmeter) für jeden unwiderstehlich.

Die Gondelbahn macht gerade Mittagspause, wenn wir zur Bergstation kommen. Kein Problem, denn die Panoramaterrasse des Restaurants in der Station ist ein angenehmer Aufenthaltsort.

Betriebszeiten Seilbahnseilbahnen-Sonntag.at

Das holzgetäfelte Restaurant Seilbahn Stuba serviert an manchen Tagen auch eine Bergfrühstück. vorarlberg-alpenregion.at

Walserkäse

Nach der „Zwangspause“ fahren wir hinunter und überqueren die Straße an der Talstation zum Biosphärenpark.haus. Hier liefert die Ausstellung „Walser auf dem Weg“ weitere Hintergründe zum Biosphärenpark und zur kulinarischen Visitenkarte der Region: dem handwerklichen Bergkäse Walserstolz. Im Sommer wird dieser Käse, der dank der vielen Kräuter und Pflanzen auf den Almen ein ganz eigenes Aroma hat, auf sieben Alpweiden hergestellt und im Winter in der Käserei im Keller des Biosphärenpark.haus selbst. Wir wollen probieren und so bestellen wir eine Brettljause im kleinen Bistro des Naturparkhauses. Der Käse in verschiedenen Reifegraden hat in der Tat einen Geschmack, auf den man stolz sein kann, ebenso wie das Brot, die Butter, die Wurst und das fermentierte Gemüse von lokalen handwerklichen Herstellern.

Biosphärenpark.haus, Boden 34 in Sonntaggrosseswalsertal.at

Bergsee

Gadenalpe

Das Große Walsertal ist keine Region anspruchsvoller Höhenwanderungen mit vielen Auf- und Abstiegen, sondern zeichnet sich vielmehr durch viele abwechslungsreiche (Tages-)Touren und Themenwanderungen in allen Winkeln des Tales aus. Manchmal schwierig, normalerweise nicht allzu. Nach Sonntag, etwa nach der Hälfte des Tals, erkunden wir das Wandergebiet weiter hinten. Vom Parkplatz/Bushaltestelle Säge in Fontanella (bei einem Sägewerk also) wandern wir am nächsten Morgen zum Bergsee Seewald, eine gemütliche Wanderung von einer halben Stunde auf einer leicht abfallenden, asphaltierten (autofreien) Straße. Zwischen Ende Juni und Anfang September können Sie sich mit einem Bummelzug vom Parkplatz zum beliebten Badesee bringen lassen. Wir wandern lieber, denn es ist ein schöner Spaziergang durch den Weiler Garlitt, über die Schlucht Seewaldseetobel und vorbei an den Bauernhöfen des Seewalds. Der malerische See selbst ist von Wäldern und Wiesen mit weidenden Kühen und Ziegen umgeben. Wir folgen einem teilweise schmalen Pfad, der um den gesamten See herum führt. Fast am Ende sehen wir einen Ziegenbock, der seltsame Sprünge macht. Seine Hörner scheinen sich im Zaunnetz verfangen zu haben. Als wir zum nahe gelegenen Restaurant Seestüble gehen, um jemanden zu warnen, scheint der Besitzer bereits angerufen worden zu sein. Während wir auf der Terrasse ein Glas kühles Zitronenwasser trinken, kommen tatsächlich drei Männer angerannt, um das Tier mit vereinten Kräften zu befreien (einer löst das Gewirr auf, die anderen halten den panischen Bock in Schach). Erleichtert läuft er zurück zum Rest der Herde. Wir laufen zurück zur Säge und fahren weiter zum Wanderparkplatz in Buchboden.

Das Seestüble hat ingeschränkten Öffnungszeiten im Winter. Seewald 55 in FontanellaSeestüble

Der Bummelzug zum See zum See wird vom Gasthaus Seewaldsee betrieben, das sich ebenfalls am Seewaldsee befindet (mit eingeschränkten Öffnungszeiten im Winter). seewaldsee.at (Fahrplan Seewaldseezügleunter Anfahrt)

Alpengasthof Bad Rothenbrunnen

Alpengasthof

Unser Mittagsziel – Alpengasthof Bad Rothenbrunnen – ist nur zu Fuß auf einem leicht ansteigenden Weg entlang der imposanten Kessisschlucht zu erreichen. Der Alpengasthof verdankt seine Entstehung der sogenannten ‚Roten Quelle‘, deren eisenhaltiges Wasser die umliegenden Felsen rötlich-braun färbt. Bereits im 15. Jahrhundert wusste man um die heilende Wirkung des Wassers und 1834 wurde in der Nähe ein Kurhotel gebaut: das heutige Hotel-Restaurant Bad Rothenbrunnen. Das stattliche viergeschossige Gebäude mit seiner Schindel-Fassade und den grünen Fensterläden verströmt noch immer den Charme des 19. Jahrhunderts. Obwohl man nicht mit dem Auto dorthin fahren kann, ist die Terrasse an diesem Sommertag vor allem mit Familien gefüllt und die KellnerInnen traben mit vollen Tellern hin und her. Es ist eine altmodische romantische Oase, umso mehr, als der Verkehrslärm völlig fehlt. Der versteckte Ort ist ein beliebter Ausflugsort für die Bewohner des Großen Walsertals selbst. Darüber hinaus ist das Gasthaus Ausgangs- und Endpunkt für viele große und kleine Wanderungen durch das Natura 2000-Gebiet Gadental, eines der Kernzonen des Biosphärenparks.

Alpengasthof Rothenbrunnen hat von Mai bis Oktober geöffnet. Buchboden 29 in Sonntagrothenbrunnen.at

Misthaufen

Nach dem Mittagessen wandern wir mit der Wanderführerin Maria Ganahl zur Gadenalpe auf 1.317 Meter, ein Anstieg von etwa 300 Metern, teilweise steil über Serpentinenstraßen mit schöner Aussicht auf eine Schlucht und einen Wasserfall. Als wir nach etwa anderthalb Stunden und einem letzten steilen Stück die Gadenalpe erreichen, sind wir wieder in einem Bilderbuch. Ein paar verlassene Alphütten in einem weiten Talkessel mit Blick auf die Bergwelt, weidende Pferde, Bänke zum Ausruhen und Entspannen… Nach einer angenehmen Rast in der Herbstsonne führt uns Maria vorbei am ‚roten Frühling‘. Im Hintergrund sehen wir einen stumpfen Berg: den Misthaufen. Er ist Teil des Lechquellengebirges und verdankt seinen Namen dem fast quadratischen Gipfel – der an die früher von Bauern in ganz Vorarlberg sorgfältig hergestellten Misthaufen erinnert. Je besser es ihnen gelang, umso stolzer waren sie.

Propstei mit Meditationsweg

Propstei St. Gerold

Unsere letzte Wanderung führt uns ins vordere Tal und zur Propstei St. Gerold: eine Außenstelle der Benediktinerabtei Einsiedeln in der Schweiz. Die Geschichte der Propstei geht auf das Jahr 960 zurück, als der sächsische Herzog Gerold seinen Besitz an seine Söhne übergab und einen geeigneten Ort für ein Leben als Einsiedler suchte. Er ließ sich unter einer dicken Eiche in der Nähe des heutigen Klosters nieder. Lange blieb es unter der Eiche nicht ruhig. Die Legende besagt, dass Graf Otto von Jagdberg während der Jagd einen Bären sah, der zu Gerolds Füßen Zuflucht suchte. Der Graf erkannte, dass er es mit einem Heiligen zu tun hatte und schenkte Gerold das umliegende Land, ließ den Wald roden und eine Zelle für den Einsiedler bauen. Nach Gerolds Tod im Jahr 978 wurde 1280 zunächst eine romanische Kirche über Gerolds Grab und ein Kloster errichtet. Die Geroldlegende wurde 1684 von einem Mönch auf zehn große Gedenktafeln gemalt. Dieser Bilderzyklus in der Gerold-Gedenkstätte ist bei einer Führung durch die Klosteranlage zu sehen. Sie besichtigen auch die Propstei-Kirche von 1877 mit Fresken aus den Jahren 1965/1966, die vom Künstler Ferdinand Gehr geschaffen wurden. Damals waren die Gemeindemitglieder von den naiven, kindlichen Bildern schockiert, aber als Symbol der Einfachheit des Glaubens passten sie zum Geist der Modernisierung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965).

Heute ist die Propstei ein Treffpunkt für Menschen auf der Suche nach Sinn. Sie können frei über das Gelände, durch den schönen Garten oder über den einfachen Friedhof ohne sichtbare Gräber – nur die Namen der Verstorbenen sind an der verputzten Kirchenwand zu sehen – schlendern. Nach der Führung durch die historischen Räume gehen wir wieder nach draußen und suchen den Ausgangspunkt des Weges der Sinne – Weg der Stille. Dieser Rundweg führt von der Propstei durch einen Märchenwald, auf einem teilweise schlammigen Weg entlang liebevoll angelegter Teiche und vorbei an einem Labyrinth: Symbol für den menschlichen Lebensweg, der nicht einer geraden Linie folgt, sondern über gewundene Wege (Höhen und Tiefen) zur Essenz (dem Zentrum des Labyrinths) führt. Die Wanderung selbst dauert eine Stunde; ihre meditative Wirkung wirkt noch, als wir das Große Walsertal einige Zeit später verlassen.

Die Probstei organisiert geführte Wanderungen in der Umgebung und verschiedene Führungen durch das Gelände, die mit einem Aperitif im historischen Weinkeller enden. propstei-stgerold.at






Mehr Tipps & Adressen

Allgemein

Das Große Walsertal liegt in Vorarlberg südlich des Bregenzerwaldes. Das Tal ist mit dem Auto über die Rheintal- oder Walgauer Autobahn A14, Ausfahrt Nenzing (Richtung Großes Walsertal) zu erreichen. Internationale Züge halten in Bludenz. Von diesem Bahnhof bieten einige Hotels einen Abholservice an, aber es gibt auch eine gute Busverbindung: vmobil.at

Das Große Walsertal hat sechs Gemeinden: Thüringerberg, St. Gerold, Blons, Raggal-Marul, Sonntag-Buchboden und Fontanella-Faschine. Allgemeine Informationen über Unterkunft, Gastronomie, Aktivitäten, Veranstaltungen und die Walser Gästekarte (für kostenlose Aktivitäten oder Ermäßigungen): walsertal.at, grosseswalsertal.at oder das Tourismusbüro in Raggal (Raggal 220).

Rund 230 Kilometer gut ausgeschilderte Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade durchziehen das Tal (walsertal.at, siehe unter Natur Genießen/Bergwelt/Wandern). Von Mai bis September gibt es zudem ein abwechslungsreiches, geführtes Wanderprogramm (bergaktiv.grosseswalsertal.at), für das sich Gäste aller angeschlossenen Unterkünfte anmelden können. Die qualifizierten Wander- und Bergführer Walser Guides (walserguides.at) können auch einzeln gebucht werden.

Fahrplan Wanderbusse: alpbus.grosseswalsertal.at

Fahrplan Berglifte: seilbahnen-faschina.atseilbahnen-Sonntag.atdamuels-mellau.at

Unterkunft, Essen & Trinken

regionale Produkte und Spezialitäten

Unter dem Namen Walser Wohl.Raum arbeitet der Biosphärenpark mit Unterkünften zusammen, die der Philosophie der Nachhaltigkeit und Erholung entsprechen. Diese (Premium-)Partnerunternehmen erfüllen zum Beispiel Kriterien in den Bereichen Einrichtung (Naturmaterialien), Gastronomie (regionale Produkte und Spezialitäten) und Service (aktive Förderung der Ruhe und Erholung der Gäste). Suchen Sie nach angeschlossenen Betrieben unter: walsertal.at (wählen Sie Biosphärenpark Partnerbetriebe und Biosphärenpark Premium Partner in der Unterkunftsübersicht).

Gasthof Krone

Ruhig gelegenes Hotel-Restaurant mit Schindel-Fassade der Familie Kathan, direkt neben der Kirche in Sonntag. Einer der Wohl.Raum Premium-Partner des Biosphärenparks. Renovierte Zimmer mit Möbeln aus Holz (aus der weißen Kiefer) aus der Region. Bei schönem Wetter können Sie auf der überdachten Terrasse mit Blick auf die Berglandschaft essen, z.B. Walserrösti (ein Kartoffelkuchen mit gratiniertem Käse). Flecken 14 in Sonntagkronesonntag.at

Zum Jäger

Diese Restaurant- Pension (acht Zimmer) in einem ehemaligen Jagdschloss von 1832 ist ebenfalls Wohl.Raum Premium-Partner. Gastgeber Alexander Meyer ist Hobbyjäger und steht in der Küche, wo er hervorragende Wildgerichte zubereitet und auch Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten verwendet. Ehefrau Susanna ist die perfekte, entspannte Gastgeberin. Essen (auch vegetarisch) in einer der traditionellen Stuben oder auf der Sonnenterrasse. Buchboden 5 in Sonntagzumjaeger.at

Alpenresort Walsertal

Eines der größeren Hotel-Restaurants, mit einer kürzlich komplett renovierten Fassade (mit viel Glas und Holz) und seit kurzem einer großen Wellness-Vital-Oase. Dank des Logenplatzes auf dem hohen, sonnigen Faschinaloch im hinteren Teil des Tales und der ausgezeichneten Küche mit Forelle und Saibling aus den eigenen Fischteichen und Kräutern aus dem eigenen Garten ist auch dies ein Wohl.Raum Premium-Partner. Auch Inhaberin Hildegard Sperger geht regelmäßig in die Natur, um Pilze oder Wildpflanzen zu sammeln. Sie verwendet Alpenrosen u.a. zur Herstellung von Sirup und Sorbet-Eiscreme. Fontanella, Faschina 55alpenresort-walsertal.at

Sehen & tun

Blons

Im Januar 1954 wurde Blons, mit rund 340 Einwohnern die kleinste Gemeinde des Biosphärenparks, innerhalb von drei Tagen von dreizehn Lawinen heimgesucht, die insgesamt 57 Einwohner töteten. Auch im übrigen Tal verursachten Lawinen so große Schäden, dass man eine Zeitlang darüber nachdachte, das gesamte Walsertal zu evakuieren. Eine Ausstellung im Stadtzentrum von Blons befasst sich mit den Hintergründen und Folgen der Katastrophe.  Blons 9 in Blonsblons.at

Walserherbst

Biennal stattfindendes Kulturfestival mit Film, Musik, Theater, Ausstellungen und Aufführungen an verschiedenen Orten im Tal, u.a. im Kulturpavillon neben der Burgruine Blumenegg in Thüringerberg. walserherbst.at

Funkensonntag

Traditionelles Volksfest, dessen Höhepunkt die Entzündung eines Scheiterhaufens in Form eines Turms an jedem ersten Sonntag nach der Fastenzeit ist. Orte und Programm: vorarlberg-alpenregion.at

Außerhalb des Tals

Vom Großen Walsertal aus können Sie viele Tagesausflüge machen. Zum Beispiel nach Bregenz, mit interessanten Museen und natürlich den Bregenzer Festspielen, und  Feldkirch, mit einem schönen mittelalterlichen Kern und interessanten Märkten an Dienstagen und Samstagen. Auch die verschiedenen Täler, z.B. das Bregenzerwald, mit seiner innovative Holzarchitektur, sind vom Großen Walsertal aus leicht zu erreichen.






Verdrängung der Lärchwiesen
Crystal Cube
Pressegger See
Dorferbachwasserfall
© Steiermark Tourismus, Hartmann