Salzkammergut

Welterberegion Hallstatt-Dachstein

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Bad Goisern, Hallstatt, Gosau und Obertraun… Die vier Orte der Ferienregion Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut teilen eine reiche (Salz-)Geschichte, eine herrliche Landschaft mit Bergen und Seen und viele Sehenswürdigkeiten. Erkundung dieses UNESCO-Welterbe.
Hallstatt am Hallstättersee

Hallstatt am Hallstättersee © Wikimedia Commons / C.Stadler, BWAG

Bei der alpinen Region Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut handelt es sich um ein außergewöhnliches Beispiel einer Naturlandschaft von einzigartiger Schönheit und besonderer wissenschaftlicher Bedeutung, die auch Zeugnis von der frühen und kontinuierlichen menschlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Tätigkeit ablegt.“

So formulierte es die UNESCO-Kommission bei der Aufnahme der Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut-Region in die Welterbeliste im Jahr 1997. Und in der Tat haben die vier Dörfer am Fuße des 2995 Meter hohen Dachsteins in Oberösterreich – verbunden durch den Hallstättersee – viel Natur und Kultur zu bieten. Und so machen wir uns auf dem Weg von Hallstatt über Bad Goisern und Obertraun bis Gosau: Was kann man in der Welterberegion sehen und erleben?

Hallstatt: In China nachgebaut

Beinhaus in Hallstatt

Beinhaus in Hallstatt © Wikimedia Commons / Jitka Erbenová

Hallstatt liegt auf einem schmalen, dicht bebauten Landstreifen zwischen dem Hallstätter See und dem Dachsteinmassiv. Der Ort ist weltberühmt für seine schöne Barockarchitektur mit pastellfarbenen Holzhäusern am Ufer des fjordartigen Sees. Der malerische Ort (rund 800 Einwohner) wurde 2012 sogar in der chinesischen Provinz Guangdong nachgebaut. Seitdem wurde das immer schon belebte Alpendorf von Busladungen asiatischer Touristen überschwemmt, bis die Gemeinde im Jahr 2020 eine Beschränkung für Busse einführte. Im Sommer kann es immer noch recht voll sein, aber in der Vor- und Nachsaison kann man in relativer Ruhe durch die romantischen Straßen und über den historischen Marktplatz schlendern. Werfe unbedingt einen Blick in das Beinhaus neben der Michaelskapelle auf dem Friedhof (Friedhof 146). Mindestens die Hälfte der etwa 1.200 ordentlich gestapelten Schädel ist mit dem Namen oder den Initialen des Verstorbenen bemalt und/oder mit Blumen, Blättern und religiösen Symbolen verziert. Die Tradition hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert: Weil der kleine Friedhof von Hallstatt, zwischen See und Bergen eingezwängt, unter Platzmangel leidet, werden die Gräber dort relativ schnell geräumt. Dank der individuellen Bemalung der Schädel kann man verstorbene Angehörige noch „erkennen“.

Prähistorisches Gräberfeld

Funde aus dem keltischen Gräberfeld in Hallstatt

Funde aus dem keltischen Gräberfeld in Hallstatt © Verbund OÖ Museen

Viel älter sind die Überreste von mindestens tausend Verstorbenen, die im Hochtal oberhalb von Hallstatt gefunden wurden. Dieses Gräberfeld, eines der bedeutendsten aus prähistorischer Zeit, gab sogar einer ganzen Epoche ihren Namen: der Hallstattkultur, einer Zivilisation, die ab der frühen Eisenzeit (ca. 800-450 vor der Neuzeit) viele Spuren in Mitteleuropa hinterlassen hat. Die Gräber wurden bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckt, sind aber noch immer Gegenstand archäologischer Untersuchungen. Die meist spektakulären Grabbeigaben, wie Schiffe, Waffen und Schmuck, zeugen von Wohlstand und weltweiten Handelsbeziehungen durch den frühen Salzabbau und -handel in der Region. Viele Originalfunde sind im Museum Hallstatt (Seestraße 56) zu sehen. Mit Hilfe von Videoanimationen, holografischen Darstellungen und dreidimensionalen Präsentationen erhält der Besucher hier auch einen Überblick über die Entwicklung Hallstatts von der Ur- bis zur jüngsten Geschichte mit Themen wie Religion, Alltagskultur und Tourismus. Das Museum ist daher ein guter Ausgangspunkt für einen ersten Einstieg in die Region.

Hotel-restaurant Grüner Baum

Hotel-restaurant © Grüner Baum

Eine angenehme Adresse in der Nähe für „Kaffee und Kuchen“ ist die Gemischtwarenhandlung (Gosaumühlstraße 62): Café, Laden und Waschsalon in einem, mit einer kaffeehaus-ähnlichen Einrichtung. Für ein ausgezeichnetes Mittagessen mit Blick auf den Hallstättersee ist das Seehotel Grüner Baum (Marktplatz 104) sehr zu empfehlen. Die Terrasse und das modern eingerichtete Restaurant Zum Salzbaron liegen direkt am Wasser und auf der Speisekarte stehen Gerichte mit Fischen aus dem See. Das um 1700 erstmals urkundlich erwähnte Haus diente bereits mehrfach als Filmkulisse und prominente Gäste wie Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sisi) und die Krimiautorin Agatha Christie waren hier zu Gast.

Ältestes Salzbergwerk

Salzbergwerk Hallstatt

Salzbergwerk Hallstatt

Die Geschichte Hallstatts ist untrennbar mit dem Salzabbau verbunden. Die Hallstattkultur wird manchmal als erste keltische Zivilisation angesehen, und der Begriff „Hal(l)“ (der in vielen Orten, in denen Salz abgebaut wurde, wiederkehrt) ist wahrscheinlich keltischen Ursprungs. Der Salzberg mit dem ältesten Salzbergwerk der Welt ist heute ein Schaubergwerk: Die Salzwelten Hallstatt, in wenigen Minuten mit der Seilbahn von der Talstation (Salzbergstraße 21) erreichbar. In einer eineinhalbstündigen Führung geht es hier auf eine Reise durch 7.000 Jahre Hallstätter Bergbaugeschichte. In weißen Schutzanzügen geht es unter anderem eine 64 Meter lange Bergwerksrutsche hinunter und sogar ins „Kino“: Vierhundert Meter unter der Erde lassen lebensechte Animationen den harten Arbeitsalltag der bronzezeitlichen Bergleute lebendig werden. Die Bilder werden auf eine 3.400 Jahre alte prähistorische Holztreppe projiziert, die im Bergwerk gefunden wurde und die schon in der Bronzezeit dazu diente, das „weiße Gold“ in Säcken aus dem Berg zu befördern.

Aussichtsplattform

Rudolfsturm

Rudolfsturm © Wikimedia Commons

Von den Salzwelten wandern wir über eine Panoramabrücke zum Rudolfsturm. Der Turm, heute ein Restaurant/Café mit Aussichtsterrasse, ist nach dem Habsburger König Rudolf I. benannt und wurde zwischen 1282 und 1284 von seinem Sohn Herzog Albrecht I. von Österreich errichtet, um den Salzberg verteidigen zu können.

In der Nähe des Rudolfsturms befindet sich eine der beliebtesten Attraktionen Hallstatts: die 12 Meter lange Aussichtsplattform Skywalk, die sich wie die Spitze eines Sterns 360 Meter über den Dächern Hallstatts erhebt. Um von hier aus den Blick über Hallstatt und den Hallstättersee schweifen zu lassen, brauchen wir etwas Geduld. Vor uns steht ein Bus voller chinesischer Touristen, die sich alle mit jubelnd erhobenen Armen mit dem Welterbeblick im Hintergrund fotografieren lassen. Leider gibt es heute wegen des Regen und Nebels nicht allzu viel zu sehen, aber darunter bleiben sie angenehm fröhlich.

Aussichtsplattform Skywalk

Aussichtsplattform Skywalk

Salz und andere Souvenirs aus dem Salzkammergut kann man im Salzwelten Shop bei der Talstation kaufen. Sowohl an dieser Talstation als auch im verkehrsfreien Zentrum von Hallstatt gibt es keine Parkplätze für Besucher. Ausreichend öffentliche (aber kostenpflichtige) Parkplätze befinden sich am Ortsrand, von wo aus alle Attraktionen zu Fuß erreichbar sind. Mehr Informationen: hallstatt.net

Parkstress vermeiden? Hallstatt ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Plane die Reise auf oebb.at. Vom Bahnhof in Hallstatt bringt das Schiff Stefanie der Hallstatt Schifffahrt Besucher ins Ortszentrum. Den besten Blick auf Hallstatt hat man ohnehin vom Wasser aus. Ein besonderes Erlebnis bietet eine Rundfahrt auf dem Hallstättersee mit einer 12 Meter langen und 1,8 Meter breiten Zille, die auf dem See eine lange Tradition als Transportmittel für Güter und Personen haben. Man kann eine solche Fahrt mit einem ‚Gondoliere‘ der Schifffahrtsgesellschaft Navia buchen (Anlegestelle: Seestraße 89).

Bad Goisern: wo Handwerkskunst gepflegt wird

Häuser im Zentrum von Bad Goisern

Im Zentrum von Bad Goisern

Bad Goisern, das zweite Weltkulturerbeort der Region, hat einen reizvollen Ortskern mit stattlichen Villen und blumengeschmückten Häusern. Durch den Ort führt ein Themenweg, der auf Tafeln über die Geschichte des Ortes informiert. Während in Hallstatt das archäologische Erbe prägend war, ist für das heutige Bad Goisern die traditionelle Handwerkskunst viel entscheidender. Während andernorts das Handwerk in der Zeit der Industrialisierung auszusterben drohte, blühte es hier auf.

Auch das hat indirekt mit dem Salzbergbau zu tun, sagt Barbara Kern vom Hand.Werk.Haus in Bad Goisern (Rudolf-von-Alt-Weg 6), das sich als Museum, Shop und Werkstatt der Geschichte und Pflege des Handwerks im Salzkammergut widmet. Kern: „Die Salzbergwerke in unserer Region waren im Besitz des Hauses Habsburg. Sie grenzten das Salzkammergut im 12. Jahrhundert buchstäblich von der Außenwelt ab, um Industriespionage zu verhindern. Es war fast unmöglich, hier einzudringen, und umgekehrt war es für hochqualifizierte Arbeiter fast unmöglich, das Gebiet zu verlassen.“

Villen als Sommerresidenz

Villa am Kurpark in Bad Goisern

Villa am Kurpark in Bad Goisern

Es gab damals nicht viele Handwerker in der Region. Das Handwerk war genauso teuer wie heute, aber die meisten Bergleute und Holzarbeiter hatten nur ein geringes Einkommen. Ein Paar Schuhe kostete einen Monatslohn. Die Menschen machten und reparierten daher alles so weit wie möglich selbst.

Der Wendepunkt kam mit der Öffnung der Grenzen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. „Das fiel mit der Romantik zusammen. Die Menschen begannen sich erstmals für das vermeintlich idyllische Leben auf dem Lande zu interessieren, als Gegenpol zum Leben in der Stadt und der aufkommenden Technik. Das bis dahin unzugängliche Salzkammergut war ein weißer Fleck auf der Landkarte. Die Menschen waren neugierig, kamen hierher und „eroberten“ die Region. Die privilegierte Oberschicht aus den Städten begann, große, luxuriöse Villen als Sommerresidenzen zu bauen. Plötzlich gab es viel Arbeit für Schreiner, Schmiede, Ofenbauer, Schneider und andere Handwerker, denn die wohlhabende Elite wollte und konnte sich Handwerkskunst leisten. Dies führte zu einem Aufschwung des Handwerks in unserer Region“.

Shop im Hand.Werk.Haus in Bad Goisern

Shop im Hand.Werk.Haus in Bad Goisern © Dachstein Salzkammergut, Christopher Unterberger

Diese Tradition wird bis heute hochgehalten. Um gemeinsam stärker zu sein, haben Handwerker aus dem Salzkammergut 2019 den Verein Hand.Werk.Haus gegründet, der mittlerweile 30 Mitglieder zählt. Gemeinsam verkaufen sie ihre Produkte im Laden im Erdgeschoss des von ihnen betriebenen Hand.Werk.Hauses, das in einem ehemaligen Schloss untergebracht ist. Das stimmungsvolle Museum in den beiden oberen Etagen stellt regionale Handwerker vor, gruppiert um Themen wie „Von Kopf bis Fuß“ (Hutmacher, Schuhmacher und Schneider…) oder „Von der Hand in den Mund“ (Bierbrauer, Kaffeeröster, handwerkliche Metzger…). Die Sammlung umfasst auch eine große Auswahl an historischen Werkzeugen und Maschinen.

Die Goiserer aus Bad Goisern sind in Österreich ein Begriff

Die Goiserer-Schuhe aus Bad Goisern sind in Österreich ein Begriff © Rudi Kain Photographie

Um Handwerkskunst erlebbar zu machen, werden vom Hand.Werk.Haus aus auch verschiedene Aktivitäten organisiert, darunter Workshops, ein Weihnachtsmarkt im Dezember und die jährliche Sommerausstellung „Meistersommer“ mit wechselnden Themen. Im Jahr 2024, wenn das Salzkammergut Kulturhauptstadt Europas sein wird, wird sich die Ausstellung um Perlmutt und andere Materialien drehen, die in Gebrauchsgegenständen und Kunstobjekten verwendet werden. In Bad Goisern findet dann unter anderem ein Umzug mit Hunderten von Frauen aus ganz Oberösterreich statt, die eine Perlhaube tragen: Ein schwarzer Trachtenhut, der u.a. mit Perlmutt verziert ist und zu besonderen Anlässen getragen wird.

Einkehrmöglichkeit

Gasthaus Moserwirt in Bad Goisern

Gasthaus Moserwirt in Bad Goisern

Bad Goisern ist auch dank seiner guten Infrastruktur ein geeigneter Ausgangspunkt für einen Urlaub in der Region. Eine angenehm gastfreundliche und gesellige Übernachtungsadresse im Zentrum ist der ruhig gelegene Gasthof Moserwirt (Kirchengasse 6) mit geschmackvoll eingerichteten modernen Zimmern, einem großzügigen Aufenthaltsraum, einem Garten, einem Wellnessbereich und einer guten Küche.

Live Musik in Café-Bäckerei-Konditorei-Restaurant-Bar Maislinger

Live Musik in Café-Bäckerei-Konditorei-Restaurant-Bar Maislinger

Zentraler Treffpunkt für Einheimische und Touristen ist die Café-Bäckerei-Konditorei-Restaurant-Bar Maislinger (Marktstraße 4). Hier kauft man nicht nur Brot und Kuchen, sondern kann von früh bis spät frühstücken, zu Mittag und zu Abend essen oder einen Drink an der Bar nehmen, an der manchmal auch Bands auftreten.

Steegwirt in Bad Goisern

Steegwirt in Bad Goisern © Wikipedia

Außerhalb des Zentrums ist ein Besuch des Welterbe-Wirtshauses Steegwirt (Au 12) sehr zu empfehlen. Das seit 1571 bestehende Gasthaus in einem der wenigen Renaissancebauten des Salzkammergutes liegt direkt am Hallstättersee an der Stelle, wo früher die Salzschiffe vom See auf die Traun fuhren. Heute sitzt man auf der Terrasse unter den Kastanienbäumen direkt am Wasser. Die ausgezeichnete Küche mit modern servierten österreichischen und internationalen Gerichten wird zu Recht mit zwei Hauben ausgezeichnet.

Senfproben bei Annamax

Senfproben bei Annamax

Eine weitere „schmackhafte“ Adresse, die für Senfliebhaber einen Abstecher wert ist, ist Annamax (St. Agatha 38), die Senferei von Rainer Baumgartner. In seinem Geschäft werden mehr als 20 verschiedene Sorten kaltgepresster, handwerklich hergestellter Senf verkauft (z.B. ein köstlicher Senfkaviar“, bei dem die Senfkörner in den Mund plumpsen). Man kann dort auch eine Führung buchen.

Obertraun: Top-Erlebnisse

Obertraun, die kleinste der vier Welterbestätten, liegt in einem Tal an der Mündung der Traun und ist von hohen Bergen umgeben. Der markanteste ist der 2.100 Meter hohe Krippenstein, der auch Ausgangspunkt für eine Reihe von Gipfelerlebnissen ist. Die Dachstein-Krippenstein-Seilbahn legt den Weg zum Gipfel in zwei Etappen zurück. Von der Talstation (Winkl 34) führt die erste Etappe zur Mittelstation Schönbergalm, wo man an der Kassa ein Kombiticket für geführte Touren (mit Zeitfenster) zu den beiden Hauptattraktionen erwerben kann: Die „Rieseneishöhle“ und die „Mammuthöhle“.

Rieseneishöhle

Rieseneishöhle

Die Eishöhle, ein 20-minütiger Aufstieg von der Bergstation, ist ein in den Dachstein ausgehöhltes Gängesystem mit mehreren großen Kammern mit Eisfelsen und -spalten, Stalaktiten und Stalagmiten. Die Eisgebilde entstehen durch Wasser, das durch Risse im Dachtsteinplateau versickert und dann aufgrund der Kälte im Untergrund (durchschnittlich -2 Grad) gefriert. Wir waren entsprechend angezogen aber einige Mädchen, die in ihren Sommerkleidern zitterten, offensichtlich nicht. Unsere etwa 50-minütige Führung mit Hintergrundinformationen zur Entstehung der Höhle wird vor allem durch eine Licht- und Musikshow, eine 35 Meter lange Seilbrücke über einen Eissee und die beiden brummenden „Höhlenbären“ Ben und Boris, die auf halber Strecke auftauchen, zu einem Erlebnis.

Mammuthöhle

Mammuthöhle

Mammuthöhle

Die Mammuthöhle (ebenfalls 20 Gehminuten von der Bergstation Schönbergalm entfernt) hat ihren Namen von ihrer gigantischen Größe (und hat somit nichts mit Mammuts zu tun). Von den 70 Kilometern Höhlensystem, die heute erforscht sind, können rund 800 Meter im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Für Abwechslung sorgt auch hier das natürliche Spiel von Licht und Schatten (wobei das Licht durch Risse in den Felsen eindringen kann oder auch nicht).

Fünf Finger, eine Spirale und ein Hai

Der Besuch beider Höhlen ist ein vormittagsfüllendes Programm, zumal wir auf dem Rückweg zur Seilbahn noch das kleine, aber informative Museum zur Geschichte und Forschung in den Höhlen besuchen. Dann steigen wir wieder in die Seilbahn. Abschnitt 2 führt uns auf den Gipfel des Krippensteins, wo wir im großen, in die Bergstation integrierten Bergrestaurant zu Mittag essen.

Aussichtsplattform Five Fingers

Aussichtsplattform Five Fingers © Dachstein Salzkammergut, Rudi Kain Photography

Auf dem Krippenstein befinden sich die Attraktionen nicht unter der Erde, sondern unter freiem Himmel. Die Aussichtsplattform 5 Fingers, die man in 20 Minuten zu Fuß erreichen kann, ähnelt einer Hand mit fünf Fingern (je 4×1 Meter). Diese Hand „schwebt“ über dem 400 Meter hohen Abgrund (nur für Schwindelfreie) und bietet wiederum einen spektakulären Blick auf Hallstatt und die Salzkammergutseen. Gemütlicher geht es auf der Welterbespirale zu, einem Aluminiumschiff mit 360-Grad-Panoramablick von der Aussichtsplattform auf dem Deck.

Wer möchte, kann von der Bergstation über den Heilbronner-wandelroute zur Talstation wandern. Bei diesem leichten Abstieg auf breiten Wegen (ca. 3 Stunden) begegnet man u.a. dem 8 Meter hohen Dachsteinhai: Steige die Treppe hinauf und schau in sein Maul, um einen Blick in die Vorgeschichte des Dachsteinmassivs zu werfen, damals noch ein Meer, in dem Urhaie schwammen.

© Gasthaus Koppenrast

© Gasthaus Koppenrast

Unten angekommen, kann man auf Wunsch bei einer Führung in der Koppenbrüllerhöhle wieder unter die Erde gehen. In der jüngsten der drei Dachsteinhöhlen „brüllt“ das Wasser in zahlreichen Bächen durch das Gestein. Ausgangspunkt für Führungen ist das Gasthaus Koppenrast am Ortsrand von Obertraun (Obertraun 123). Der stilvolle Familienbetrieb ist auch eine gute Adresse, um einen Gipfeltag am Krippenstein mit einem kulinarischen Spitzenerlebnis ausklingen zu lassen. Herbert und Manuela Stricker verstehen es, mit saisonalen und regionalen Produkten kreative und raffinierte Gerichte zuzubereiten.

Gosau: Naturjuwel

Abendstimmung am Gosausee

Abendstimmung am Gosausee © Dachstein Salzkammergut, Rudi Kain Photography

Gosau, der vierte Ort in der Welterberegion Dachstein Salzkammergut, ist nicht sofort als Dorf zu erkennen, denn die Gemeinde erstreckt sich über ein 14 Kilometer langes Tal bis hin zu den Gosauseen. Deshalb gibt es hier noch viel Raum für Aktivitäten in der Natur. Die Gosaukammbahn (Gosau 148) bringt Besucher zum Beispiel von Mitte Mai bis Anfang November zur Zwieselalm und ins Wandergebiet Dachstein West.

Im Tal führt ein einfacher, aber schöner Rundweg (5,6 km) um den, in einem Naturschutzgebiet gelegen, Vorderen Gosausee herum, mit der Möglichkeit einen Abstecher zum Hinteren Gosausee und der Gosaulacke zu machen. Der große Vordere Gosausee entstand in der letzten Eiszeit, als die Gletscher sozusagen einen Trog aushöhlten, in dem das Wasser gestaut wurde. Heute wird der See von mehreren, zum Teil unterirdischen Wasserläufen gespeist. Wir beginnen unsere Wanderung entlang des linken Ufers (der Sonnenseite) dieses Sees mit Blick auf das Dachsteinmassiv. Später wandern wir durch einen Mischwald mit unzähligen blühenden Blumen auf kleinen Wiesen und großen moosbedeckten Felsen.

Baumstümpfe am Ufer des Vorderen Gosausees

Baumstümpfe am Ufer des Vorderen Gosausees

Am Ende des Sees biegt eine Forststraße zum kleineren Hinteren Gosausee ab, der sich am Ende des Tales am Fuße des Dachsteins befindet. Um unsere Wanderung zu verlängern, nehmen wir diesen Weg, der auch an der dritten, noch kleineren Gosaulacke vorbei führt. Bei der Holzmeister Alm kehren wir um und wandern auf demselben Weg zurück bis zum Vorderen Gosausee. Dort biegen wir links ab, um die Rundwanderung über das andere Ufer des Sees (die Schattenseite) fort zu setzen. Auf dem Weg dorthin sehen wir eine Gruppe kunstvoll drapierter Baumstümpfe im Schotter entlang des Ufers. Sie wurden dort zurückgelassen, nachdem eine große Lawine 1987 weite Teile eines Waldes mitgerissen hatte. Zum Glück ist das schon eine Weile her. Heute ist der Vordere Gosausee ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen, vor allem im Sommer, wenn das Wasser warm genug ist, um darin zu baden.

Gurgelnder Bach zum Gosausee

Gurgelnder Bach zum Gosausee

Die drei Gosauseen können sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Plane die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Haltestelle 4824 Gosau) unter: postbus.at. Parken ist möglich auf dem kostenlosen Parkplatz direkt beim Gasthaus Gosausee (Gosauseestraße 152) am Anfang/Ende des Wanderweges. Mit dem Boot auf dem Wasser? Tretboote, Elektroboote und SUP’s können gemietet werden unter: gosausee-boote.at

Weitere Tipps & Adressen

Allgemein

Die Ferienregion Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut liegt in Oberösterreich am Fuße des Dachsteins. Das Gebiet um Hallstatt gehört seit 1997 zum UNESCO-Welterbe. Bahnhöfe gibt es sowohl in Hallstatt als auch in Bad Goisern und in Obertraun. Von der Stadt Salzburg (auch der nächstgelegene Flughafen) ist die Region über die B158 in ca. 1 Stunde zu erreichen. Klicke hier für weitere Informationen über die Erreichbarkeit und die öffentlichen Verkehrsmittel in der Region.

Die Region Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut hat auch im Winter viel zu bieten. Klicke hier für weitere Informationen über die Möglichkeiten. Ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt ist zum Beispiel das Yeti-Schneeschuh-Ticket: Eine Berg- und Talfahrt mit der Krippensteinbahn in Obertraun inklusive Schneeschuhverleih im Sportgeschäft Janu.

Allgemeine Informationen zu Unterkünften, Gastronomie, Aktivitäten, Sehenswürdigkeiten, Bergbahnen und Veranstaltungen im Tourismusbüro in Bad Goisern (Kirchengasse 4) oder unter: dachstein-salzkammergut.at

Die Region Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut ist Teil des Salzkammergutes, das Teile Oberösterreichs, des Salzburgerlandes und der Steiermark umfasst.Mehr über die anderen Regionen und Orte in unseren Berichten über Bad Ischl, Wolfgangsee, Traunsee, Mondseeland, Attersee-Attergau und Ausseerland. Mit der Salzkammergut Sommercard erhält man bis zu 25 Prozent Ermäßigung auf mehr als 120 Attraktionen, Sehenswürdigkeiten und Freizeitaktivitäten im Salzkammergut.

Sehen & Tun

Gosauer Ballonwoche
Nacht der Ballone in Gosau

Nacht der Ballone in Gosau © Dachstein Salzkammergut, Rudi Kain Photography

Jedes Jahr im Jänner ist der Himmel über Gosau Schauplatz der Dachstein Alpentrophy, einem Wettbewerb für Heißluftballone. Zwischen 30 und 40 Teams aus ganz Europa treten dann in Wettbewerben wie Zielfahrt, Weitfahrt und Punktlandung gegeneinander an. Bei gutem Wetter heben sie täglich zwischen 9 und 16 Uhr ab. Außerhalb der Wettbewerbe können Gäste die ganze Woche über eine Ballonfahrt buchen und das Bergpanorama aus der Vogelperspektive betrachten. Der Höhepunkt der Ballonwoche ist die Nacht des Ballons mit einer Ballon-Lichtchoreographie, Party und Feuerwerk. Informationen und Programm: dachstein-alpentrophy.com

Fronleichnamsprozession
Fronleichnamsprozession auf dem Hallstätter See

Fronleichnamsprozession auf dem Hallstätter See © Pfarramt Hallstatt, Josef Zauner

Die traditionelle Fronleichnahmsprozession (zweiter Donnerstag nach Pfingsten) auf dem Hallstättersee ist ein optisches Spektakel durch die zahlreichen mit Blumen und Kränzen geschmückten Boote und Flöße, die dann über das Wasser gleiten, und die festlich in Tracht gekleideten Einheimischen. Termin und Programm: dachstein.salzkammergut.at/veranstaltungen (auch für eine Liste weiterer Veranstaltungen während Ihres Aufenthaltes)

Salzalpensteig
Logo des Salzalpensteiges

Logo des Salzalpensteiges

Dachstein-Salzkammergut ist eine von fünf Ferienregionen, die ihre schönsten Wanderrouten zum Weitwanderweg SalzAlpenSteig (230 Kilometer) zusammengeschlossen haben: Von Bayern über Salzburg nach Oberösterreich. Die letzten zwei (von 18) Etappen führen von Gosau über Bad Goisern nach Obertraun. Mehr Informationen: salzalpensteig.com

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