Genussreise

Genusstour durch das Marchfeld

Text: Emely Nobis / Bilder: Frits Roest

Das Marchfeld in Niederösterreich entwickelt sich, auch durch den aufkommenden Tourismus, immer mehr zu einer Region für Feinschmecker. Genusstour zu lokalen Produzenten mit einer Leidenschaft für Qualität und Authentizität.
Kornkammer und Gemüseanbaugebiet Österreichs

Kornkammer und Gemüseanbaugebiet Österreichs

Bis Ende der 1980er Jahre war das Marchfeld im niederösterreichischen Weinviertel, nur 30 Kilometer von Wien entfernt, ein kaum beachtetes Fleckchen Erde. Die Lage an der Grenze zur Slowakei und der Eiserne Vorhang machten es unattraktiv, hier in (touristische) Infrastruktur zu investieren. Die äußerst fruchtbare Region entwickelte sich so zur Kornkammer und zum Gemüseanbaugebiet Österreichs mit scheinbar endlosen Feldern.

Obwohl die Landwirtschaft nach wie vor die Haupteinnahmequelle ist, sucht das Marchfeld nun nach Möglichkeiten, den „sanften“ Tourismus zu fördern, denn die Region hat viel mehr zu bieten. So gibt es vierzehn Naturschutzgebiete, darunter zwei Flussauen (an Donau und March), Steppen und seltene Sanddünen. Viele dieser Orte können zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden.

Für Geschichts- und Kulturinteressierte bieten sich Ausflüge zu den fünf barocken Marchfelder Schlössern mit üppigen Gärten an, die einst im Besitz der Habsburger und ihrer adeligen Freunde waren. Die Schlösser (Orth, Hof, Niederweiden, Eckartsau und Marchegg) wurden alle in den letzten Jahrzehnten sorgfältig restauriert und sind nun für die Öffentlichkeit zugänglich.

Feinschmecker

Familie Zoubek © Thomas Topf

Familie Zoubek © Thomas Topf

Das Marchfeld entwickelt sich, auch durch den zunehmenden Tourismus, immer mehr zu einer Region für Feinschmecker. Lange Zeit wurde in großem Umfang für die Lebensmittel- und Saatgutindustrie produziert, doch heute finden immer mehr Landwirte neue Wege zur Vermarktung ihrer Erzeugnisse. Bei einer Erkundungstour durch das Marchfeld können Sie jetzt zum Beispiel in zahlreichen Hofläden regionale Köstlichkeiten kaufen.

So auch im Laden von Sigrid und Gerhard Zoubek, Pioniere der neuen Landwirtschaft. Im Jahr 1997 übernahmen sie den 70 Hektar großen Hof ihrer Eltern in Glinzendorf, den sie aus Überzeugung in den Biohof ADAMAH umwandelten. Dieses hebräische Wort für „lebendige Erde“ steht für die Mission, die sie vermitteln wollen. Gerhard Zoubek formuliert es so: „Der Boden ist die Grundlage des Lebens – ohne gesunden Boden gibt es keine Landwirtschaft.“

Biohofladen Adamah

Eingang zum Biohofladen Adamah

Der eigentlich zum Psychotherapeuten ausgebildete Landwirt erzählt genüsslich von den Anfangsjahren, als seine Schwiegereltern befürchteten, er und seine Frau würden den Betrieb mit ihren Bio-Ambitionen ruinieren. Schließlich würde dann nur Unkraut wachsen und die Menschen würden verhungern. „Als es ein Erfolg wurde“, sagt Zoubek, „behauptete meine Schwiegermutter, die Umstellung sei ihre Idee gewesen“.

Das sich Menschen sehr wohl für ökologisches Gemüse interessierten, entdeckte er nachdem er siebzig verschiedene Kürbissorten – essbare und Zierkürbisse – angepflanzt hatte und sie mit einer „Kürbisparty“ bekannt machen wollte. „Wir haben 100 Flyer an Leute verschickt, die wir in der alternativen Szene kannten, und dachten, dass vielleicht 30 Leute kommen würden, aber am Ende waren 300 Leute da. Ich sehe noch, wie mein Schwiegervater verblüfft zwischen den vielen Autos herumläuft“.

Biohofladen Adamah

Über 1600 Produkte im BioLaden

Im Jahr 2000 begann Zoubek als einer der ersten in Österreich damit, Bio-Gemüsekisten nach Hause zu liefern. Die ersten Kunden lernte er auf den Biomärkten kennen, auf denen er von Anfang an seine Waren verkaufte. Dieses „Bio Kistl“ wurde ein Erfolg, auch wegen der Nähe zu Wien – wo es sich in „grünen“ Kreisen wie ein Lauffeuer verbreitete. Heut zu Tage sorgt der gut gefüllte Hofladen auch für den notwendigen Verkauf der eigenen Produkte und die von gleichgesinnter Erzeuger.

Die Zoubeks investieren viel Zeit in Bildung, unter anderem mit der „Schule am Bauernhof“ (für Schulklassen), Kinderkochkurse und Kräuterworkshops für Kinder. Sie haben ihren Auftrag erfolgreich an ihre eigenen vier Kinder weitergegeben. Sie alle arbeiten heute mit der gleichen Leidenschaft im Familienunternehmen. Jetzt, wo die Zukunft gesichert ist, will die Familie bald auch Gastronomie anbieten. Zoubek: „Dieser Ort muss ein echter Treffpunkt werden, an dem wir als Familie anwesend und anfassbar sind und an dem wir verschiedene Veranstaltungen organisieren, damit die Menschen selbst erleben können, was es bedeutet, mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten“.

Im Hofladen BioLaden (geöffnet von Montag bis Samstag) werden mehr als 1600 Bioprodukte verkauft. Neben Obst und Gemüse  auch Brot und Backwaren, Molkereiprodukte, Fleischwaren und Delikatessen, Haushaltswaren und Geschenkartikel. Auch gibt es ein Mittagessen zum Mitnehmen.

Sonnenweg 11 in Glinzendorf, adamah.at

Schatzkammer

Familie Michaeler © Schwarz, König & Sinzinger

Familie Michaeler © Schwarz, König & Sinzinger

Lange Zeit produzierte Gerhard Michaeler aus Marchegg ausschließlich für die Industrie: Seine Bio-Erbsen, -Bohnen, -Spinat und -Kräuter landeten meist tiefgekühlt im Supermarktregal. Neben diesen „Sorten für die Masse“ („mein Grundeinkommen“) experimentiert er nun verstärkt mit alten, robusten Sorten, die seit Hunderten von Jahren in der Natur wachsen, wie Radieschen, Pastinaken, die Wiener Bronzenkugel oder Trockenreis. Er akzeptiert den geringeren Ertrag. „Für die Biobauern sei das Marchfeld eine Schatzkammer“, sagt er. „Hier wächst alles. Dank der Steppen der pannonischen Tiefebene weht hier ein fast konstanter Wind, der Schimmel verhindert. Die Sommer sind trocken und heiß, aber dank der March und der Donau können wir gut bewässern. Und wir haben sehr fruchtbare Böden: Neben Schwarzerde, Löss und Lösslehm haben wir auch gut durchlässige Schotterböden“.

Seine Botschaft: Hier ist keine Chemie nötig.

Dass er biologisch wirtschaften wollte, war ihm von klein auf klar. „Ich bin auf diesen Bauernhof aufgewachsen. Als ich etwa fünfzehn Jahre alt war, sah ich, wie die Insekten buchstäblich tot umfielen, als mein Vater wieder einmal Pestizide eingesetzt hatte. Das war ein einschneidender Moment für mich. Die Mikroben im Boden haben sich über Hunderttausende von Jahren entwickelt, und jetzt zerstören wir sie dank einiger Jahrzehnte intensiver Landwirtschaft. Die Natur schreit erst auf, wenn es zu spät ist und wir schon zu viel zerstört haben. Wir können so nicht weitermachen.“

Vorführraum

Empfangsraum © Schwarz, König & Sinzinger

Deshalb investiert er, genau wie die Zoubeks, viel Zeit in Ausbildung. Er nimmt regelmäßig Kinder in einem Anhänger hinter seinem Traktor zu seinen Feldern mit, um gemeinsam Gemüse zu ernten. Dann hält er gerne an einem Karottenfeld an, zieht eine Karotte heraus, klopft den Sand ab und beißt ein Stück ab. „Dann schauen sie mich alle mit großen Augen an, weil ich die Karotte nicht vorher gewaschen oder geschabt habe. Ein guter Moment, um zu erklären, dass biologische Böden nicht ungesund sind.“

Wenn die Kinder dann eine Karotte aus dem Boden ziehen und sie selbst essen, ist sein Auftrag erfüllt. „Das ist wirklich learning by doing. Sobald sie ein Gemüse selber geerntet haben, ist der Geschmack nicht mehr schlecht.“

Michaeler freut sich, dass das Marchfeld immer mehr Touristen anlockt. Er hofft, dass dies dem kulinarischen Niveau in der Region einen Qualitätsschub geben wird. Für viele Restaurants ist es immer noch schwierig, sich über Wasser zu halten. Ihre Produkte müssen vor allem billig sein. Wenn mehr Gäste kommen, können sich die Gasthäuser profilieren, indem Sie mit höherwertigen, biologischen Produkten kochen.

Die Familie Michaeler hat einen kleinen Hofladen (Selbstbedienung), in dem unter anderem Kartoffeln, Fruchtsäfte und Mehl aus Süßkartoffeln (selbst getrocknet und gemahlen) angeboten werden. Hauptstraße 56 in Marchegg, biogemuese-marchfeld.com

Sanddorn

Familie Hubicek

Karin und Anton Hubicek

Wer sich im Marchfeld auf eine kulinarische Entdeckungsreise begibt, trifft überall auf leidenschaftliche Produzenten. Biobauer Anton Hubicek beispielsweise baut auf 100 Hektar Getreide und Gemüse an, hält aber auch Mangalitza- und schwäbisch-hällische Schweine sowie schottische Hochlandrinder. Ein Besuch in seinem Hofladen in Breitensee lohnt sich wegen der überwältigenden Auswahl an Fleischspezialitäten. Heute werden seine Tiere noch auf einem nahegelegenen Biohof geschlachtet, aber Hubicek hat die Ambition, eine eigene Fleisch- und Wurstmanufaktur mit einem angeschlossenen großen Hofladen zu bauen, in dem er auch Produkte von anderen Bioproduzenten aus der Region anbieten möchte.

Die Öffnungszeiten des Hofladens sind derzeit noch begrenzt. Informationen: Ortsstraße 36 in Breitensee, biohof-hubicek.at

Veronika und René Burik

 René und Veronika Burik

Veronika und René Burik vom Biohof Sandorngarten sind beide Quereinsteiger in die Landwirtschaft. Obwohl Veronika auf einem Bauernhof aufgewachsen ist (der heute von ihrem Bruder geführt wird), arbeitete sie nach ihrem Studium in Wien. Vor ein paar Jahren, während ihrer Karenzzeit, begann es dann doch zu kribbeln. Sie wollte das sechs Hektar große Grundstück, das Sie von ihren Eltern bekommen hatte, selbst bearbeiten.“Wir wussten sofort, dass wir ein Nischenprodukt finden mussten, denn als relativ kleiner Landwirt können wir nicht mit den großen Getreide- und Gemüsehändlern in der Region konkurrieren.“

So wurde es Sanddorn, weil ihr Fleckchen Erde aus kargen Schotterböden besteht: Ausläufer der einst riesigen Sanddünen, die sich in dieser Gegend während der Eiszeit aus feine Sedimente bildeten, die der Wind von den Sand- und Kiesbänken der Flüsse hierher transportierte. Heute gibt es nur noch wenige, streng geschützte Reste dieser „Binnendünen“. Hier wächst nicht viel, aber Sanddorn fühlt sich hier wohl – genau wie an der norddeutschen Küste. Veronika verkauft einen Teil ihrer Ernte an Sandicca – ein steirisches Unternehmen, das daraus Kosmetika und Nahrungsergänzungsmittel herstellt. Den Rest verarbeitet sie selbst zu Sanddornsäften und -aufstrichen, die sie wie die Produkte von Sandicca in der Holzscheune/Hofladen auf ihrem Grundstück verkauft.

Der Sanddorngarten und der Hofladen sind von April bis Oktober jeden Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Informationen zu Anfahrt: sanddorngarten.com

Brauerei

Manfred Bauer

Manfred Bauer

Manfred Bauer ist zwar selbst kein Bauer, aber in seinem Storchenbräu in Untersiebenbrunn verwendet er das Getreide seines bäuerlichen Bruders. Der Name und das Logo seiner Brauerei sind eine Anspielung auf die Storchenkolonie, die auf dem nahegelegenen Schloss Marchegg brütet. Da das viele Touristen anlockt, bietet Bauer Führungen durch seine Brauerei mit Verkostungen und Imbiss an. „Weil die Gäste gerne Natur und Kultur mit Entspannung verbinden.“

Auf diese Weise trägt er zur touristischen Entwicklung der Region bei. Für Bauer ist das Brauen eine späte Berufung, nachdem er zuvor bei einem industriellen Alkoholhersteller gearbeitet hat. Seit 2004 produziert er jährlich 140.000 Liter handwerklich gebrautes, nicht pasteurisiertes Bier in zehn Geschmacksrichtungen: Von Märzen und Lagerbier bis hin zu Weizen, Bock, Dinkel und dem Bio-Bier Adebar (ein altes germanisches Wort für Storch). Warum so viel in einer relativ kleinen Brauerei? „Jedes Mal, wenn ich ein Saisonbier herstelle, üben die Kunden Druck auf mich aus, es auch über die Saison hinaus zu produzieren. Also tue ich es.“

Seine Kunden protestierten auch, als er den Bügelverschluss seiner Flaschen durch Kronkorken ersetzen wollte. Auch hier beschloss Bauer, es dabei zu belassen. Er hat dafür eine spezielle Abfüllmaschine bauen lassen, die seine Kapazität begrenzt. Glücklicherweise hat er keine Ambitionen, viel größer zu werden. „Ich produziere bewusst für diese Region, denn ich finde, man sollte lokale Produkte dort probieren, wo sie hergestellt wurden. Wenn ich reise, kaufe und esse ich auch lokale Spezialitäten und kein Cola, das ich überall bekomme“.

In seinem Brauereiladen verkauft Manfred Bauer nicht nur seine eigenen Biere, Limonaden, Liköre und Schnäpse, sondern auch eine Auswahl anderer regionaler Delikatessen. Erste Straße 7 in Untersiebenbrunn, bauersbier.at

Spargel

Hofladen Magoschitz

Hofladen Magoschitz

Last but not least: Wer das Marchfeld kulinarisch erkundet, kommt an einem Gemüse nicht vorbei. Das Marchfeld ist seit Jahrzehnten für seinen Spargel bekannt. Sie gedeihen auf den lockeren Böden mit einem Lehm- und Tongehalt von etwa 20 Prozent ausgezeichnet. Von den 800 Hektar, auf denen in Österreich Spargel angebaut wird, befinden sich 500 in dieser Region. Der Verein Marchfeld Spargel g.g.A. legt fest, wer welchen Supermarkt beliefert, damit die Spargelbauern nicht in Konkurrenz zueinander stehen und alle gut verdienen. Ein Segen, so der Vorsitzende Werner Magoschitz vom Spargelhof Magoschitz. So können wir nicht unter Druck gesetzt werden, unter dem Preis zu verkaufen.

Werner Magoschitz

Werner Magoschitz

Magoschitz war einer der Pioniere des Spargelanbaus in der Region. Bereits 1975 pflanzte er seine ersten Stauden auf den 14 Hektar Land, die ihm seine Eltern geschenkt hatten; heute erntet er jährlich 140 Hektar Spargelfelder. Er leitet das Familienunternehmen gemeinsam mit seiner Frau Barbara. Während der Saison – von April bis Ende Juni – ist im Hofladen ein Kommen und Gehen von Menschen, die das beliebte Gemüse kaufen wollen. Seit 1996 ist der Begriff „Marchfeldspargel“ von der Europäischen Union als geschützte geografische Bezeichnung anerkannt. Magoschitz erklärt, dass es ein Qualitätskriterium ist. Der Marchfeldspargel darf nicht länger als 22 Zentimeter sein und es dürfen nur bestimmte Spargelsorten verwendet werden.

Auf seinem Spargelhof bietet er Führungen an, bei denen die Gäste in die bunte Welt des Spargels eintauchen: weißer (der Klassiker), grüner (nach Magoschitz‘ Meinung der schmackhafteste, der auch mehr Vitamin D und Mineralstoffe enthält) und violetter (die neueste Sorte).

Wie viele andere Erzeuger in der Region ist auch Magoschitz ein Mann mit einer Mission. Er kann sich zum Beispiel über den peruanischen Spargel in den Supermärkten aufregen. „Sie sind viel zu lange in Wasser eingeweicht worden, um sie während des Transports kühl zu halten. Sie sind physiologisch tot und daher kein Nahrungsmittel mehr. Außerdem werden sie mit Chemikalien behandelt, um sie zu konservieren.“

Wie der Gemüsebauer Michaeler hofft auch er, dass sich der Tourismus in der Region entwickelt, damit sich die Feinschmecker leisten können, ihren Spargel direkt beim Erzeuger und nicht beim Großhändler zu kaufen. „Frischer und schmackhafter.“

Der Hofladen der Familie Magoschitz bietet neben Spargel auch zahlreiche andere regionale Produkte an und ist fast das ganze Jahr über geöffnet. Kirchengasse 1 in Mansdorf/Donau, solo-select.at

Genusstour

Bioprodukte

Bioprodukte

Der Weg zu einer neuen Art von Agrotourismus nimmt allmählich Gestalt an. Seit einigen Jahren können sich die Gäste an einem Tag im Mai für die Marchfelder Genusstour anmelden. Die regionalen Erzeuger öffnen dann ihre Türen für Besichtigungen, Workshops, Verkostungen und Ab-Hof-Verkäufe. Auch Winzer aus dem nahe gelegenen Carnuntum nehmen daran teil. All dies könnte sich zu einer touristischen Genusstraße mit Ausflügen zu Erzeugern regionaler Produkte und Spezialitäten entwickeln. D

ie Infrastruktur ist mit dem (flachen) Marchfeld-Kanalradweg, der von Wien quer durch das Marchfeld bis zu seiner Endstation Schloss Hof führt, bereits vorhanden. Beim Radfahren können Sie nicht nur die Marchfelder Schlösser besichtigen, sondern auch vielen der in diesem Artikel erwähnten Produzenten einen Besuch abstatten. „Für den Erfolg des Agrotourismus“, so Magoschitz, „braucht man Erzeuger, Gastronomie und die Koordination durch die Tourismusverbände. Nur so können wir Landwirtschaft Erlebbar machen“.

Tipps & Adressen

Allgemein

Die Region Marchegg liegt im Weinviertel in Niederösterreich zwischen den Metropolen Wien und Bratislava in der Slowakei. Der nächstgelegene Flughafen ist Wien-Schwechat. Von Wien aus gibt es gute Zugverbindungen zum Bahnhof Marchegg, so dass ein Tagesausflug aus der österreichischen Hauptstadt durchaus möglich ist. Die Vielfalt der Marchfelder Landschaft zeigt sich vor allem in den Monaten Mai und Juni, wenn die Felder und Wiesen dank der verschiedenen Feldfrüchte in zahlreichen Farben blühen.

Allgemeine Informationen zu Unterkünften, Gastronomie, Veranstaltungen, Rad- und Wanderwegen von Weinviertel Tourismus:  weinviertel.at / weinviertel.at/marchfeld-im-weinviertel

Mehrere Radwege führen durch das Weinviertel, darunter der Marchfelder Kanalradweg, die Marchfelder Brücken Radroute, der  Kamp-Thaya-March-radroute, die  Schlösserreich Familien-Radroute und der Iron Curtain Trail EuroVelo 13. Einen Überblick über spezielle Fahrradangebote finden Sie unter www.weinviertel.at/rad-angebote.

Essen & Trinken

Humers Uferhaus
Uferhaus

Humers Uferhaus

Fischliebhaber kommen im Humers Uferhaus, das idyllisch an den Donau-Auen im Nationalpark Donau-Auen liegt, auf ihre Kosten. Hier gibt es besondere und gut zubereitete Süßwasserfischspezialitäten wie hausgeräucherten Karpfenspeck, panierte, frittierte Karpfenmilch oder Karpfen „nach Oma Aloysias Rezept“ sowie tagesfrische Lachsforellen, Hechte, Aale, Zander oder Welse. Bei schönem Wetter können Sie auf der Sonnenterrasse am Wasser sitzen. Im Inneren sorgen große Panoramafenster für eine Verbindung zur Donau und zur Natur. Uferstraße 20 in Orth an der Donau, uferhaus.at

Bärlauch in den Donauauen

Bärlauch in den Donauauen

Nagl-Hager

Im Landgasthaus Nagl-Hager in Marchegg gibt es neben klassischen österreichischen Gerichten wie Schnitzel, Spätzle oder Tiroler Gröstl auch eine Reihe von Fisch- und vegetarischen Gerichten auf der Speisekarte und ein täglich wechselndes Mittagsmenü. Das Innere des Restaurants ist ein wenig datiert, aber der schattige Innengarten ist ein angenehmer Ort zum Verweilen. Hauptstraße 30 in Marchegg, landgasthaus-nagl-hager.at

Kopriva

Der Landgasthof der Familie Kopriva in Obersiebenbrunn, eines der besseren Restaurants im Marchfeld, bietet für jeden Geschmack etwas: Österreichische Klassiker, eine große Auswahl an Nudelgerichten und eine wechselnde saisonale Speisekarte. Geschmackvolle Einrichtung mit Holzvertäfelung, freundliche Bedienung. Hauptplatz 5 in Obersiebenbrunn, kopriva-o7b.at

Nächtigen

Gästehaus Bauer

Susanne und Johann Bauer betreiben ihr kleines, feines Hotel seit 2016 in einem Gebäude, das zuvor ein chinesisches Restaurant beherbergte. Die Zimmer sind modern und komfortabel und das Frühstücksbuffet ist gut. Im angrenzenden Festsaal Bauers Bühne treten regelmäßig Bands auf. Marktplatz 3 in Obersiebenbrunn, gaestehaus-marchfeld.at

Bernstein Motel

Das Motel von Alexandra und Andreas Pataki (das zu den preisgünstigen  FairSleep hotels & Motels gehört) besteht aus zwei gegenüberliegenden Gebäuden, die jeweils über einen (kostenlosen) Parkplatz für Gäste und eine Versperrbare Garage für Fahrräder verfügen. Die Zimmer sind einfach, aber modern. Die Gäste können die Gemeinschaftsküche nutzen und/oder im Bernstein-Café neben dem Motel frühstücken. Andreas Pataki nutzt das Motel auch als Galerie für seine Kunst, die stark von der deutschen Künstlergruppe Der Blaue Reiter inspiriert ist. Rudolf Pataki-Gasse 1 und Feldgasse 1 in Marchegg, motel-marchegg.at

Sehen & Tun

Marchegg
Standbild für König Ottokar II. in Marchfeld

Standbild für König Ottokar II. in Marchfeld

Marchegg hat eine wechselvolle Geschichte. Die Stadt wurde 1268 vom böhmischen König Ottokar II. (1230/33-1278) gegründet, der zu dieser Zeit Teile Österreichs annektiert hatte. Marchegg war keine bürgerliche Stadt (deshalb gibt es auch so wenige historische Gebäude), sondern diente als Grenzbastion gegen die vorrückenden Ungarn. Daher wurde sie hauptsächlich von Soldaten und ihren Versorgern bewohnt – darunter viele Bauern, die innerhalb der Stadtmauern genügend Nahrungsmittel anbauten, um eine Belagerung zu überstehen. Marchegg war mit einer Fläche von etwa 57 Hektar eine der größten Städte Mitteleuropas und verfügte über einen kolossalen Stadtplatz, der 40.000 marschierende Truppen aufnehmen konnte. Die 3,8 Kilometer lange Stadtmauer (die zweitlängste in Österreich nach Wien) umschloss die Stadt nur an drei Seiten. Die vierte „Mauer“ bildete der bereits unpassierbare March-Fluss mit seinem umgebenden Sumpf.

Reste des Wienertor und der Stadtmauer

Reste des Wienertor und der Stadtmauer

Große Teile der Stadtmauer sind noch erhalten, darunter das Wienertor und die Reste des ungarischen Tors. Auch der gotische Teil der Pfarrkirche ist sehenswert. Informationstafeln an der Kirche berichten über die Bedeutung von König Ottokar II. für das Marchfeld. Er regierte dort nur zehn Jahre lang. Am 26. August 1278 wurde er in der Schlacht von Dürnkrut und Jedenspeigen (auch Schlacht im Marchfeld genannt) vom habsburgischen Kaiser Rudolf I. besiegt. Ottokar II. starb und das Marchfeld wurde Teil des Habsburgerreiches.

Marchegg ist eine von elf Stadtmauerstädten in Niederösterreich. Mehr Informationen zu Stadtführungen, Gastronomie, Museen usw.: stadtmauerstaedte.at/marchegg

Das Tourismusbüro Marchegg befindet sich im Storchenhaus von Schloss Marchegg, schloss.marchegg.at

Familie Adabar
Storchennest

Storchennest

Wenn man zwischen März und August auf Schloss Marchegg hinaufschaut, sieht man immer ein Mitglied der Weißstorchfamilie auf einem der Schornsteine sitzen. Die Stadt Marchegg ist seit mindestens 1890 die Sommerresidenz der größten baumbrütenden Weißstorchkolonie Mitteleuropas. Abgesehen von den Schornsteinen des Schlosses nisten sie vor allem in den abgesägten oder abgebrochenen Wipfeln alter, knorriger Eichen. In etwa fünfzig Nester (die bis zu zweittauzend Kilo wiegen können) werden manchmal mehr als 100 Jungstörche pro Jahr aufgezogen. Die Lage von Schloss Marchegg inmitten des vom World Wildlife Fund verwalteten Naturschutzgebietes March-Auen schafft die günstige Bedingungen für die Störche. Hier finden die Vögel in den weiten, oft überschwemmten Flussauen reichlich Nahrung, wie Frösche, Schlangen und Mäuse.

Die Storchenkolonie kann auf eigene Faust (es gibt eine Aussichtsplattform in der Nähe des Schlosses) oder im Rahmen einer geführten Tour besucht werden. Weitere Informationen über Störche und Naturtourismus in den March-Auen erhalten Sie im Besucherzentrum des WWF auf Schloss Marchegg: stochenhaus-marchegg.at

Marchfelder Schlosserreich
Marchfelder Schlösserreich

Marchfelder Schlösserreich

Schloss Hof, Niederweiden, Eckartsau, Marchegg und Orth… Dass das Marchfeld so reich an Schlössern ist, hat mit seiner Lage nahe der Metropole Wien zu tun und damit, dass der Adel – vor allem das Haus Habsburg – in der Nähe der Stadt jagen und ihr im Sommer entfliehen wollte. Lesen Sie hier mehr über das sogenannte Marchfelder Schlösserreich.

Stadtner Mühle und Staller Wasserfall