Nationalpark Gesäuse

Xeis-Edelwild

Nationalpark Gesäuse (Steiermark) hat ein reiches Tierleben, mit Großwild wie Hirsche, Rehe und Gämse.  Ein Teil der Population muss jedes Jahr abgeschossen werden um Überbevölkerung zu verhindern. ‘Das ist notwendig um die Zahl auf dem Level zu halten, der zu dem Lebensraum passt, der für die Tiere da ist’, erzählt uns Jäger Heino Kranzer, verantwortlich für das Wildmanagement im Gesäuse. ‘Man könnte sagen, dass wir ihre natürliche Feinde simulieren. Ohne uns würde der Bestand ungebremst wachsen, entsteht Futtermangel und vernichten die Tiere den Wald – und damit ihren eigenen Biotop – indem sie die Bäume anfressen.’

Die Jacht ist Herrn Kranzer und ein paar Kollegen vorbehalten: Alle Berufsjäger im Dienste der Steirische Landesforste. An Hobbyjäger werden keine Lizenzen abgegeben und die Tiere werden nur zwischen Mai und November geschossen. Wenn der Winter einsetzt, werden sie gefüttert. ‚Es wäre Tiermisshandlung um das nicht zu tun‘, meint Kranzer. ‚Früher zog das Wild im Winter in niedriger gelegene Regionen mit ausreichend Futter. Diesen Weg hat ihnen der Mensch aber mit Bebauung, Straßen und Schienen abgeschnitten. Es wäre nicht natürlich, dass die Tiere dadurch im Winter sterben, sondern schuld der Menschen.‘

Seit ein paar Jahren wird das abgeschossene Wild aus dem Gesäuse unter dem Namen Xeis-Edelwild  vertrieben, unter anderen an ein paar regionale Restaurants. In Admont ist ein kleiner Shop der Landesforste, wo man das Fleisch kaufen kann. Kranzer: ‚Wenn man verantwortungsbewusst jagt, gibt es kein ökologischeres Fleisch als Wild: garantiert regional, nicht aus der intensiven Fleischindustrie, nicht verdorben durch Antibiotika. Jedes Tier wurde in Freiheit geboren, geht und steht wo es will und stirbt angstfrei durch eine gut gezielte Kugel, bevor es überhaupt merkt was passiert ist.‘ Kranzer tötet kein einziges Tier zum Spasse, aber ist auch nicht sentimental. Im Wildrestaurant, wo wir ihn treffen, isst er mit Appetit einen Xeis-Burger, einen Hamburger aus Gamsfleisch. Hat er das Tier selber geschossen? ‚Wahrscheinlich schon.‘

Landesforste Steiermark: Hauptstraße 28 in Admontlandesforste.at

Wir besuchten das Stift Admont, das Nationalpark Gesäuse und den danebengelegenen Wasserlochklamm und geben ein Rezept für „Wildburger“.

Verdrängung der Lärchwiesen
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Dorferbachwasserfall
© Steiermark Tourismus, Hartmann