Salzkammergut

Die Anziehungskraft des Attersees

Text: Emely Nobis / Bild: Frits Roest

Der oberösterreichische Attersee verzaubert die Menschen seit Urzeiten durch sein faszinierendes Farbenspiel und die grandiose Bergkulisse. Eine Zeitreise durch die Region rund um Österreichs größten Binnensee.
Der Einbaum

Der Einbaum

Es ist früh am Morgen. Wir stehen auf einem Steg im Attersee und sind in die Urzeit eingetreten. Auf dem ruhigen, türkisfarbenen Wasser des Sees gleitet ein Einbaum vorbei. An Bord sind zwei Männer in weißen Leinentuniken mit einem Flachsseil um die Hüften. Mit je einem hölzernen Ruder steuern sie den ausgehöhlten Baumstamm über den ansonsten menschenleeren See genau wie die Fischer, die hier in der Zeit der Pfahlbauten (etwa 5.000 bis 500 v. Chr.) lebten. Wie stabil so ein Einbaum auf dem Wasser ist, erfahren wir bei einer kurzen „Fahrt“ in dieser Urform aller Boote.

Dreißig Siedlungen

Pfahlbau als Kinderspielplatz

Pfahlbau als Kinderspielplatz

Einer der prähistorischen Bootsfahrer ist Alfons Egger, Obmann des Vereins Pfahlbau am Attersee. An Land angekommen, verschwindet seine Tunika in einer Tasche und er steht in Jeans und Hemd vor uns. An den Ufern des Attersees, sagt Egger, gab es einst mehr als 30 Pfahldörfer, die in prähistorischer Zeit mehrere Jahrtausende überdauerten. Die meisten wurden wahrscheinlich auf Strandplatten gebaut, die bei Hochwasser überflutet wurden. Die Stelzenhäuser dienten nicht nur gegen der Überflutung, sondern auch dem Schutz vor wilden Tieren. Mit dem Anstieg des Wasserspiegels verschwanden die Siedlungen schließlich alle unter Wasser, aber eine Stelle ist vom Ufer aus noch mit bloßem Auge zu erkennen. Wir gehen mit ihm am 10 Meter hohen Sprungturm des öffentlichen Strandbades in Seewalchen am Attersee vorbei, wo im flachen Wasser mehrere aufrechte Pfähle zu sehen sind. Egger: „Als der Seegrund ausgebaggert werden musste, um dort gefahrlos tauchen zu können, ist dieser Fundort völlig unerwartet ans Tageslicht gekommen. Das ist jetzt 50 Jahre her.

Taucher untersuchen die Pfahlbaufunde

Taucher untersuchen die Pfahlbaufunde © Verein Pfahlbau am Attersee

Seither hat dieses „Unterwasserarchiv“ zahlreiche Artefakte zum Vorschein gebracht: von Pfeilspitzen, Äxten und Keramik bis hin zu Samen, Holzresten, Ledergürteln, Leinenkleidung, Rasierklingen, Fäkalien und sogar rund sechstausend Jahre lang konservierte getrocknete Apfelspalten.

Einbaumregatta

Einbaumregatta am Attersee

Einbaumregatta am Attersee © Verein Pfahlbau am Attersee

Drei versunkene Pfahldörfer rund um den Attersee (Litzlberg-Süd, Abtsdorf I und III) sind so gut erhalten und im Wasser geschützt, dass sie 2011 gemeinsam mit über 100 anderen Pfahldörfern in den Alpen in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurden. Der 2015 gegründete Verein Pfahlbau am Attersee will die alten Zeiten wieder „erlebbar“ machen. So stehen am Seeufer in den Dörfern Seewalchen und Attersee Pavillons, die über die frühen Gesellschaften informieren. Im Pavillon in Attersee geht es vor allem darum, warum sich die Menschen am Seeufer ansiedelten, wie sie sich organisierten und zusammenlebten und wie sie die Landschaft veränderten. In Seewalchen liegt der Schwerpunkt auf dem Alltagsleben mit Themen wie Jagd, Landwirtschaft, Krankheiten, Kleidung, Schmuck und Werkzeug. Zu sehen sind auch ein maßstabsgetreues Modell eines Pfahlbaus und ein Steinzeitgarten mit Nutzpflanzen aus der Jungsteinzeit. Sie können beim Verein auch Aktivitäten buchen, z. B. eine Fahrt mit einem der beiden Einbäume.

Die Einbäume des Vereins Pfahlbau am Attersee

Die Einbäume des Vereins Pfahlbau am Attersee

Diese Einbäume sind Rekonstruktionen. Sie konnten angefertigt werden, nachdem die österreichischen Bundesforste zwei etwa 45 Meter hohe und 60 Zentimeter dicke Weißtannen zur Verfügung gestellt hatten. Als Experiment wurde ein Exemplar mit modernen Werkzeugen wie Kettensägen und das zweite Exemplar mit historischen Werkzeugen hergestellt. „Das historische Team war zuerst fertig“, schmunzelt Egger. „Mit den modernen Werkzeugen war es viel schwieriger, die richtigen Kurven hinzubekommen“.

Er erklärt, dass die Boote wie zu Zeiten des Pfahlbaus wasserdicht gemacht wurden, indem sie nach der Herstellung zunächst mehrere Wochen im See versenkt wurden, um zu verhindern, dass das Holz austrocknet und Risse bekommt. Erst dann wurden sie getauft (am 6. August 2016) und bei einer Regatta auf dem Attersee auf ihre Seetauglichkeit getestet. Seither wird alle paar Jahre eine solche Regatta veranstaltet. Egger: „Nur wenn wir Lust dazu haben, denn es soll nicht zu ernst werden. Für uns geht es vor allem darum, gemeinsam Spaß zu haben.“

Maßstabsgetreues Modell im Pfahlbaupavillon in Seewalchen

Maßstabsgetreues Modell im Pfahlbaupavillon in Seewalchen

Die Pfahlbaupavillon in Seewalchen (Ecke Agerbrücke / Promenade) und Attersee am Attersee (Nordpromenade, bei der Attersee Schifffahrt) sind frei zugänglich. Hier finden Sie eine Liste der vom Verein Pfahlbau Attersee organisierten Aktivitäten, wie z.B. die Buchung einer Einbaumfahrt oder einer geführten Schifffahrt auf dem Attersee mit Besuch beider Pavillons.

Lesen Sie auch unseren Bericht über Mondsee (in Oberösterreich), wo ebenfalls Pfahlbausiedlungen gefunden wurden, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Allgemeine Informationen zu Pfahlbausiedlungen in Österreich: pfahlbauten.at

Sommerfrische

Imposante Villa am Ufer des Attersees

Imposante Villa am Ufer des Attersees

Wir machen einen großen Zeitsprung. Längst sind die Pfahlbauten unter Wasser verschollen und auch die meisten Spuren der Kelten und Römer, die ihre „Nachfolger“ waren, sind verschwunden. Das heutige Erscheinungsbild der Gegend um den Attersee stammt aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, als zahlreiche Unternehmer, Ärzte, Wissenschaftler, Maler und Schriftsteller begannen, hier ihre Sommerfrische zu verbringen. Die imposanten Villen, die sie an den Ufern errichteten, prägen noch heute das Bild der Region.

Villa am Ufer des Attersees

Villa am Ufer des Attersees

Die Anziehungskraft des Attersees, mit 46 Quadratkilometern der größte See Österreichs, liegt vor allem in seinem faszinierenden Farbenspiel. Je nach Wetterlage schimmert er grau, silber oder gold bis türkis. Dieses intensive Blaugrün wird durch Planktonalgen und Kalkkristalle, aber auch durch das sehr klare Wasser verursacht. Das reine Wasser fließt vom flussaufwärts gelegenen Mondsee (wo Schwebstoffe wie in einem Absetzbecken zu Boden sinken) über die verbindende Seeache in den Attersee.

Emilie Flöge und Gustav Klimt

Emilie Flöge und Gustav Klimt © Wikipedia

Wohl niemand hat die Farben des Attersees besser eingefangen als Gustav Klimt, der zwischen 1900 und 1916 fast alle seine Sommer in der Region verbrachte, am liebsten in Begleitung seiner Lebensgefährtin, der Modedesignerin Emilie Flöge. In seinem Gemälde „Attersee“ aus dem Jahr 1900 fängt Klimt meisterhaft das Spiel von Licht und Schatten auf dem Wasser in „nichts als kurzen grauen und grünen Wellen, die durcheinander gleiten“ ein – so der Kunstkritiker Ludwig Hevesi damals.

Klimt-Garten

Klimt-Garten in Sch;rfling

Klimt-Garten in Sch;rfling

Häufiger als den See selbst malte Klimt blühende Pflanzen und Blumen in den Gärten von Villen und Bauernhöfen. Sechs Gemälde von Gärten, die zwischen 1907 und 1916 in Attersee entstanden (Bauerngarten, Bauerngarten mit Sonnenblumen, Obstgarten mit Rosen, Bauerngarten mit Kruzifix, Italienische Gartenlandschaft und Gartenweg mit Hühnern), stehen Pate für einen rund 100 Quadratmeter großen Klimt-Garten in der Marinabucht in Schörfling. In sechs Pflanzenbete (neben denen jeweils ein vergrößertes Foto des entsprechenden Gemäldes steht) wird hier versucht, jedes Bild mit lebenden Pflanzen und Blumen nachzustellen. „Das Ergebnis sieht man am besten im Juli und August“, sagt Evelyn Obermaier vom örtlichen Klimt-Verein. „Im Frühjahr und Herbst füllen wir die Behälter auch mit blühenden Blumen, wie zum Beispiel Tulpen, die Klimt nicht gemalt hat. Sonst würde es zu dieser Jahreszeit einfach nur traurig aussehen.“

Klimts

Klimts „Bauerngarten mit Sonnenblumen“ und „Gartenweg mit Hühnern“ © Wikipedia

Sie erklärt, dass Klimts Landschaftsbilder immer ein quadratisches Format haben („als Ausdruck der Harmonie in der Sommerfrische“) und immer ein Ausschnitt sind. Er betrachtete sein zu malendes Motiv immer aus der Ferne durch ein Fernglas. Wenn der Rahmen auf halber Höhe einer Baumkrone endet, landete er genauso auf der Leinwand“.

Emilie Flöge und Gustav Klimt am Attersee

Emilie Flöge und Gustav Klimt am Attersee © Wikipedia

Obermaier weist uns auf eine Skulptur in Form eines Ruderbootes inmitten der Pflanzkübel hin. Das Werk „Wasserrose Gustav“ des Künstlers Hannes Rohringer scheint sich auf Klimts Ruderleidenschaft zu beziehen. Das Boot steht auf der Nase in einem flachen Wasserbecken. Eigentlich sollte es mit Seerosen gefüllt sein, in Anlehnung an Klimts Gedicht Die Wasserrose von 1917. Obermaier: „Die Idee war gut, aber leider überleben die Seerosen nicht, weil wir ein Gitter über den Trog machen müssen, damit die Kinder nicht hineinfallen können.

Klimt-Themenweg

Die Auffahrt von Schloss Kammer

Die Auffahrt von Schloss Kammer

Der Klimt-Garten ist Teil des Klimt-Themenweges entlang der Promenade in Kammer-Schörfling und in Seewalchen. Obermaier führt uns auf diesem ruhigen Weg vorbei an Villen, die teils gut erhalten, teils eher baufällig sind. Informationstafeln geben einen Überblick über Leben und Werk des berühmten Jugendstilmalers und die Motive, die ihn in der Umgebung seiner Sommerresidenzen inspirierten: im Bräuhaus Litzlberg, in der Villa Oleander in Kammerl und im Forsthaus in Weißenbach. Wir kommen unter anderem an Schloss Kammer vorbei, dessen baumgesäumte Auffahrt Klimt in dem Gemälde ‚Allee zum Schloss Kammer‘ (1912) verewigt hat. Leider befindet sich dieses Wasserschloss in Privatbesitz und wir können die Ähnlichkeit nur hinter einem Zaun beurteilen. Ebenfalls in Privatbesitz ist die Villa Paulick in Seewalchen, in der sich im Sommer das kulturelle Leben abspielte und in der Klimt und Flöge (die dort auch wohnte) gern gesehene Gäste waren.

Villa Paulick

Villa Paulick

Die prunkvolle Villa mit Turm im Stil des Historismus ist schon von weitem sichtbar. „Die Kassettendecke im Salon“, erzählt Obermaier, „gehörte ursprünglich zum kaiserlichen Pavillon der Wiener Weltausstellung 1873, den der Bauunternehmer Friedrich Paulick errichtete. Als er 1877 seine Villa Paulick bauen ließ, konnte er sie schön ‚wiederverwenden‘“. Führungen durch die Villa werden leider nicht angeboten. Wer dennoch das prunkvolle Interieur bewundern möchte, sollte eines der dort veranstalteten Sommerkonzerte besuchen. „Das lohnt sich wirklich“, sagt Obermaier.

Café-Restaurant Das Klimt

Café-Restaurant Das Klimt

Die Region Attersee-Attergau ist stolz auf den weltberühmten Künstler, der hier gerne seine Sommer verbrachte. So ist auch das hippe Café-Restaurant Das Klimt (Hauptstraße 30 in Schörfling) nach ihm benannt. Dort können Sie in ungezwungener Atmosphäre essen und gekocht wird mit regionalen, nachhaltigen Produkten. Von der Terrasse aus können Sie die schöne Aussicht auf den Klimt-Garten und den Attersee genießen.

Klimt-Pralinen aus der Konditorei Ottet

Klimt-Pralinen aus der Konditorei Ottet

Die leckerste Hommage an Klimt sind die Kreationen der Konditorei Ottet (Marktplatz 6 in Schörfling). Das Prunkstück ist die 2003 kreierte Klimt-Praline: eine handgefertigte Schokoladenpraline mit Amaretto-Ganache-Füllung, die mit 23,5-karätigem Blattgold verziert ist – eine Anspielung auf den Jugendstil und Klimts „goldene Zeit“. Die quadratische Form ist eine Hommage an Klimts quadratische (Landschafts-)Gemälde. In der Konditorei können Sie auch die hausgemachte Klimt-Torte probieren: Eine Nuss-Schokoladentorte mit Amaretto-Ganache, Orange und Marzipan, die in einen Überzug aus Zartbitterschokolade getaucht und ebenfalls mit Blattgold verziert ist.

Der Künstlerweg

Die Stadt Vöcklabruck

Die Stadt Vöcklabruck

Wir bleiben noch eine Weile bei Klimt und gehen in dem Ort Attersee an Bord der MS „Stadt Vöcklabruck“, dem Klimt-Schiff. Es ist eines der Schiffe aus der Künstlerflotte des 125-jährigen Familienunternehmens Attersee-Schifffahrt. An Bord verweist die goldene Reling auf Klimt und auf der Speisekarte steht eine Klimt-Torte der Konditorei Ottet. Während unseres gebuchten, mehr als zweistündigen Rundkurs Süd können wir dank Hop on-Hop off überall aussteigen, um die Region zu erkunden. Vom Attersee aus fahren wir zunächst nach Unterach, wo man einen schönen Blick auf die Felswände des Schafbergs und der Drachenwand hat. In der heutigen Maria-Jeritza-Straße in Unterach kommen wir auch an vielen Villen aus dem Fin-de-Siècle vorbei. Der Rundkurs führt weiter über Weißenbach und Steinbach, ebenfalls mit zahlreichen Sommervillen und den wildromantischen Felswänden des Höllengebirges.

Das Forsthaus, in dem Klimt eine Zeit lang wohnte und „Landhaus am Attersee“

Das Forsthaus, in dem Klimt eine Zeit lang wohnte und „Landhaus am Attersee“ © Wikipedia

In Weißenbach machen wir einen ersten Halt, um auf dem dortigen Künstlerweg zu wandern, auf den Spuren der Künstler, die es wie Klimt an den Attersee zog. Auf dem 2,5 km langen Rundweg liefern Informationstafeln die nötigen Hintergrundinformationen über ihren Aufenthalt hier, und dank der kostenlosen Hearonymus App für Smartphones bekommen wir sogar die passende musikalische Begleitung dazu (Suchbegriff: Weißenbach und dann „Attersee Kunst Themenweg“). Highlight auf dieser Route: das Forsthaus, in dem Klimt eine Zeit lang lebte und das er in mehreren Gemälden verewigt hat.  Das “Landhaus am Attersee“ (Sommerlandschaft) von 1914 hängt heute im Museum Belvedere in Wien.

Das Komponierhäuschen

Gustav Mahlers Komponierhäuschen

Gustav Mahlers Komponierhäuschen

Von Weißenbach geht es weiter nach Steinbach, dem Ort, an dem der Komponist Gustav Mahler zwischen 1893 und 1896 seine Sommer verbrachte. Zunächst wohnte er im Wirtshaus zum Höllengebirge (heute Hotel Föttinger). Da es ihm dort zu laut war, ließ er sich auf dem Grundstück neben dem Hotel, direkt am Wasser, ein Häuschen bauen. Dorthin zog er sich in den folgenden Sommern zurück, um an seiner zweiten und dritten Sinfonie zu arbeiten. Außerdem schrieb er dort ein Dutzend Volkslieder.

Nach seiner Zeit wurde das Häuschen auf unterschiedlichste Weise genutzt, z. B. als Waschküche, Schlachthaus und sogar als Toilettenbereich des Campingplatzes Seefeld, der sich heute auf dem Gelände befindet. Im Jahr 1985 erhielt das “ Komponierhäuschen“ seine heutige Nutzung als Mini-Museum, das dem Komponisten gewidmet ist. Zu sehen sind unter anderem ein Klavier von Mahler, Fotos, Notizbücher und Originaldokumente. Das Museum wurde von der internationalen Gustav-Mahler-Gesellschaft und der Familie Föttinger, die das nahe gelegene Hotel (Seefeld 14 in Steinbach) in fünfter Generation betreibt, eingerichtet. Es kann das ganze Jahr über besichtigt werden (gegen eine geringe Gebühr).

Das Mahler-Mosaik des Künstlers Christian Ludwig Attersee

Das Mahler-Mosaik des Künstlers Christian Ludwig AtterseeWenn wir schon in Steinbach sind, gehen wir auch zum Rathaus mit Tourismusbüro (Steinbach 5 in Steinbach am Attersee). Im Foyer hängt ein auffälliges, lebensgroßes Mahler-Mosaik des Künstlers Christian Ludwig Attersee. Eine Vitrine ist dem Pianisten/Komponisten Friedrich Gulda gewidmet, der von 1962 bis 2000 in Weißenbach lebte und arbeitete und auf dem Steinbacher Friedhof begraben ist. In der Vitrine sind sein Clavinova, Originalnoten und Porträts ausgestellt.

Terrasse mit Bergkulisse

Strandrestaurant © Das Attersee

Strandrestaurant © Das Attersee

Zurück an Bord der Vöcklabruck fahren wir von Steinbach über Weyregg zu unserem Ausgangspunkt in Attersee am Attersee zurück. In der Nähe der Anlegestelle lassen wir uns auf der großzügigen Terrasse des modernen Strandrestaurants Das Attersee (Hauptstraße 2) nieder. Wir trinken einen Attersee Spritzz (Prosecco, Cassis, Minze, Soda) und teilen uns ein paar schön zubereitete Tapas-Häppchen. An diesem strahlenden Tag, mit Blick von unseren Liegestühlen auf den tiefblauen See und die Bergkulisse in zehn Grüntönen, ist es fast greifbar, warum der Attersee seit Jahrhunderten eine solche Anziehungskraft ausübt.

Kelten und Römer

Die Linde im Gries

Die Linde im Gries

Nach der Steinzeit wurde die Region Attersee-Attergau (zu der auch der Attersee gehört) nacheinander von Kelten und Römern besiedelt. Im Baumer Holz (Gemeinde Seewalchen) und in den Wäldern des Attersee-Attergau wurden 2005 keltische Grabhügel aus dem fünften Jahrhundert v. Chr. gefunden, die neben Keramik auch eine schön verzierte Schale und zwei kleine Bronzefibeln enthielten. Die restaurierten Funde aus diesen Grabhügeln und dem übrigen Attergau sind in einer archäologischen Ausstellung im Haus der Kultur (Attergaustraße 31) in St. Georgen im Attergau zu sehen. Besuchen Sie auf dem Weg dorthin auch die prächtige Linde im Gries (Attergaustraße 21), eine um 1044 gepflanzte Linde (heute 30 Meter hoch mit einem Umfang von 29 Metern), die heute unter Denkmalschutz steht.

Vorführungen finden im Keltenhaus statt.

Vorführungen finden im Keltenhaus statt.

Ein Spaß für Kinder ist ein Rundweg auf dem Kelten.Baum.Weg am Koglberg in St. Georgen, vorbei an neun Erlebnisstationen zum Leben, Wirken und Feiern der Kelten, darunter ein nachgebautes Keltenhaus und ein großer „keltischer“ Spielplatz. Ausgangspunkt ist der ausgezeichnete Landgasthof Spitzenwirt (Kogl 17), dessen umfangreiche Speisekarte auch regionale Fische (Forelle, Saibling) und vegetarische Gerichte umfasst.

Luxuriöse Sommervilla

Maßstabsgetreues Modell der römischen Villa von Weyregg

Maßstabsgetreues Modell der römischen Villa von Weyregg

In römischer Zeit gehörte der Attergau zum Territorium von Luvavum in der römischen Provinz Noricum. In Weyregg, am sonnigen Ostufer des Attersees, errichteten sie vor rund 2.000 Jahren eine luxuriöse Villenanlage (vermutlich eine Sommerresidenz), von der im 19. Jahrhundert mehrere Teile entdeckt wurden. Auch im Bereich des heutigen Steges wurden Reste einer römischen Unterwasseranlage gefunden, die heute noch sichtbar sind. Im Rathaus Weyregg (Weyregger Straße 69) ist diesen römischen Funden eine kleine Ausstellung (Römerausstellung) gewidmet, mit einem 3D-Modell der Villa über dem See, Vitrinen mit Funden und Informationen zur Geschichte der Ausgrabungen. Entlang der Promenade in Attersee am Attersee kann man von der 187 Meter langen Römerbank aus das Meer und die Landschaft genießen. Schautafeln in der Bank informieren umfassend über die Römerzeit.

Weitere Tipps & Adressen

Allgemein

Die Region Attersee-Attergau in Oberösterreich (12 Gemeinden) ist Teil des Salzkammergutes, das Teile Oberösterreichs, des Salzburgerlandes und der Steiermark umfasst. Allgemeine Informationen zu Unterkünften, Gastronomie, Aktivitäten und Veranstaltungen beim Tourismusbüro Attersee-Attergau: Attergaustraße 31 in St. Georgen im Attergau, attersee-attergau.salzkammergut.at

Informationen zur Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto finden Sie hier.

Steinbach am Attersee ist eines der Bergsteigerdörfer Österreichs und ein geeigneter Ausgangspunkt für anspruchsvolle Touren im Höllengebirge und in der Schafberggruppe. Für Klettersteigfans gibt es den 2012 errichteten Klettersteig auf den 1.261 Meter hohen Mahdlgupf. Der Weg über den Grat wird mit einem herrlichen Ausblick auf den Attersee und die benachbarten Berge gekrönt.

Vom Attersee-Attergau aus sind auch die anderen Seen des Salzkammergutes gut erreichbar. Erfahren Sie mehr in unseren Berichten über Mondsee, Wolfgangsee, Traunsee und die Welterberegion Dachstein.

Schwimmen im Attersee? Ein Viertel des Ufers ist grundsätzlich frei zugänglich, für die Strandbäder muss man manchmal einen kleinen Eintritt bezahlen. Für Wassersportler gibt es ein breites Angebot: von Wasserski und Wakeboarding über Stand-up-Paddling bis hin zum Tauchen.

Schlafen, Essen & Trinken

Häupl
Hotel Restaurant Häupl

© Hotel Restaurant Häupl

Gemütliches Hotel in unmittelbarer Nähe des Atterseeufers. Hervorragendes Restaurant mit moderner und eleganter Küche und einer großen Panoramaterrasse. Angenehm geräumige Zimmer, teilweise mit Seeblick. Hauptstraße 20 in Seewalchen am Attersee, hotel-haeupl.at

Campingplatz Seefeld

Campingplatz der Familie Föttinger, neben dem Hotel und direkt am Attersee gelegen. Camp, wo Gustav Mahler komponierte und sein „Komponierhäuschen“ als Museum besichtigt werden kann. Bei der Variante „Hotel & Free Camping Holiday“ wohnen die Eltern im Hotel, während der Nachwuchs kostenlos im Zelt auf dem Campingplatz übernachtet. Seefeld 14 in Steinbach am Attersee, hotel-attersee.at

Litzlberger Keller
Litzlberger Keller

Litzlberger Keller

Hotel-Restaurant, geführt von den gastfreundlichen Sandra und Kurt Schmiedleitner. Schöne traditionelle Gaststube mit Holzvertäfelung in einem Haus, das vor fast dreihundert Jahren als Lagerkeller für die nahe gelegene Litzlberger Brauerei gebaut wurde. Man isst dort hervorragend, so wie Gustav Klimt, der in Litzberg lebte und dort häufig zu Gast war. Er malte das Haus im Jahr 1915. Das Gemälde wurde 1996 bei Sotherby’s in New York für umgerechnet 13 Millionen Euro versteigert. Moos 8 in Seewalchen am Attersee, litzlbergerkeller.at

Bandlkramerey

Bandlkramerey

Bandlkramerey

Café und Bistro in einem historischen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Bei einer Renovierung im Jahr 2011 wurden bestehende Elemente so weit wie möglich wiederverwendet. So wurden beispielsweise Bänke und Stühle aus dem Holz der Dachsparren gefertigt und alte Dachziegel in den Boden des Kachelofens eingearbeitet. Das Ergebnis ist eine gelungene Mischung aus modern und alt und vertraut. Vera Koller, die Pächterin der Bandlkramerey, arbeitet am liebsten mit regionalen Zutaten. Markenzeichen sind ihre „Pinsas“: ein super luftiger (und daher weniger mächtiger) Bruder der Pizza.  Hauptstraße 4 in Seewalchen am Attersee, bandlkramerey.at

Bierschmiede

Biergarten vor der Bierschmiede

Biergarten vor der © Bierschmiede

Die unfiltrierten und unpasteurisierten Biere der Craft-Brauerei von Mario Schneckenberger wurden seit ihrer Gründung im Jahr 2015 mehrfach ausgezeichnet. Das Bier mit Namen wie Meisterstück, Werkstück und Rotglut steht in vielen Restaurants der Region auf der Karte, kann aber natürlich auch (von April bis Dezember) in der brauereieigenen Braustub’n mit Biergarten verkostet werden. Es werden auch Brauereibesichtigungen angeboten. Seefeld 56 in Steinbach am Attersee, bierschmiede.at

Einkaufen

Tostmann Trachten
Dirndl im Geschäft von Tostmann Trachten

Dirndl im Geschäft von Tostmann Trachten

Seit der Firmengründung 1949 werden alle Tostmann-Dirndl in Seewalchen am Attersee oder Wien in Kleinserie handgefertigt. Das Familienunternehmen in dritter Generation beschäftigt rund 100 MitarbeiterInnen. Neben Dirndln finden Sie hier auch Trachten für Männer, schöne Stoffe und Kunsthandwerk, wie z.B. Emaille von Riess aus Niederösterreich oder handgewebte Leinentischdecken von Vieböck aus dem oberösterreichischen Mühlviertel. Hauptstraße 1 in Seewalchen am Attersee, tostmann.at

Die Brennerin
© Rosi Huber - Die Brennerin

© Rosi Huber – Die Brennerin

Rosi Huber hatte selbst noch nie Schnaps getrunken, entschloss sich aber dennoch 2005 mit den vielen Früchten aus dem eigenen Obstgarten zu brennen – als Nebenverdienst neben den Ferienwohnungen, die sie vermietet. Seitdem haben ihre Edelbrände (auch aus anderen Früchten und sogar Karotten oder Brot) und Liköre eine Auszeichnung nach der anderen gewonnen. Sie verkauft sie u.a. in ihrem Schnapsladen zu Hause. Seedorf 4 in Weyregg, brennerin.at

Bienenhof Attersee
Alles vom und um den Honig am Bienenhof Attersee

Alles vom und um den Honig am Bienenhof Attersee

Die Imker des Bienenhof Attersee betreuen rund zweihundert Bienenvölker vom Salzkammergut bis zum Burgenland. Bio-Honig und andere Honigprodukte werden im Hofladen mit Bistro in Attersee verkauft. Rund um den Hof wurde ein 1,5 Kilometer langer Naturlehrpfad angelegt. Hier gibt es Führungen mit Hintergrundinformationen über Honigbienen, die Arbeit der Imker und den Hof. Neuhofen 5 in Attersee am Attersee, bienenhofattersee.at

Dorfkiste

Shop in St. Georgen im Attergau mit nachhaltigen Produkten aus der Region. Auch für Snacks und Kaffee zum Mitnehmen. Attergaustraße 87 in St. Georgen im Attergau, facebook.com/diedorfkiste

Trenauer Mühlenladen
Trenauer Mühle

Trenauer Mühle

Die 1430 erstmals erwähnte Mühle wird heute in vierter Generation von der Familie Huber/Stabauer geführt. Im Mühlenladen werden nicht nur Mehl und andere Backzutaten verkauft, sondern auch verschiedene handgemachte Nudeln, Kekse, Müsli und Geschenkartikel. Mosendorf 3 in Frankenmarkt, trenaumuehle.at

Sehen & Tun

Aussichtsturm Lichtenberg
Blick vom Aussichtsturm Lichtenberg

Blick vom Aussichtsturm Lichtenberg

Ein beliebtes Ziel in der Region ist ein Besuch des Attergau-Aussichtsturms auf dem Lichtenberg. Nach 208 Stufen und 36 Höhenmetern wird man bei schönem Wetter mit einem ungehinderten Blick auf Traunstein, Höllengebirge, Attersee, Dachstein und darüber hinaus belohnt. Der 36 Meter hohe Turm ist mit dem Auto erreichbar, kann aber auch mit der Lichtenberg-Rundwanderung ab Straß im Attergau kombiniert werden.

Gustav Mahler Festspiele

Mehrtägiges Festival in Steinbach am Attersee rund um den Geburtstag des Komponisten am 7. Juli mit Vorträgen, Konzerten und der Möglichkeit, die Region auf den Spuren Mahlers zu erkunden. Termine und Informationen: mahler-steinbach.at

Internationale Nikolaus Harnoncourt-Tage

Nach dem Tod des Dirigenten Nikolaus Harnoncourt im März 2016 wurden in St. Georgen im Attergau, dem Ort, in dem er mehr als 40 Jahre lebte und auf dem Friedhof neben der Pfarrkirche begraben ist, die „Internationalen Nikolaus Harnoncourt Tage“ ins Leben gerufen. Das Musikfestival findet seither jährlich an einem Wochenende im Mai statt, mit Konzerten in der Pfarrkirche selbst, in der Attergauhalle und im Nikolaus Harnoncourt Saal der Landesmusikschule. Termine und Informationen: harnoncourttage.at

Attergauer Kultursommer

Am 1. August 1981 spielten Mitglieder der Wiener Philharmoniker ein Benefizkonzert für die neue Orgel in St. Georgen im Attergau. Damit wurde der Grundstein für das Musikfestival Attergauer Kultursommer gelegt, das im Juli und August ein breites Spektrum an klassischen Konzerten, aber auch z.B. Austropop bietet. Termine und Informationen: attergauer-kultursommer.at

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