Grauburgunder

Die Zisterziensermönche, die im Mittelalter aus dem Burgund nach Österreich und Ungarn kamen, um Klöster zu gründen, hatten nicht nur Gebetbücher, sondern auch Weinreben im Gepäck. Wahrscheinlich war unter diesen Reben die Traube, die wir heute Grauburgunder oder Pinot Gris nennen. In Österreich hieß die Traube lange Zeit Grauer Mönch, nach diesen grau gekleideten Mönchen. Im ungarischen Namen ’szürkebarát‘ (grauer Mönch) wird dieser Hinweis noch immer beibehalten; in Österreich verschwanden die Mönche von der Bildfläche und wurden die Bezeichnungen Grauer Burgunder oder Pinot Gris üblich. Heutzutage können Sie beides auf dem Etikett finden. „Pinot“ bezieht sich auf den französischen „pin“: Kiefer. Das liegt daran, dass die Trauben der Pinot-Traube den Kiefernzapfen ähneln. Und um die Zahl der in Österreich verwendeten Synonyme noch zu erhöhen: Man kann auch auf den Begriff Ruländer stoßen, nach dem Mann, der 1711 in Speyer, Deutschland, in einem Garten eine verwilderte Traube fand, die seinen Namen tragen sollte: Johann Seger Ruland. Später stellte sich heraus, dass es sich um Grauburgunder handelte, aber zu diesem Zeitpunkt war der Begriff Ruländer bereits etabliert.

Genau wie der Pinot Blanc ist der Pinot Gris eine Farbmutation des Pinot Noir. Obwohl sie als weiße Traube gilt, ist die Schale recht dunkel, meist bräunlich-rosa, manchmal violett gefärbt. Bei Schalenkontakt mit dem Saft entsteht aufgrund der dunklen Schale schnell ein hellrosa oder manchmal auch orangeroter Wein. Gut gemachte Pinot Gris-Weine haben in der Regel würzige Noten und eine milde Säure. Wenn er bei guter Reife geerntet wird, ist der Pinot Gris voll und reichhaltig, manchmal sogar parfümiert. Wenn sie früher geerntet wird, ist sie leichter und lebendiger. Wenn die Erträge zu hoch sind und die Trauben unreif, kann er zu einem charakterlosen Wein verkommen. Viele italienische Pinot Gris – Pinot Grigio – fallen in diese Kategorie.

In Österreich werden nur etwa 225 Hektar Grauburgunder gepflanzt, das sind 0,5% der gesamten Rebfläche, hauptsächlich im Burgenland und in der Steiermark. Es wird zur Herstellung sowohl schöner trockener als auch kräftiger Süßweine verwendet. Im letzteren Fall wird der Pinot Gris oft mit anderen Trauben verschnitten. Für viele Süssweine kommen die von Edelfäule befallenen Beeren in Frage. Sie geben den Weinen einen Hauch von Honig, aus Tausenden zu erkennen.